Auslobungsverfahren

Nach § 103 Abs. 6 GWB bezeichnet ein Auslobungsverfahren einen Wettbewerb, der dem Auftraggeber mithilfe einer Beurteilung eines Preisgerichts zu einer Planung verhelfen soll. Preise können dabei ausgelobt werden.

Definition: Was ist ein Auslobungsverfahren?

Ein Auslobungsverfahren beschreibt einen Wettbewerb, der dem Auftraggeber – in diesem Zusammenhang auch Auslobender genannt – zu einem Plan oder einer Planung verhelfen soll. Die vergleichende Beurteilung des Wettbewerbs erfolgt durch ein Preisgericht, die Bewertung kann mit oder ohne eines Preises erfolgen.

Auftraggeber nutzen Auslobungsverfahren in unterschiedlichen Bereichen, vor allem jedoch in der Raumplanung, Städteplanung, Architektur- und Ingenieurleistugnen sowie Datenverarbeitung / Datendesign.

Auslobungsverfahren werden vor oder ohne ein Vergabeverfahren ausgeführt.

Teilnehmer am Auslobungsverfahren

Bei einem Auslobungsverfahren nehmen diverse Parteien teil.

  • Auslober: Private oder öffentliche Auftraggeber, die den Wettbewerb ausschreiben. Er definiert die Aufgabe, lobt das Verfahren aus, bestimmt die Verfahrensart und beruft das Preisgericht.
  • Teilnehmer: Natürliche und juristische Personen, die den Anforderungen für eine Teilnahme entsprechen.
  • Preisgericht: Ein unabhängiger Berater des Auslobers, er unterstützt bei der Vorbereitung sowie der Auslobung des Wettbewerbs. Es entscheidet über die Wettbewerbsarbeiten und beteiligt sich bei der Vermittlung des Ergebnisses.
  • Architekten und Ingenieurkammern: Sie wirken an dem Verfahren mit und registrieren den Wettbewerb.
  • Weitere Beteiligte: Weitere Wettbewerbsbetreuer, die die Interessen des Auslobers wahrnehmen und an der Erstellung sowie der Organisation und Durchführung teilnehmen. Auch Sachverständige können zur Beratung hinzugezogen werden.

Vorteile des Wettbewerbs

Wettbewerbe verfolgen das Ziel, Alternativen für Lösungen von Planungsaufgaben aufzuzeigen. Dabei bietet der offene Wettbewerb dem Auslobenden eine größtmögliche Lösungsvielfalt für seine Planungsaufgaben. Nachhaltiges Planen und Bauen werden mittels Auslobungsverfahren gefördert, gerade mit Hinblick auf ästhetische, technische, ökologische, ökonomische sowie soziale Qualität.

Auslobungsverfahren in der Vergaberechtsreform 2016

In § 99 Absatz 1 GWB deklarierte Auslobungsverfahren als Teil der öffentlichen Aufträge – in der Vergaberechtsreform 2016 wurde jedoch festgelegt, dass Auslobungsverfahren die zu Dienstleistungsaufträgen führen sollen, nicht mehr unter öffentlichen Aufträge fallen.

Bei Wettbewerben oder Teilnahmewettbewerben handelt es sich im neuen Vergaberecht um eigenständige Verfahren, die der öffentlichen Hand bei der Planung helfen.

Planungswettbewerbe bei Architekten und Ingenieuren

Auslobungsverfahren beziehungsweise Planungswettbewerbe finden nach UVgO zudem im Bauwesen Anwendung. Bei Ingenieur- und Architektenleistungen dienen sie dem Ziel, alternative Vorschläge auf Basis veröffentlichter Richtlinien für die Planung zu erhalten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass der Auftraggeber sich für die beste Lösung der zu planenden Leistung entscheidet. Gleichzeitig stellt der Wettbewerb die Qualität und die Förderung der Baukultur sicher.

Gängige Anwendungsbereiche von Planungswettbewerben

Auslobungsverfahren im Bauwesen finden vor allem in folgenden Bereichen Anwendung:

  • Raumplanung
  • Städtebau
  • Brückenbau
  • Hochbau
  • Landschafts- und Freiraumplanung

Regelungen bei Planungswettbewerben

Entscheidet sich ein Auftraggeber dazu, bei den Leistungen von Architekten und Ingenieuren ein Auslobungsverfahren durchzuführen, muss er bei der Ausführung die Richtlinien für Planungswettbewerbe (RPW) anwenden und seine Entscheidung dokumentieren.