Leasing

Im zivilrechtlichen Sinn handelt es sich beim Leasing um einen Nutzungsüberlassungsvertrag oder um einen atypischen Mietvertrag. Im Bereich der öffentlichen Kommunikation wird der Begriff "Leasing" jedoch in erster Linie als Finanzierungsalternative verstanden. Dabei wird das zu leasende Objekt vom Leasinggeber organisiert und finanziert und dem Leasingnehmer zur Nutzung gegen Zahlung eines vereinbarten Entgelts überlassen.

Leasing: Definition

Eine übereinstimmende Leasing Definition besteht weder in der Literatur noch in der Wirtschaftspraxis.

Abgrenzung des Begriffs "Leasing"

Leasingverträge weisen ähnliche Charakteristika auf wie Mietverträge. Der Unterschied besteht darin, dass die im Mietvertrag geschuldeten Leistungen zur Instandsetzung und Wartung sowie der Anspruch auf Gewährleistung auf den Leasingnehmer übertragen werden. Die Sach- und Preisgefahr trägt der Leasingnehmer; somit handelt es sich beim Leasingvertrag um einen atypischen Mietvertrag.

Weitere Erklärung zu Leasing: Klassifikationen

Klassifikation nach dem Leasinggeber

Hersteller-Leasing:

Der Leasinggeber ist hier der Hersteller des Leasingobjektes. In der Praxis ist diese Konstellation nicht zu finden, da Hersteller in der Regel eigene Leasing-Gesellschaften als Tochterunternehmen unterhalten. Diese Konstellation ist typisch für die Leasing-Gesellschaften großer Automobil-Hersteller. Ein Leasingunternehmen, das den Namens eines Herstellers trägt, muss nicht dessen Tochterunternehmen sein.

Leasing per Leasing-Gesellschaft ohne Herstellerbindung

Der Leasinggeber ist in diesem Fall eine rechtlich selbstständige Leasing-Gesellschaft, die keine Interessensverbindung zu einem Hersteller hat. Hier handelt es sich um eine sogenannte Dreiecksbeziehung. Das Leasingobjekt wird durch den Leasinggeber finanziert und zieht daraus seinen Gewinn. Das Leasen eines Fuhrparks mit Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller kann in der Regel nur über freie Leasinggesellschaften vereinbart werden. Die Leasinggesellschaften können unterschiedliche Interessen verfolgen. Während ein einem Hersteller verpflichteten Leasingunternehmen Interesse am Verleasen neuer Leasingobjekte zeigt, erwirtschaften ungebundene Leasinggesellschaften Gewinne bei einer Vertragsverlängerung. Die Leasinggesellschaften großer Hersteller genießen in den meisten Fällen den Vorteil des besseren Zugangs zu günstigen Finanzmitteln am Kapitalmarkt. Diese Vorteile werden häufig für die Absatzförderung in Form attraktiver Leasingangebote weitergereicht.

Klassifikation nach dem Leasingnehmer

Hier wird ausschließlich zwischen privatem und gewerblichem Leasing unterschieden. Staatliche Institutionen, Freiberufler, Vereine etc. gehören weder zur Gruppe der Privatpersonen noch zu den Gewerbetreibenden. Dennoch werden sie in der Regel den gewerblichen Leasingkunden zugeordnet.

Klassifikation nach spezifischen Vertragsverhältnissen

Sale and Lease-Back

Bei dieser Leasing-Vertragsart verkauft das jeweilige Unternehmen bestimmte Objekte aus seinem Eigentum an eine Leasing-Gesellschaft und schließt mit ihr über diese Objekte einen Leasing-Vertrag ab. Das Unternehmen gewinnt auf diese Weise kurzfristig Liquidität und profitiert gegebenenfalls von Bilanz- und Steuervorteilen. Die kontinuierliche Belastung durch die Leasingraten kann sich als Nachteil für die Liquidität erweisen.

Großobjekt-Leasing

Zu den Großobjekten zählen zum Beispiel Verkehrsflugzeuge. Für diese wird eine Leasinggesellschaft ins Leben gerufen, die ausschließlich dieses eine Leasingobjekt verleast und für die komplexe Beschaffungsfinanzierung verantwortlich ist.

Klassifizierung nach den Leasingobjekten

Die übliche Unterteilung besteht aus:

  • Immobilienleasing
  • Mobilienleasing
  • Fahrzeug-Leasing als spezielle Variante des Mobilienleasing
  • Flottenleasing als spezielle Variante des Fahrzeug-Leasing

Klassifizierung nach dem Ort des Geschäftssitzes von Leasingnehmer und Leasinggeber

Inländisches Leasing

Diese übliche Konstellation - die Vertragspartner haben ihren Sitz im selben national-staatlichen Steuerraum - trägt in der Regel keine besondere Bezeichnung. Gelegentlich wird sie als Domestic-Leasing bezeichnet.

Cross-Border-Leasing

In diesem Fall haben die Vertragspartner ihren Sitz in unterschiedlichen Ländern. Gelegentlich erlaubt die unterschiedliche steuerliche Behandlung des Leasing steuersparende Optionen, allerdings werden sie in der Regel durch die Behörden in den beteiligten Ländern nach gewisser Zeit unterbunden.

Weitere Klassifizierungen

  • nach der Vertragsbeziehung (direkt oder indirekt)
  • nach dem Vertriebsweg (direkter Vertrieb oder Vendor-Leasing
  • nach dem Objektwert (Small- oder Big-Ticket-Leasing

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