Sonnenschutz auf der Baustelle

Laut einer Umfrage der BG Bau sind die Beschäftigten auf den Baustellen oftmals nicht ausreichend vor UV-Strahlung geschützt.

Der Sonnenschutz auf Baustellen ist meist unzureichend - das Hautkrebsrisiko steigt! © WestPic / stock.adobe.com

Die gesundheitlichen Risiken sind bekannt: Über 90 Prozent der befragten Beschäftigten in der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen wissen, welche Auswirkungen ein Übermaß an ultravioletten Strahlen auf die Haut haben kann. Dies belegt eine Umfrage der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG BAU) in Zusammenarbeit mit dem Institut für Arbeit und Gesundheit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (IAG). Doch viele Beschäftigte haben Probleme damit, dieses Wissen auch im stressigen Alltag auf der Baustelle umzusetzen.

Laut Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention der BG BAU, ist nicht das Warum heutzutage das Problem beim persönlichen Sonnenschutz, sondern das Wie. Insgesamt wurden 2500 Beschäftigte der Bauwirtschaft und den baunahen Dienstleistungen befragt. Davon sagten 95 Prozent, dass sie über die negativen Auswirkungen von ultravioletten Strahlen Bescheid wissen. 85 Prozent gaben sogar an, dass die den Sonnenschutz bei Arbeiten unter freiem Himmel wichtig finden.

Die Teilnehmer sprechen aus Erfahrung: Über vier Fünftel der an der Umfrage Teilnehmenden arbeiten mehr als 50 Tage zwischen April bis September im Freien. Sie haben daher ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Im Frühjahr diesen Jahres gab die BG BAU bekannt, dass im Jahr 2020 der weiße Hautkrebs die häufigste angezeigte Berufskrankheit war. Die Tendenz sei steigend, so der BG Bau.

„Die Zahlen zeigen deutlich, dass das Bewusstsein für die Risiken ultravioletter Sonnenstrahlen vorhanden ist – und das über alle Branchen und Gewerke sowie alle Altersstufen hinweg. Aber praktische Probleme, mangelndes Wissen sowie fehlende Routinen verhindern die konstante Anwendung von Schutzmaßnahmen“, sagt Arenz. 60 Prozent der Beschäftigten nutzt Sonnencremes und gut 15 Prozent trägt lange Kleidung. „Bei der Verwendung von Sonnencremes beklagten einige die fehlende Zeit zum Eincremen oder den Staub und Dreck, der auf den Hautflächen haften bleibt. Und vielen Menschen ist es unter der langen Kleidung einfach zu heiß. Die Beschäftigten wünschen sich Lösungen, die optimal auf ihre Praxis abgestimmt sind“, erläutert Arenz.

Im Arbeitsschutz gilt das „TOP-Prinzip“. Das heißt, technische und organisatorische Maßnahmen haben immer Vorrang vor persönlichen Schutzmaßnahmen. Das kann beim Thema Sonnenschutz beispielsweise bedeuten, Sonnensegel oder Sonnenschirme auf den Baustellen aufzustellen. Dies geschieht zurzeit noch nicht in ausreichendem Maß. Laut der Umfrage bieten derzeit aber nur 21 Prozent der Unternehmen ihren Mitarbeitern einen ausreichenden Schutz vor Sonneneinstrahlung. Das wäre gerade für die Pausenzeiten ideal und würde keinen großen Aufwand bedeuten. Der BG BAU unterstützt die Unternehmen bei den Anschaffungskosten für die Sonnenschutzmaßnahmen. Zudem können Unternehmen im Sommer darauf achten, dass die Beschäftigten nicht zu lange intensiver Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Sie könnten beispielsweise im Wechsel in der Sonne und im Schatten arbeiten.

Doch nicht immer greifen technische oder organisatorische Maßnahmen. Selbst beim Arbeiten im Schatten kann durch Reflexionen und Streuungen immer noch bis zu 50 % der UV-Strahlung vorhanden sein. Deshalb sind persönliche Schutzmaßnahmen - wie etwa das Tragen von Kühlkleidung, UV-Schutzkleidung, Kopfbedeckungen, UV-Schutzbrillen und Verwendung von Sonnenschutzmitteln - sinnvolle Ergänzungen. Die Anschaffung von Funktionskleidung fördert die BG BAU durch die Arbeitsschutzprämien.
Insgesamt gibt es also gute Möglichkeiten, die Beschäftigten vor UV-Strahlung zu schützen. Positiv zu bewerten sind auch die Umfrageergebnisse. Sie zeigen, dass Thema Sonnenschutz in den Köpfen der Menschen angekommen ist“, so Arenz.

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