Verhandlungsbasis (VHB)

VHB steht für "Verhandlungsbasis". Häufig ist dieses Kürzel an einem Angebot eines Produktes oder einer Leistung zu finden und zeigt, dass kein Festpreis genannt ist. Der Preis ist somit verhandelbar. Anbieter und Nachfrager besitzen einen Verhandlungsspielraum, in dessen Rahmen sie über ihre abweichenden Preisvorstellungen verhandeln können. Wesentliche Bestandteile aller Verhandlungen sind die Zielvorstellungen, Maximalforderungen und Abbruchpunkte.

Definition: Was heißt Verhandlungsbasis?

Als VHB (Verhandlungsbasis) wird der Preis bezeichnet, den Verkäufer mindestens erzielen und Käufer höchstens bezahlen möchten. Es handelt sich um den Preis bei Verhandlungen über Dienstleistungen oder Güter. Darüber hinaus ist unter Verhandlungsbasis im Allgemeinen die Basis für jede Art von Verhandlungen zu verstehen. In manchen Fällen wird der Begriff auch mit „VB“ abgekürzt.

Abbruchpunkt der Preisverhandlung

Während der Verhandlung zielen Verkäufer und Käufer darauf ab, ihre voneinander abweichenden Preisvorstellungen bzw. Zielpreise durchzusetzen. Der tatsächliche Preis soll dabei so weit wie möglich in Richtung des Abbruchpunktes des Verhandlungspartners verschoben werden.

Als Abbruchpunkt wird der Preisvorschlag genannt, zu dem die verhandelnden Parteien nicht mehr bereit sind, das jeweilige Geschäft abzuschließen. Dabei geht ein Käufer vom Mindestpreis aus, also von einem niedrigeren Nachfragepreis. Der Verkäufer dagegen zielt auf einen möglichst hohen Angebotspreis bzw. Höchstpreis ab.

Unterschied: Verhandlungsbasis und Verhandlungssache

Neben der Abkürzung VHB wird auch häufig VHS bzw. VS verwendet, dies steht für den Begriff Verhandlungssache. Während bei der Verhandlungsbasis ein Basispreis genannt wird, so fehlt dieser bei der Verhandlungssache. In diesem Fall hat der Verkäufer keine genaue Preisvorstellung, sodass dem Käufer genaue Anhaltspunkte für ein Angebot fehlen. Trotz der unterschiedlichen Bedeutung werden Angebote auf online Verkaufsplattformen oft fälschlicherweise ohne Preis, dafür mit VHB angegeben. An dieser Stelle müssten die Anbieter auf VS zurückgreifen.

Erklärung zur VHB: rechtliche Aspekte

Wird ein Preis im Angebot als Verhandlungsbasis bezeichnet, gilt derjenige Preis als Kaufpreis, dem sowohl Käufer als auch Verkäufer zugestimmt haben. Dies ist festgelegt im § 433 Abs. 2 BGB.

Es kommt allerdings auch vor, dass ein Käufer den als VHB genannten Preis ohne Verhandlung akzeptiert. In diesem Fall greift der vertragliche Mindestinhalt eines Kaufvertrags nach § 433 BGB. Die einfache Zustimmung des Verkäufers reicht aus, damit der Kaufvertrag zustande kommt.

Wirtschaftliche Aspekte der VHB

Die Verhandlungsbasis ist unter anderem im Rahmen des Feilschens auf Marktveranstaltungen wie Basaren bekannt. Bei Händlern in Schwellen- und Entwicklungsländern gehört das Feilschen um einen Preis zum Usus. Die Verkäufer nennen traditionsgemäß einen sogenannten Mondpreis, also einen überhöhten Ausgangspreis. Geübte Käufer reagieren darauf mit der Hälfte des Preises als Kaufangebot. Damit ist die Verhandlung eröffnet.

In der Regel orientieren sich die Verkäufer an ihrem ersten Eindruck über die Person des Verhandlungspartners, bevor sie die Höhe ihres Ausgangspreises nennen.

Die Verhandlungsbasis in Europa und den USA

In den USA und in Europa findet sich Preise auf Verhandlungsbasis in erster Linie auf Floh- und Wochenmärkten sowie bei Angeboten in Kleinanzeigen. Auch bei hochpreisigen Verkaufsobjekten wie Immobilien und gebrauchten Fahrzeugen wird im Angebot häufig ein verhandelbarer Preis genannt.

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