Funktionale Leistungsbeschreibung

In einem Vergabeverfahren kann der öffentliche Auftraggeber die geforderte Leistung durch einen detaillierten Leistungskatalog mit z. B. Angabe der Baumethode und der Materialien beschreiben. Dies ist der herkömmliche Ansatz. Alternativ kann die Leistung aber auch vollständig oder teilweise funktional ausgeschrieben werden.

Funktionale Leistungsbeschreibung: Definition und Ziel

Bei der funktionalen Leistungsbeschreibung wird angegeben, welche Funktion die Bauleistung erfüllen soll. Die Bewerber erhalten damit lediglich Rahmenbedingungen und Zielvorgaben für die Angebotsabgabe. Dadurch entsteht ein Konzeptwettbewerb zwischen den Bewerbern zusätzlich zum Wettbewerb um das wirtschaftlichste Angebot.

Weitere Erklärung zu funktionale Leistungsbeschreibung

Durch eine funktionale Leistungsbeschreibung kann ein öffentlicher Auftraggeber größtenteils auf eine eigene Entwicklung technischer Lösungen verzichten. Die Bewerber legen in ihren Angeboten ihr jeweiliges Konzept mit den zur Leistungsausführung geplanten Arbeitsschritten und Materialien vor. Der Auftraggeber nutzt dadurch die Kreativität der Bewerber und kann aus verschiedenen Konzepten wählen. Dieser Ansatz ist besonders bei Pionierprojekten sinnvoll, für die Erfahrungswerte fehlen.

Wie bei einer herkömmlichen Leistungsbeschreibung müssen auch aus einer funktionalen Leistungsbeschreibung die Anforderungen an den Beschaffungsgegenstand eindeutig und erschöpfend hervorgehen.

Vor- und Nachteile für Auftraggeber

Insbesondere für die Beschaffung einer nicht standardisiert bestimmbaren Leistung eröffnet eine funktionale Leistungsbeschreibung dem Auftraggeber mehr Flexibilität im Vergabeverfahren.

Eine funktionale Leistungsbeschreibung zu erstellen kann schwieriger sein als eine herkömmliche. Leistungsziel und Rahmenbedingungen müssen eindeutig und erschöpfend beschrieben sein, der belassene Gestaltungsspielraum für die Konzepte der Bewerber darf dabei nicht zulasten der Vergleichbarkeit der Angebote gehen.

Vor- und Nachteile für Bewerber

Ein Bewerber hat auf der einen Seite einen gegenüber herkömmlichen Ausschreibungen größeren individuellen Spielraum für seine Angebotserstellung. Auf der anderen Seite trägt er ein höheres Risiko für das Erreichen der Ziele. Wenn die Bauleistung das vorgegebene Ziel nicht erreicht, kann er sich nicht auf unzureichende Kalkulierung des Materials oder der Baumethode durch den Auftraggeber berufen.

Funktionale Leistungsbeschreibungen bieten also Flexibilität für Auftraggeber und Bewerber. Dieser Ansatz kann innovative Lösungen hervorbringen, stellt durch die freiere Gestaltung aber auch erhöhte Anforderungen an die Ausschreibung und die Angebotserstellung.

Erläuterungen zu Leistungsbeschreibungen finden sich in der Vergabeverordnung (VgV) und der Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB).

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