Subunternehmer

Bei einem Subunternehmer handelt es sich um einen eigenständigen Unternehmer, der von einem Generalunternehmer (auch: vorgelagertes Hauptunternehmen) Aufträge erhält. Die Bedingungen sind mit dem beauftragenden Unternehmen vertraglich zu vereinbaren, und zwar in einem Werk- oder Dienstvertrag. Subunternehmer sind vor allem in den Segmenten Handwerk und Dienstleistung anzutreffen.

Subunternehmer: Definition und Haftung

Der ursprüngliche Auftraggeber tritt mit dem Subunternehmer in keine Rechtsbeziehung ein. Auch hat er keine Haftungsansprüche gegen ihn. In der Regel werden solche Punkte vertraglich geregelt und festgehalten. Daraus folgt, dass für den Subunternehmer der Hauptunternehmer haftet. Ist der Subunternehmer Verursacher einer Leistungsstörung, geht die Verantwortung dafür direkt an das Hauptunternehmen über.

Bei Baumängeln kann der betroffene Bauherr seine Ansprüche dem Hauptunternehmer gegenüber geltend machen. Das Hauptunternehmen wiederum ist befugt, diese Ansprüche an den Subunternehmer weiterzugeben und von ihm die Beseitigung der Mängel zu verlangen.

Gründe für den Einsatz von Subunternehmen

Subunternehmer sind hauptsächlich in den Branchen Bauwirtschaft, Logistik, IT, Reise und Tourismus, im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und in der Landwirtschaft anzutreffen. Die Gründe für den Einsatz von Subunternehmen liegen in erster Linie in der Kosteneinsparung, da es sich bei der Auftragsvergabe eindeutig um Outsourcing handelt. Damit entfallen Lohn- und Lohnnebenkosten vollständig; bezahlt wird ausschließlich nach Leistung innerhalb des vertraglichen Rahmens. Darüber hinaus können Auftragsspitzen im Hauptunternehmen durch Subunternehmer aufgefangen werden. Und nicht selten profitiert das Hauptunternehmen von speziellen Kenntnissen der Subunternehmer.

Subunternehmer: Erklärung der Einsatzgebiete anhand konkreter Beispiele

In der Reise- und Tourismusbranche setzen Reiseveranstalter unter anderem einzelne Beförderungsunternehmen als Subunternehmer ein. Auch Reiseleitungen und Beherbergungsbetriebe können in dieser Branche als Subunternehmen fungieren.

Im Öffentlichen Personennahverkehr erbringen die Hauptunternehmen in der Regel nur einen Teil der Beförderungsleistungen. Die restlichen Leistungen werden an unterschiedliche Subunternehmen vergeben. Die EU schreibt vor, dass die Subunternehmer-Quote maximal 50 Prozent betragen darf.

Vorteile

Vor allem Existenzgründer profitieren vom Einsatz eines oder mehrerer Subunternehmer. Häufig können sie erst dann Aufträge realisieren, wenn sie Aufgaben oder Teilaufgaben an Spezialisten auslagern.

Auch Subunternehmer selbst können von ihrer vertraglichen Beziehung zu Hauptunternehmen profitieren. Sie erhalten beispielsweise Zugang zu neuen Kundenkreisen. Darüber hinaus können sie in Projekte mit größeren und komplexeren Aufgabenstellungen eingebunden werden. Auch die Aussicht auf Folgeaufträge steigt im Rahmen des Subunternehmertums signifikant.

Nachteile

Wer als Subunternehmer für lediglich ein Hauptunternehmen tätig ist, wird als Scheinselbstständiger eingestuft. Damit wird die selbstständige Tätigkeit als Subunternehmer fälschlich geführt und ist demzufolge rechtswidrig. Auch aus finanztechnischer Sicht besteht ein erhebliches Risiko.

Weiterführende Erklärung zu Subunternehmer: Merkmale einer Scheinselbstständigkeit

Im Sozialversicherungsrecht gilt ein Scheinselbstständiger als Arbeitnehmer. Er ist verpflichtet, Beiträge für die Sozialversicherung abzuführen. Stellt der Sozialversicherungsträger eine Scheinselbstständigkeit fest, endet die unternehmerische Tätigkeit ohne weitere Frist. Das Gewerbe ist abzumelden, und es besteht keine Kammermitgliedschaft mehr.

Bei der Beurteilung einer Scheinselbstständigkeit greifen folgende Kriterien:

  • Der Subunternehmer ist dem Hauptunternehmer gegenüber weisungsgebunden und wird in dessen Arbeitsorganisation eingegliedert. Der Subunternehmer kann keine eigenen Geschäftsräume vorweisen und tritt in der Arbeitskleidung des Hauptunternehmers auf.
  • Der Subunternehmer ist ausschließlich oder zumindest im Wesentlichen für nur einen Hauptauftraggeber tätig. Der Sozialversicherungsträger setzt dabei als Maßstab einen Umsatz in Höhe von 5/6 des Gesamtumsatzes an.
  • Das Subunternehmen hat keine regelmäßig Beschäftigten mit einem Gehalt von mehr als 400 Euro. Mitarbeitende Familienangehörige werden berücksichtigt, auch wenn deren Gehalt unter dieser Grenze liegt.
  • Das Hauptunternehmen beauftragt den Subunternehmer mit Aufgaben, die auch seine eigenen Mitarbeiter ausführen.
  • Vor Beginn der Selbstständigkeit war der Subunternehmer als Mitarbeiter beim Hauptunternehmer beschäftigt.

Vertragliche Vereinbarungen zwischen Subunternehmer und Hauptunternehmer

Wer Aufträge an einen Subunternehmer vergibt bzw. als Subunternehmer Aufträge annimmt, sollte bereits vor Beginn der Tätigkeit einen Werk- oder Dienstvertrag ausarbeiten und abschließen.

Der Werkvertrag für Subunternehmer

Bei einem Werkvertrag handelt es sich um ein gegenseitiges Vertragsverhältnis. Der Werkunternehmer verpflichtet sich, das versprochene Werk herzustellen, der Werkbesteller verpflichtet sich, den vereinbarten Werklohn zu zahlen. In §§ 631 ff. des BGB sind die rechtlichen Normen zum Werkvertrag festgehalten.

Vergütung

Der Werkunternehmer schuldet beim Werkvertrag das Erreichen eines festgelegten und zuvor vereinbarten Zieles oder Erfolgs. Dabei geht der Werkunternehmer mit der Herstellung in Vorleistung, sofern nichts anderes vereinbart wurde. Die Vergütung wird erst fällig, wenn das Werk durch den Werkbesteller abgenommen wurde. Gleichzeitig beginnt die Gewährleistungsfrist. Liegen Sachmängel vor, haftet der Werkunternehmer gegenüber dem Werkbesteller. Dabei greifen die Vorschriften der Sachmängelhaftung.

Kündigung

Solange das vereinbarte Werk nicht vollendet wurde, können beide Parteien den Werkvertrag jederzeit kündigen. Kündigt der Werkbesteller, hat der Werkunternehmer einen Anspruch auf seine Vergütung, reduziert um die sogenannten "ersparten Aufwendungen".

Erfahren Sie Tipps und Tricks rund um das Thema öffentliche Vergabe. Fragen Sie einfach unverbindlich eine Schulung an. Unsere Experten beraten Sie gerne.

Schulung unverbindlich anfragen

Bei uns finden Sie alle relevanten Ausschreibungen, passend für Ihre Branche und Ihr Angebot. Suchen Sie jetzt nach für Sie interessanten Aufträgen.

Aufträge suchen

Erhalten Sie Tipps und Tricks für die Auftragsgewinnung zum Nachlesen. Nutzen Sie unser kostenloses E-Book und kurbeln Sie Ihren Vertrieb an.

Kostenloses E-Book erhalten