Berichtigung einer Bekanntmachung

Bei Vergaben von öffentlichen Ausschreibungen können durchaus fehlerhafte Informationen auftreten. Diese müssen von der Auftraggeberseite in einer Berichtigungsbekanntmachung umgehend korrigiert werden.

Was ist eine Berichtigung einer Bekanntmachung?

Treten in einem laufenden Ausschreibungsverfahren einzelne oder mehrere fehlerhafte Informationen beziehungsweise Angaben auf, so ist der oder die öffentliche Auftraggeber:in dazu verpflichtet, diese Fehler zu korrigieren. Denn wenn Angaben beispielsweise mehrdeutig oder intransparent sind, handelt es sich um einen Vergabeverstoß. Diese Korrektur geschieht im Rahmen einer Berichtigung der Bekanntmachung. Die Berichtigungspflicht gilt sowohl für nationale, als auch EU-weite Ausschreibungen.

Was ist bei einer Berichtigungsbekanntmachung zu beachten?

Auftraggeber und Auftraggeberinnen müssen darauf achten, dass die Berichtigung einer Bekanntmachung grundsätzlich in demselben Medium vorgenommen werden muss, in dem der Fehler begangen wurde. Wenn der Fehler beispielsweise im Bekanntmachungstext entdeckt wurde, muss auch dieser Text korrigiert werden. Sollte es zu Mängeln bei den Vergabeunterlagen kommen, müssen diese durch Nachlieferungen berichtigt werden. Zusätzlich wird dabei auch ein Änderungsschreiben benötigt. Außerdem muss beachtet werden, dass den Interessent:innen eine angemessene Fristverlängerung gewährleistet werden muss, sofern die Berichtigung kurz vor Fristablauf vorgenommen wird. Es ist nicht erlaubt, die Korrektur nur gegenüber einer Person bekannt zu machen.

Wie werden EU-weite Bekanntmachungen berichtigt?

Handelt es sich bei der Bekanntmachung um eine EU-weite Ausschreibung, muss die Berichtigung im Wege einer Korrekurbekanntmachung über ein Formular durchgeführt werden. Dieses Formular kann über verschiedene Plattformen so abgeleitet werden, dass nur die neuen Angaben korrigiert beziehungsweise neu ausgefüllt werden müssen, anstatt das gesamte Formular. Die Berichtigung muss anschließend im Supplement des Amtsblattes der EU veröffentlicht werden.

Weitere spannende Artikel

04.01.2024 09:05 | Iris Jansen Veröffentlicht in: Wissenswertes
Wer unvorbereitet in eine Verhandlung stürzt, mag zwar authentisch wirken, aber durchsetzen werden sich Vorbereitungsmuffel eher nicht. Die Strategen hingegen haben gute Chancen, das zu bekommen, was sie sich vorgenommen haben. Die gute Nachricht: Jeder kann zum…
18.01.2024 08:54 | Lorena Lawniczak, Yvonne Düppe Veröffentlicht in: Wissenswertes
Sie wollen Ihren Kundenstamm erweitern und neue Leads generieren? Wir erklären Ihnen, wie das geht und was Sie beachten müssen!
30.10.2023 08:30 | Hannah Simons, Tobias Ogonek Veröffentlicht in: Wissenswertes
Das Vergaberecht ist sehr komplex: Je nach Größe des Auftrags gelten unterschiedliche Regelungen. Zudem regeln verschiedene Gesetzestexte das Vergaberecht. Um den Einstieg in das Vergaberecht zu erleichtern, erklären wir Ihnen die wichtigsten Grundlagen! Zunächst…
25.10.2023 09:19 | Iris Jansen, Tobias Ogonek Veröffentlicht in: Wissenswertes
Wer mit einer Vergabesperre belegt wurde, muss dies nicht immer hinnehmen. Gerade bei Interessenkonflikten können Bieter:innen darauf bestehen, dass ein milderes Mittel als der Ausschluss gewählt wird.
13.07.2023 11:56 | Lorena Lawniczak Veröffentlicht in: Wissenswertes
Trotz voller Auftragsbücher erlebt das Handwerk zur Zeit eine Revolution. Verarbeiten reicht nicht mehr aus – Beratung und Verkauf werden langsam zum Standard.
14.10.2024 15:26 | Hannah Simons Veröffentlicht in: Wissenswertes
Kostenvoranschläge gehören zum Berufsalltag im Handwerk dazu und werden neben der eigentlichen Arbeit erledigt. Dürfen sich Handwerksbetriebe die investierte Zeit bezahlen lassen?