Ausführungsplanung

Die Ausführungsplanung gehört zur Leistungsphase 5 der Architektenverordnung HOAI. In dieser Phase wird eine Entwurfs- sowie Genehmigungsplanung erarbeitet, dabei ist eine möglichst detaillierte Darstellung des Projektes essentiell. Die ausgearbeiteten Pläne der Werkplanung bilden die Grundlage für das Leistungsverzeichnis.

Detaillierte Zeichnung für die Ausführungsplanung

Detailliert ausgearbeitete Ausführungsplanung

Beim Erarbeiten der Ausführungsplanung ist eine möglichst detaillierte Darstellung der Planung wichtig, um ein möglichst genaues Bild der zu leistenden Arbeiten zu erhalten. Umso genauer die Ausführungspläne sind, desto geringer ist die Chance, dass es zu Missverständnissen auf der Baustelle kommt. Hierfür sind sowohl Beschreibungen als auch Zeichnungen wichtig.

Detaillierte Zeichnungen

Einen bedeutenden Part bei der Werkplanung übernehmen die Zeichnungen des Grundrisses sowie der Gebäudeschnitt des zu planenden Gebäudes. Auch relevante Details wie die statische Planung, brandschutzrelevante Ausschnitte sowie die Planung der Haustechnik werden in den Zeichnungen berücksichtigt, zudem dienen sie der Orientierung bei der Umsetzung auf der Baustelle. In der Regel findet für die zeichnerischen Darstellungen ein Maßstab zwischen 1:50 und 1:1 Verwendung: Grundrisse und Schnitte in M 1:50, Details zwischen M 1:20 bis M 1:1. Für die Linienstärken und Linientypen der Zeichnungen greift zudem die DIN 1356; geschnittene Bauteile werden durch Schraffuren gekennzeichnet.

Ausführliche Beschreibungen der Werkplanung

Bei einer vollständigen Ausführungsplanung finden sich zudem ausführliche Beschreibungen in Form von Text mit allen notwendigen Angaben zu den verschiedenen Aspekten der Zeichnung. Auf Basis der Ergebnisse aus Leistungsphase 5 wird anschließend das Leistungsverzeichnis kreiert, welches richtungsweisend bei der Erstellung von Angeboten ist. Gerade für die Mengenermittlung erweist sich die textuelle Ausführungsplanung als überaus wichtig.

Wer ist für die Ausführungsplanung zuständig?

Häufig werden Architekten mit der Ausführungsplanung beauftragt. Anders beim Schlüsselfertigbau: hier ist in der Regel der Totalunternehmer oder der Totalübernehmer für die Planung der Ausführung zuständig. Ebenso können Fachingenieure bei der Werkplanung der Ausführung eine zentrale Rolle spielen. Dem Bauherren beziehungsweise dem Auftraggeber obliegt zusätzlich die Aufgabe der Prüfung.

Planung der Lph 5 durch Architekten und Ingenieure

Klassischerweise übernimmt die Ausführungsplanung ein Architekt oder ein Ingenieur. Wie bereits erwähnt, fällt die Planungsleistung der Ausschreibung in die Leistungsphase 5 der HOAI. Zu seinen Aufgaben gehören die Anfertigungen von detaillierten Zeichnungen sowie textliche Beschreibungen. Bei seiner Arbeit muss er die verschiedenen Regeln der VOB sowie die Bauvorgaben der verschiedenen Länder berücksichtigen.

Ausschreibungsplanung durch GU oder GÜ

Auftraggeber können bei der Vergabe der Ausschreibung die Auftragsplanung an Generalunternehmer bzw. Generalübernehmer übergeben; selbst, wenn zuvor ein Architekt an vorherigen Leistungsphasen gearbeitet hat. Trotz seiner Vorarbeit, hat der Architekt keinen Anspruch auf eine Vergütung der darauffolgenden Leistungen.

Durch die Vergabe der Planungsleistung an Generalunternehmer / Generalübernehmer spart sich der Auftraggeber das Honorar für den Architekten oder Ingenieur. Dafür geht er das Risiko ein, dass der GU die Werkplanung der Ausschreibung weniger objektiv gestaltet. Zudem ist es möglich, dass bei der Kalkulation des Angebotspreises Leistungen fehlten, die eine Nachtragsvereinbarung zu Folge haben.

Planungsleistung durch Auftraggeber selbst

Anstatt die Planungsleistungen auszulagern, kann der Auftraggeber auch selbst einzelne Planungsinhalte übernehmen. Dies macht Sinn, wenn der AG auf Gestaltung oder Funktion einzelner Bestandteile besonderen Wert legt und vorausplanen lässt. Diese Vorplanung kann er anschließend dem Generalübernehmer als Vertrags- und Kalkulationsgrundlage vorgeben.

Mit Hinblick auf die Vergütung des Architekten bzw. Ingenieurs sieht die HOAI vor, dass er für die Vorausplanung einzelner Bestandteile durchaus entlohnt wird.

Fortschreibung der Ausführungsplanung

Die Ausführungsplanung endet für den Architekten nicht mit Beginn der Bauphase. Er ist sogar der Fortschreibung der Ausführungsplanung verpflichtet. Während eines Baus kann es zu Änderungen kommen, sodass die bereits gefertigten Ausführungspläne stetig angepasst werden müssen. Eine gesonderte Vergütung erfolgt nicht, vorausgesetzt, dass nach § 25 HOAI die bisherigen Planungsziele erhalten bleiben. Werden die Planungsziele jedoch geändert, sind diese Planungsleistungen als wiederholte Grundsatzleistung zu vergüten.

Die Pflicht zur Fortschreibung gilt jedoch nur während der Bauphase. Ist das Projekt bereits fertiggestellt, erlischt die Pflicht zur Fortschreibung der Ausführungsplanung. Somit muss der Architekt keine Ausführungszeichnung mehr erstellen, sobald das Bauvorhaben abgeschlossen wurde. Will der Auftraggeber den Endzustand des Bauwerks zeichnerisch festhalten, muss er die Bestandspläne als zusätzliche Leistung in Auftrag geben.

Honorarsprüche der Leistungsphase 5

Führt ein Architekt oder ein Ingenieur die Planungsleistungen durch, so sind seine Leistungen nach dem entsprechenden Satz aus der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure zu vergüten. Dies gilt sowohl für Teilleistungen als auch Gesamtleistungen. Die Leistungsphase 5 macht 25 % des Gesamthonorars aus, das endgültige Honorar hängt von den Honorarzonen und dem jeweiligen Gebäude ab.

Honorar bei Einzelleistungen

Bei Einzelleistungen kann das Honorar frei vereinbart werden, vorausgesetzt es liegt zwischen dem Mindest- und Höchstsatz der HOAI. Alternativ können einzelne Leistungen auch mittels der Honorarberechnungsmethode gemäß HOAI bezahlt werden. Bei dieser Methode müssen für jede Leistung die anzurechnenden Kosten ermittelt werden; gerade bei Teilleistungen erweist sich diese Variante jedoch als aufwändig.

Um Geld zu sparen, kann der Auftraggeber die Aufgabenbereiche auch an Generalunternehmer abgeben oder Teilleistungen der Leistungsphase 5 selbst übernehmen.

Mängel bei der Ausführungsplanung

Tritt in der Ausführungsplanung ein Mangel auf, wird dieser häufig erst nach Baubeginn entdeckt – Zeit, den aufgetretenen Mangel zu beheben, hat der Planer in diesem Fall nicht. Ein Mangel kann sich auch vor Baubeginn zeigen, etwa durch Lücken im Leistungsverzeichnis, nicht zugelassene Materialien, Widersprüchen in der Bekanntmachung oder durch Doppelausschreibungen. Auch nicht berücksichtigte Leistungen können als Mangel ausgelegt werden. Ist der Auftrag jedoch schon vergeben, kann der beauftragte Planer nur bedingt reagieren.

Kostenregelung bei Mängeln

Kommt es zu Mängeln bei der Ausschreibung, sind häufig teure Maßnahmen notwendig, um den Schaden zu beheben: Nachtragsaufträge, erhöhte Lohnkosten oder erhöhte Materialkosten. Hierbei handelt es sich oft um sogenannte Sowiesokosten. Sprich, die erhöhten Kosten wären bei korrekter Werkplanung ebenfalls aufgetreten. Der eigentliche Schaden bezieht sich auf die zusätzlichen Kosten, die durch verspätete Aufträge zusätzlich entstehen. Für diese Kosten muss der verantwortliche Planer aufkommen; sie müssen jedoch durch den Auftraggeber nachgewiesen werden. Auch für den Schaden an einem Bauwerk, welcher durch nicht erprobtes / falsches Material entstanden ist, muss der Planer aufkommen. In diesem Fall muss der AG ebenfalls den Schaden nachweisen.

Mängel vermeiden

Um Fehler zu vermeiden, ist ein umfangreiches Verständnis der VOB/A und VOB/C nötig, ebenso sollte der beauftragte Planer relevante DIN-Normen und die Bestimmungen des jeweiligen Landes kennen. Bei Aufträgen des Bundes muss zudem ebenfalls ein angepasstes Regelwerk zu Rate gezogen werden. Orientiert sich die Leistungsphase 5 durchgängig an den genannten Vorgaben, sollte ein Mangel bei einer gewissenhaften Ausführungsplanung nicht auftreten.

Haftung durch mangelhafte Ausführungsplanung

Im Falle eines Mangels kann der Planer zur Rechenschaft gezogen werden, vorausgesetzt der Mangel beruht auf einer unzureichenden Ausführungsplanung. Fehlen wichtige Daten zu Brandschutzverordnungen oder fanden relevanten Details keine Beachtung in der Planung, macht sich der planende Architekt der fehlenden Planung schuldig. Ebenso gelten zusätzliche Kosten durch unsachgemäße Planung als Haftungsgrund. Ein weiterer Haftungsgrund für Architekten sind Verzögerungen der Planung. Wird die Ausführungsplanung nicht bis zu dem vereinbarten Zeitpunkt fertiggestellt, sodass es zu Verzögerungen im gesamten Projekt kommt, haftet der Architekt.

Rolle der Bauherren bei Mängeln

Obwohl dem Architekten die Rolle des Planers obliegt, fällt ihm die Schuld bei offensichtlichen Fehlern in der Planung nur zum Teil zu. Auch der Bauherr besitzt Verantwortung bei der Auftragsplanung, die Aufgabe der Fehlervermeidung liegt vor allem bei ihm. Hätte dem Auftraggeber der Mangel auffallen müssen, haftet der Architekt nur in der Höhe seines Verschuldens. Somit ist auch der Auftraggeber in der Pflicht, die Auftragsplanung genau zu prüfen.

Haftung vermeiden

Dementsprechend bedeutend ist eine genaue Beschreibung von Entwurfs- und Genehmigungsplanung sowie die detaillierte Zeichnungen des Projektes. Selbst selbstverständliche und somit vermeintlich banale Aspekte müssen in den Planungsunterlagen aufgenommen werden.

Beispiel: mangelhafte Ausführungsplanung

Angenommen, der Architekt verzichtet auf eine eingehende Beschreibung des Projekts, weil er der Annahme ist, dass er auch die Bauleitung bei der Umsetzung des Projektes übernimmt. In diesem Fall geht er davon aus, dass er selbstverständliche Arbeiten auch mündlich an die ausführenden Bauarbeiter und Subunternehmer weitergeben kann. Die Rechtsprechung lehnt diese Begründung jedoch ab, sodass sich der Architekt in diesem Fall der fehlenden Planung schuldig, was zur Haftung für Ausführungsmängel führt.