HOAI

Die Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) liefert einen gebührenrechtlichen Rahmen für die Tätigkeiten von Architekten und Bauingenieuren. Die HOAI ist zwingend einzuhaltendes Preisrecht, die festgelegten Honorare können eingeklagt werden. Die Honorarordnung gilt für alle Personen, die an inländischen Projekten des Ingenieurbauwesens arbeiten, unabhängig von ihrer Ausbildung. Ähnliche Ordnungen sind das Gerichts- und Notarkostengesetz (GNotKG) und das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG).

Zweck

Die HOAI soll die Berufsgruppen der Architekten und Bauingenieure vor einem Preiskampf schützen und die Qualität der Arbeit in diesen Bereichen sichern. Auf der einen Seite soll den Architekten und Ingenieuren ein auskömmliches Honorar gewährleistet werden, auf der anderen Seite den Bauherren die Qualität der Leistungen. Wettbewerb soll allein durch Qualität stattfinden, nicht auf Preisebene.

Die HOAI regelt nicht die Art der Leistungen, die der Architekt bzw. Ingenieur zu erbringen hat.

Anwendungsbereiche

Erklärung zu HOAI: Es geht um die Vergütung von Planungsleistungen von Architekten und Ingenieuren in den Bereichen des Bauwesens, der Architektur und der Stadtplanung. Nicht eingeschlossen sind Ingenieure in den Bereichen Vermessungswesen, Bauphysik, Umweltverträglichkeit und Bodenmechanik. Ausgenommen sind auch Ingenieurleistungen, die nicht direkt mit der technischen Ausstattung eines Bauwerks zu tun haben, wie Maschinen- und Anlagenbau, Elektro-, Prozess- und Verfahrenstechnik. Für sie werden in der HOAI nur unverbindliche Regelungen angegeben.

HOAI-Definition

Die HOAI setzt sich den Anspruch, angemessene Honorare innerhalb eines Korridors zwischen einem Mindest- und einem Höchstsatz zu berechnen. Die drei wichtigsten Parameter zur Bestimmung der Höhe des Architektenhonorars sind:

  • anrechenbare Kosten
  • Honorarzone (Schwierigkeitsgrad der Planung)
  • Leistungsphasen (erbrachte Leistungen)

Anrechenbare Kosten

Dies sind zunächst die Kosten der Baukonstruktion an sich. Mitzuverarbeitende (bereits vorhandene) Bausubstanz ist zu berücksichtigen. Dazu kommen Kosten für technische Anlagen, die in die Baukonstruktion integriert werden. Planung und fachliche Überwachung dieser Anlagen unterliegen nicht dem Auftraggeber. Im Falle von Umbau oder Modernisierung fällt zudem ein Zuschlag von mindestens 20 Prozent an. Wurde dieser nicht schriftlich fixiert, wird er mit 20 Prozent angenommen.

Zu den anrechenbaren Kosten können ferner Nebenkosten berechnet werden, die in der HOAI mit Erläuterungen aufgeführt sind.

Honorarzone (Schwierigkeitsgrad der Planung)

Honorarzonen von I bis V klassifizieren den Planungsaufwand für 15 allgemeine (z. B. Gutachten und Wertermittlung) und spezifische (z. B. landschafts- oder verkehrsplanerische Leistungen) Bereiche. Für jede Zone gilt ein Mindest- und ein Höchstsatz.

Leistungsphasen (erbrachte Leistungen)

Leistungsphasen gliedern nach der HOAI die Gesamtleistung eines Architekten oder Ingenieurs. Jeder Phase ist in der HOAI ein Anteil des Gesamthonorars des Architekten oder Ingenieurs zugeordnet.

Planungsphasen

Auf eine initiale Phase der Grundlagenermittlung (Klärung der Aufgabenstellung, des Leistungsbedarfs und der Kostenvorstellungen) folgen vier Planungsphasen: Vor-, Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung. Die ersten der zwei Planungsphasen beinhalten Kostenschätzung und -berechnung.

Vergabephasen

Nach der Planung stehen zwei Vergabephasen: Vorbereitung der Vergabe (inklusive Ermitteln von Mengen und Aufstellen der Leistungsverzeichnisse) und Mitwirkung bei der Vergabe (mit Kostenanschlag). Die letzten beiden Phasen sind Bauüberwachung (mit Dokumentation) und Objektbetreuung.

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