DIN-Norm

DIN-Normen sind nicht verpflichtende Empfehlungen, die auf gesicherten wissenschaftlichen und technischen Ergebnissen sowie Erfahrungswerten beruhen. Die Erstellung von DIN-Normen erfolgt durch Arbeitsausschüsse, die im DIN, dem Deutschen Institut für Normung e. V. angesiedelt sind.

Definition DIN-Norm

Laut Definition ist eine DIN-Norm ein privates Regelwerk mit Empfehlungscharakter, in dem sowohl materielle als auch immaterielle Gegenstände vereinheitlicht werden. DIN-Normen sind nicht verpflichtend, die Einhaltung der festgelegten Standards erfolgt auf freiwilliger Basis. Der Prozess der Normung kann durch sogenannte interessierte Kreise initiiert werden. Bei den interessierten Kreisen handelt es sich in der Regel um Unternehmen aus der deutschen Wirtschaft.

Allgemeine Informationen zu DIN-Normen

Die Definition als sogenannte "private Regelwerke mit Empfehlungscharakter" bedeutet, dass eine DIN-Norm angewendet werden kann, aber nicht muss.

Alle fünf Jahre unterziehen sich Normen einer Prüfung auf Aktualität. Sollte sich herausstellen, dass sie nicht dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, werden sie überarbeitet oder zurückgezogen. Im Falle eines Streitfalls, kann dies gegebenenfalls durch einen Gutachter oder Sachverständigen widerlegt oder bestätigt werden.

Kennzeichnung mit Normnummern

Zur Kennzeichnung erhält jede DIN-Norm eine eigene Nummer, die sogenannte DIN-Nummer. Mithilfe dieser Normnummer lässt sich der Ursprung der Norm erkennen.

Besteht eine Norm aus mehreren Teilen, so unterteilt ein Bindestrich den Normenteil von der Normmnummer: DIN 14093-1. Früher erfolgte die Kennzeichnung über einen Zusatz: „Teil 1“ oder „T1“. Einige Normen sind zudem mit einem Ausgabedatum versehen, welches ein Doppelpunkt kennzeichnet: DIN 14093:2013-01. Diese Normung stammt aus dem Januar 2013.

Verbindlichkeit von DIN-Normen

Trotz ihres allgemein unverbindlichen Charakters werden die DIN-Normen regelmäßig vom Gesetzgeber und in der Rechtsprechung angewendet. Zudem ist es üblich, DIN-Normen in Verträgen beispielsweise zur Ausführung bestimmter Arbeiten oder Produkte als verpflichtende Grundlage aufzunehmen.

Durch Normen geregelte Bereiche

Normen sind überall anzutreffen. So formen DIN-Normen beispielsweise einen festen Bestandteil bei diversen Bauarbeiten, damit Dächer dicht und Treppen sicher sind. Im Hochbau sorgen Normungen dafür, dass geeignete Materialien verwendet werden. Auch im Bereich von Maschinentechnik und Maschinenbau unterstützen Normen, damit Anlagen und Maschinen den höchsten Sicherheitsstandards entsprechen.

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Umfang des DIN-Normenwerks

Bis zum Jahr 2012 wuchs die Zahl der gültigen DIN-Normen auf über 33.000 Stück. Derzeit finden sich im Normenwerk etwa 34.500 DIN-Normen. Dabei machen Normen aus den Fachgebieten Maschinenbau, Luft- und Raumfahrttechnik, Informationstechnik, Feinmechanik und Bauwesen eine große Rolle: So stammen jedes Jahr rund 2.000 neue DIN-Normen aus diesen Bereichen. Eine etwa gleichgroße Anzahl wird jedoch jährlich wieder verworfen. Mittlerweile ist der Anteil der nationalen Normen am gesamten DIN-Normenwerk rückläufig, da zunehmend internationale und europäische Normen in das Normenwerk aufgenommen werden. Deren Anteil beträgt zurzeit etwa 75 % des gesamten Bestandes des DIN-Normenwerks.

Entstehung einer Norm

Neuen Normungen liegt die sogenannte Normungsarbeit zu Grunde. Grundsätzlich kann jeder diesen Normungsprozess beim Deutschen Institut für Normung e.V. beantragen. Hierfür ist lediglich ein formloser Normungsantrag mit Begründung und konkreten Vorschlägen für eine Normung nötig. Ist der Bedarf erkannt und die Finanzierung gesichert, entwickelt sich der Vorschlag zu einem Normungsprojekt.

Anschließend erarbeitet ein Ausschuss mit Fachleuten aus dem interessierten Kreis einen Norm-Entwurf, welcher veröffentlicht wird. Dadurch erhalten Öffentlichkeit sowie andere Unternehmen die Möglichkeit, innerhalb von vier Monaten zu diesem Entwurf Stellung zu nehmen. Danach berät der Ausschluss maximal drei weitere Monate über eventuelle Eingaben. Strittige Punkte müssen gegebenenfalls durch ein Schlichtungsverfahren geregelt und behoben werden. Erst, wenn alle Streitpunkte erfolgreich beseitigt sind, erfolgt die endgültige Veröffentlichung der neuen DIN-Norm.

Der Normungsprozess unterliegt ebenfalls einer DIN-Norm, die den detaillierten Ablauf des Normungsprozesses regelt: DIN 820-4 „Normungsarbeit – Geschäftsgang“.

Weitere Erklärung zur DIN-Norm: Geschichte

Das Deutsche Institut für Normung e. V. wurde im Mai 1917 zunächst als "Normenausschuss für den Maschinenbau" gegründet. Die Gründung erfolgte aus der Notwendigkeit heraus, die Materialbeschaffung im Ersten Weltkrieg zu vereinheitlichen. Im Dezember 1917 fand die Umbenennung in „Normenausschuss der deutschen Industrie“ (NDI) statt. Die Veröffentlichung der ersten DIN-Norm folgte am 1. März 1918: DIN 1 - Kegelstifte. Sie hatte bis zu 1992 bestand, bis sie durch die europäische EN 22339 ersetzt wurde. 1926 wurde eine erneute Namensänderung in Deutscher Normenausschuss vorgenommen. Das heutige Deutsche Institut für Normung e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der sich hauptsächlich durch den Verkauf der Normen sowie durch Beratungsleistungen finanziert.

Unterschiede zwischen DIN, EN und ISO

DIN, EN und ISO – drei Begriffe, die bestimmte Normen bezeichnen. Prinzipiell hat jedes europäische Land seine eigenen Normen, so auch Deutschland. Wie bereits erwähnt, steht DIN für das Deutsche Institut für Normung. EN geht eine Ebene höher, sie steht für europäische Normen und gehört neben der DIN in Deutschland zu den bekanntesten Normungen. ISO hingegen steht für „International Organization for Standardization“ und vertritt internationale Normen mit mechanischem Hintergrund.

DIN-EN-ISO: Kombinationen

Viele nationale Produkte und Prozesse tragen mehr als nur eine Auszeichnung, da sie zusätzlich europäischen sowie internationalen Standards entsprechen. Um solch einen weiteren Zusatz zu erhalten, muss ein Mitglied der jeweiligen Normungsorganisation die Norm vorschlagen. Anschließend unterzieht sie sich einer standardisierten Prüfung. Entspricht sie den Anforderungen, erhält sie den Zusatz.

Bezug von DIN-Normen und Norm-Entwürfen

Alle gültigen und zurückgezogenen Normen sowie Entwürfe lassen sich über die Webseite des Deutschen Instituts für Normung e.V. (www.din.de) kostenlos recherchieren. Einzelne Normen lassen sich zudem über die Website kostenpflichtig bestellen. Grundsätzlich unterliegen DIN-Normen dem Urheberrechtsschutz. Werden Normen im Wortlaut in eine Rechtsnorm übernommen und abgedruckt, sind sie als amtliche Werke vom Urheberrechtsschutz freigestellt. Diese Regelung gilt seit 2003. Einzelne DIN-Normen, die ein bestimmtes Sachgebiet betreffen, werden als Normen-Sammlungen zusammengefasst, als DIN-Taschenbuch im Buchhandel angeboten und in Bibliotheken zur Ausleihe zur Verfügung gestellt. Für die private Nutzung stehen einzelne DIN-Normen nach § 53 des Urheberrechtsgesetzes (UrhG) unter bestimmten Voraussetzungen genehmigungsfrei zur Verfügung.

Kostenlose Einsicht in DIN-Normen

In der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt am Main und Leipzig sowie an über 90 weiteren sogenannten Auslegestellen können DIN-Normen von jedermann kostenlos eingesehen werden. Eine Anfertigung von Kopien, auch in Auszügen, ist allerdings nicht möglich beziehungsweise kostenpflichtig.