Der Wertewandel der Generation X, Y und Z: Ein Überblick

Golf, Millennials und Digital Natives – Dabei ist keineswegs das bekannte Auto eines großen Autoherstellers oder ein neuer Trend in der Modewelt gemeint. Mit diesen Synonymen werden Generationen beschrieben, welche derzeit großen Einfluss auf die Gesellschaft, aber vor allem auch auf den Arbeitsmarkt haben. Die aktuellen und zukünftigen Arbeitnehmer sind die Generation X, Y und Z. Dabei hat jede der Generationen eigene Werte entwickelt, welche man als Arbeitgeber kennen sollte, um sich auf diese und die nächsten Jahre vorzubereiten. Denn heute gilt es mehr denn je mit geeigneten Maßnahmen, wie dem Employer Branding, Fachkräfte für sein Unternehmen zu gewinnen. Und das funktioniert nur dann, wenn man seine aktuelle Zielgruppe kennt.

Nachfolgend geben wir einen Überblick über die Generationen X, Y, Z und zeigen Ihnen, womit Sie als Unternehmen bei der jeweiligen Gruppe punkten können.

X, Y, Z Generationen spielen mit dem Smartphone
Was sind überhaupt Generationen?

Der Begriff Generation findet seinen Ursprung aus dem lateinischen „generatio“ und bedeutet Zeugung. Laut der Definition bezeichnet der Begriff eine große Gruppe Menschen, die

  • in der gleichen Altersgruppe liegen,
  • eine gemeinsame geschichtliche und kulturelle Prägung haben,
  • und zum Großteil die gleichen Werte vertreten.

Durch prägende Ereignisse, wie der technische Fortschritt, gesellschaftliche Ereignisse und der bewussten Abgrenzung zu vorherigen Generation kommt es dazu, dass sich innerhalb eines Zeitraums Werte und Ideale in Bezug auf das Privat- aber auch das Arbeitsleben komplett verändern können. Das lässt sich derzeit besonders gut an den drei Generationen X, Y und Z erkennen.

Übersicht der bekannten Generationen

Insgesamt unterscheidet man zwischen fünf Generationen:

  • Traditionals: Geboren zwischen 1922 und 1955
  • Babyboomer: Geboren zwischen 1956 und 1965
  • Generation X: Geboren 1966 bis 1980
  • Generation Y: Geboren 1981 bis 1995
  • Generation Z: Geboren ab 1995 bis heute

Für den aktuellen Arbeitsmarkt sind vor allem die Jahrgänge ab 1966 bis heute interessant. Sie agieren bereits als Arbeitnehmer oder fließen nach und nach auf den Arbeitsmarkt und formen die Arbeitswelt nach ihren Bedürfnissen. Was nach Generation Z kommt und wie diese Gruppierung zu charakterisieren ist, ist noch nicht bekannt.

Es ist anzumerken, dass es innerhalb einer Generation eine gewisse Streuung gibt, die auch als Intragenerationsvarianz bezeichnet wird. Gleichzeitig existiert die Intergenerationsdifferenz, wonach klare Unterschiede definiert werden können.

Die Generation X: 1966 - 1980

Die Generation X ist auch als Generation Golf bekannt. Geprägt sind die Kinder dieser Zeit durch Wirtschaftskrisen, aber auch den erarbeiteten Wohlstand der Elterngeneration. Die Bezeichnung Generation X stammt übrigens von dem Fotografen Robert Cappa, der in den 50er Jahren eine Reportage über die Jugend nach dem zweiten Weltkrieg veröffentlichte. Dieser Begriff wurde danach immer wieder von den verschiedensten Medien aufgegriffen, bis der gleichnamige Roman von Douglas Coupland ihn endgültig populär machte.

Merkmale und Werte

Charakteristisch für diese Kohorte ist ein gesteigertes Konsumverhalten und ein hohes Markenbewusstsein, woher sich auch der Name „Generation Golf“ ableiten lässt. Statussymbole nehmen einen großen Stellenwert ein. Technische Errungenschaften, wie der Fernseher als „Massenunterhaltungs-Medium“, und die neuen Kommunikationsmittel, wie Telefon, hielten in dieser Generation Einzug. Sie erlebten den kompletten Wandel von analog zu digital, was mitunter viele vor große Herausforderungen stellt.

Arbeitswelt der Generation Golf

Wichtige Werte im Berufsleben sind eine finanzielle Sicherheit und das berufliche Vorankommen mit der großen Motivation etwas zu erreichen. Die Generation X hat ein hohes Bildungsniveau und arbeitet in gut bezahlten Jobs, um sich ein materiell abgesichertes Leben leisten zu können. Das steht vor dem Verlangen nach beruflicher Erfüllung. Es wird pragmatisch gedacht. Berufs- und Privatleben werden in dieser Generation strikt getrennt.

Die Generation Y: 1981 - 1995

Die Personen der Generation Y werden als „Millennials“ bezeichnet. Die ersten „Digital Natives“ erlebten in der Kindheit den Einzug der Digitalisierung mit Internet, ersten Handys bis zu den heutigen Smartphones voll mit.

Merkmale der Generation Y

Charakteristisch für diese Generation ist der große Drang nach Freiheit und Selbstverwirklichung. Die Millennials lieben das selbstbestimmte Leben und genießen ihre Freizeit. Das Motto: Leben im „Hier und Jetzt“ und das mit einer gehörigen Portion Optimismus. Bildungstechnisch verfügen viele von ihnen über einen akademischen Hintergrund. Zudem kennzeichnen sie sich durch ihr Gespür für Technik.

Im Englischen wird gerne der Begriff „Gen Y“ verwendet, was gleichzeitig eine Anspielung an das Wort „Why“ (Warum) ist und den hinterfragenden Charakter der Generation Y hervorhebt.

Das Arbeitsleben der Millennials

Digital Natives wissen, was sie wollen. Auch in der Arbeitswelt: flexible Arbeitszeiten, Homeoffice, Sabbaticals – die Work-Life-Balance muss stimmen. Dennoch sind sie bereit, zu leisten – solange der Lebensgenuss dabei nicht zu kurz kommt. Anders als die Generation X sind die Millennials nicht bereit. Abstriche zu machen.

Die Arbeit als solche muss sinnerfüllt sein, dann ist die Generation in ihrer Motivation und Lernbereitschaft kaum zu bremsen. Dennoch brauchen die Millennials viel freie Zeit für sich und lieben daher flexible Arbeitszeiten und selbstbestimmte Arbeitsorte. Statt Führungspositionen anzustreben, sind Fachlaufbahnen und Projektarbeiten deutlich wichtiger. Teamgeist und Teamfähigkeit nehmen einen hohen Stellenwert ein und so sind die Millennials vor allem gute Teamplayer sowie exzellente Multitasker.

Die Millennials als gut ausgebildete Fachkräfte sind die derzeit am häufigsten anzutreffende Generation auf dem Arbeitsmarkt und durch den demografischen Wandel in der komfortablen Position, dass Unternehmen im Wettbewerb um sie stehen. Das stellt Unternehmen vor die Herausforderung die Bedürfnisse der Generation Y, wie freie Zeiteinteilung und immaterielle Anreize zu etablieren, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

Die Generation Z: 1995 - heute

Die Generation Z, auch als „Generation YouTube“ und „Digital Native“ bezeichnet, ist die erste Generation, die bereits seit der Geburt im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Eine Welt ohne Internet, Smartphone und 24-Stunden-Online kennen die heutigen Teenager bis jungen Erwachsenen nicht mehr. Soziale Netzwerke, wie Facebook, Instagram und YouTube gehören fest zum Alltag. Vorbilder sind längst keine Leinwandhelden mehr, sondern Influencer und YouTube-Stars.

Merkmale der Generation YouTube

Es gibt kaum noch eine Trennung zwischen real und virtuell. Trotz des hohen digitalen Konsums ist der Besitz physischer Produkte weniger wichtig. Durch die weltweite Vernetzung und die damit einhergehende Informationsflut an Nachrichten, strebt die Generation Z nach Wegen die Welt zu verbessern, ist aber dadurch auch weniger optimistisch und deutlich sicherheitsorientierter als die Generation Y.

Trotz des häufigen Konsums von Massenmedien, zeigt es sich, dass die „Gen Z“ viele Werbemaßnahmen ignoriert. Sie möchten lieber Teil von etwas sein, anstatt sich berieseln zu lassen. Wer diese Zielgruppe erreichen möchte, greift lieber zu interaktiven Contentstrategien.

Arbeitswelt der Digital Natives

Ein Blick auf das Arbeitsleben dieser Gruppe zeigt, dass sich das Bestreben nach Sicherheit deutlich bemerkbar macht. Vollkommen anders als die Generation Y wünschen sich die Digital Native feste Arbeitszeiten, unbefristete Verträge und einen gesicherten Arbeitsplatz. Privatleben und Beruf werden strikt voneinander getrennt; eine Überschneidung soll vermieden werden, dementsprechend gering ist das sogenannte Work-Life-Blending. Mit den traditionellen Werten knüpfen sie wieder an die Generation X an. Auch im privaten Bereich wird einer stabilen Familie und der Ehe ein hoher Stellenwert zugesprochen. Weniger loyal stehen sie jedoch dem Arbeitgeber gegenüber, dies ist vor allem den durch die Globalisierung entstandenen Unsicherheiten zuzuschreiben.

Mit Hinblick auf ihre Karriere zeigt sich, dass sie kreativ und voller Begeisterung ihre Ziele erarbeiten wollen.

Was bedeutet das für Unternehmen?

Die derzeit spannenden Generationen sind zweifelsohne Y und Z, welche sich jedoch in ihren Werten kaum stärker voneinander unterscheiden könnten. Das stellt Unternehmen vor die große Herausforderung die unterschiedlichen Ansprüche der Top-Fachkräfte von heute und morgen zu bedienen. Dennoch liegt hier großes Potenzial, denn wer sich als Unternehmen strategisch auf die Generationen ausrichtet, wird den viel zitierten „War of Talents“ jetzt und vor allem in Zukunft gewinnen können. Dabei helfen kann das sogenannte Employer Branding. Betriebe schaffen so die Rahmenbedingungen für die Ansprüche der Generationen und positionieren sich als zeitgemäße Marken auf dem Arbeitsmarkt. Mithilfe der Informationen wissen Sie, wo gutes Personal im Bau zu finden ist und wie Sie Bewerbungsgespräche mit dem potentiellen Kandidaten klappen.

In unserem Fachartikel über das Employer Branding erfahren Sie, was genau die Maßnahmen umfassen und wie Sie so eine passende Strategie entwickeln können, um Ihr Unternehmen für die nächsten Jahre stark aufzustellen.


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