Indirekte Beschaffung

Unter indirekte Beschaffung versteht man den Produkterwerb über zwischengeschaltete Absatzorgane, beispielsweise einen Großhändler. Eine Alternativbezeichnung formt der Begriff indirect procurement.

Definition: Was ist eine indirekte Beschaffung?

Bei der indirekten Beschaffung erfolgt der Einkauf der benötigten Waren über einen oder mehrere Lieferanten beziehungsweise Händler, die die Ware entweder über einen Händler oder direkt beim Erzeuger beschaffen. Die indirekte Beschaffung fällt zusammen mit der direkten Beschaffung unter die Beschaffungswege.

Beispiel einer indirekten Beschaffung

Von einer indirekten Beschaffung wird gesprochen, wenn ein Unternehmen einen Auftrag zur Lieferung von Beleuchtung ausschreibt und das Angebot eines Zwischenhändlers annimmt. Die Warenlieferung kommt somit nicht direkt vom Hersteller, sondern über einen Umweg.

Vor- und Nachteile der indirekten Beschaffung

Anders als bei dem Einkauf direkt beim Hersteller, ist der Erwerb von kleineren Mengen beim Zwischenhändler problemlos möglich. Zudem ist ein persönlicher Kontakt zum Händler durch die örtliche Nähe in der Regel einfacher. Bei der indirekten Beschaffung kommen zudem häufig keine beziehungsweise nur geringe Lieferkosten auf. Generell mag der Preis zwar höher als beim Hersteller sein, dafür entstehen durch den Konkurrenzdruck jedoch eventuelle Preisvorteile.

Zwischenhändler bieten häufig eine Vielzahl an Produkten an, sodass er eventuell über weniger Produktwissen verfügt. Dementsprechend hoch ist das Risiko, dass produktspezifische Fragen unbeantwortet bleiben. Durch das fehlende Wissen tritt auch die Gefahr auf, dass der Händler das Produkt falsch gelagert hat, wodurch Schäden am Artikel entstanden sein können. Auch das mehrfache Auf- und Abladen des Artikels erhöht die Wahrscheinlichkeit eines Defekts.