eVergabe

eVergabe ist die Abkürzung für elektronische Vergabe und steht für die Vergabe öffentlicher Aufträge für Liefer-, Bau- und Dienstleistungen auf elektronischem Weg. Eine erweiterte Definition bzw. Erklärung zu eVergabe nimmt alle Schritte von der elektronischen Auftragsveröffentlichung bis zur Auftragserteilung mit in die Erklärung auf.

Welche Stufen der Vergabe werden durch die eVergabe erfasst?

Zur eVergabe gehören alle Stufen von Vergabeverfahren: die Weitergabe der Ausschreibungsunterlagen, das Ausfüllen der Vergabeunterlagen ("Verdingungsunterlagen"), Nachweise der Fachkunde, Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit, Abgabe des Angebots, Zuschlagserteilung und Vertragsschluss.

eVergabe in Deutschland

Bund, Länder und Kommunen sind seit dem 18. April 2017 verpflichtet, bei der Vergabe von Aufträgen im Oberschwellenbereich mit allen Teilnehmern und Bietern vollständig und ausschließlich auf elektronischem Weg zu kommunizieren. Seit dem 18. Oktober 2018 gilt die Verpflichtung zur elektronischen Kommunikation auch für alle Auftraggeber und Auftragnehmer. Ab dem 1. Januar 2020 sind bei Beschaffungen des Bundes im unterschwelligen Bereich ab einem Wert von 25.000 Euro alle Angebote und Teilnahmeanträge ausschließlich auf elektronischem Weg einzureichen.

Pflicht zur eVergabe beschränkt auf elektronischen Datenaustausch

Im Oberschwellenbereich besteht die Pflicht zur eVergabe nur für den elektronischen Datenaustausch. Öffentliche Auftraggeber sind nicht verpflichtet, Angebote auf elektronischem Weg zu verarbeiten, zu prüfen und zu werten.

Welche Vorteile haben Auftraggeber durch die eVergabe?

Die elektronische Vergabe macht die einzelnen Schritte der Vergabe transparent und führt dadurch zu mehr Rechtssicherheit. Zudem werden Beschaffungsvorgänge vereinfacht, wodurch sich der bürokratische Aufwand für Vergabeverfahren verringert. Die eVergabe erspart Zeit und Kosten. Auftraggeber haben einen systematischen Überblick über den Vergabeprozess. Auch in puncto Dokumentationspflicht ergeben sich Vorteile: Mithilfe des Vergabevermerks lässt sich die Vergabe einfacher und transparent dokumentieren.

Welche Vorteile haben Unternehmen durch die eVergabe?

Unternehmen haben durch die eVergabe einen einfacheren Zugang zu Ausschreibungen und zur Suche nach Ausschreibungen. Unterlagen können unmittelbar eingesehen, Angebote schneller bearbeitet und übermittelt werden. Das Zustellrisiko ist vermindert und die Zustellzeiten verkürzen sich.

Für welche Auftragsarten gilt die eVergabe?

Seit dem 18. Oktober 2018 müssen zentrale Beschaffungsstellen bei oberschwelligen Vergaben sämtliche Schritte des Vergabeverfahrens - Angebotsabgabe sowie Mitteilungen zu Zusagen und Absagen - auf elektronischem Weg umsetzen. Dafür gelten die folgenden Schwellenwerte, die auch vorgeben, ab wann ein Auftrag EU-weit veröffentlicht werden muss:

  • Schwellenwert für Bauaufträge: 5.548.000,00 Euro
  • Schwellenwert für Liefer- und Dienstleistungsaufträge: 221.000,00 Euro

Zukünftige Entwicklung der eVergabe in Deutschland

Bund, Länder und Kommunen verwenden momentan noch 30 verschiedene elektronische Vergabeplattformen, die meist nicht über einen einheitlichen Bieterzugang verfügen. Zukünftig soll der neue Standard "XVergabe" die eVergabe vereinheitlichen. Dazu wird ein plattformübergreifender Standard für den Daten- und Austauschprozess geschaffen. Für den Austausch der Vergabeunterlagen und Angebote muss eine neue Schnittstelle programmiert werden (XVergabe-Schnittstelle). Mit der Vereinheitlichung der eVergabe soll eine höhere Bieterakzeptanz und größere Beteiligung am elektronischen Vergabeprozess erreicht werden.

E-Vergabe-Plattformen

Bei öffentlichen Vergabeverfahren unterstützen E-Vergabe-Plattformen die elektronische Kommunikation zwischen Vergabestellen und Bietern. Auf den elektronischen Plattformen werden Bekanntmachungen veröffentlicht und Vergabeunterlagen bereitgestellt. Auch Funktionen für die Bieterkommunikation und die elektronische Angebotsabgabe werden unterstützt.

Die E-Vergabeplattform des Bundes ist über die Website www.evergabe-online.de erreichbar und bietet die Möglichkeit, Vergabeverfahren vollständig elektronisch abzuwickeln. Die Plattform vereint 600 Vergabestellen aus Bund, Ländern und Kommunen und kann ohne Nutzungsgebühren verwendet werden.

Die reinen Bekanntmachungsplattformen wie z.B. TED (Tenders Electronic Daily) zählen nicht zu den E-Vergabe-Plattformen.

0251 7805-263
Einfach & schnell zu neuen Aufträgen
Kontakt aufnehmen