Serielles oder elementiertes Bauen?

Die Bauweise der Zukunft – Das Baugewerbe diskutiert, welche Bauweise sich am besten eignet, um dem Mangel an Wohnraum in Deutschland und dem Klimawandel zu begegnen.

Seriell oder elementiert? © Lotfi MATTOU / stock.adobe.com

"Wir glauben, dass die Bauwirtschaft grüner, digitaler und nachhaltiger werden wird – und das erreichen wir nur durch innovatives Bauen. Nachhaltiges Bauen und digitale beziehungsweise integrale Prozesse sind die zwei Seiten einer Medaille für das innovative Bauen der Zukunft", erklärt Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB), anlässlich einer Veranstaltung des Bauministeriums in Berlin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Zwischenfazit zum seriellen Bauen im Rahmen der Wohnungsbauoffensive der Bundesregierung. Über das standardisierte Bauverfahren ist es möglich, Wohnungen einheitlich zu gestalten und mit industriell oder seriell vorgefertigten Teilen aus unterschiedlichen Materialien zu bauen. Beim seriellen Bauen gibt es zwei Wege: Einerseits die konventionelle Bauweise mit optimierten Wohnungsgrundrissen und hohem Wiederholungsgrad, bei der Fertigelemente verbaut werden. Andererseits die Modul- beziehungsweise Systembauweise, auch für den Wohnungsbau. Pakleppa sieht im seriellen Bauen allerdings nicht die Lösung für Deutschlands Wohnungsmangel. Im Jahr 2020 ist unter ein Prozent der 300.000 neu geschaffenen Wohnung durch serielles Bauen entstanden. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Bauweise oft mit der Gleichförmigkeit des Plattenbaus in Verbindung gebracht wird. Anders sieht es beim elementierten Bauen aus, das mit dem Wunsch nach Individualität vereinbar ist.

Elementiertes Bauen löst das serielle Bauen ab

Pakleppa ist der Meinung, dass bezahlbares Bauen und Wohnen nur durch elementiertes Bauen erreicht werden kann. Auch hier werden Bauteile im Werk vorgefertigt, doch können diese unterschiedlich verbaut werden. So bleibt der Vorteil der kürzeren Montagezeiten erhalten und mit einer Typisierung von Gebäuden könne so noch kostengünstiger gebaut werden. "Elementiertes Bauen kann dazu beitragen, qualitativ hochwertige Wohnungen schneller an den Markt zu bringen", sagt Pakleppa. Bauteile wie Wände und Decken oder auch komplette Fassaden werden überwiegend in der Werkhalle vorgefertigt und müssen auf der Baustelle nur noch montiert werden. So machen sich neue Eigenheimbesitzer auch ihre Nachbarn nicht direkt zu Feinden, da die Arbeit auf der Baustelle sehr viel schneller abgeschlossen ist. Die Vorfertigung der Einzelteile in den Hallen kann auch im Winter geschehen. Das elementierte Bauen eignet sich zudem bestens zum Zusammenspiel mit digitalen Planungs- und Produktionsmethoden wie Building Information Modeling (BIM). Durch den digitalen Zwilling können Baumängel effektiv vermieden werden, was erschreckende Mehrkosten verhindert, und auch die Umweltbilanz eines Gebäudes kann verlässlich minimiert werden. Durch die Vorfertigung in der Halle werden zudem weniger verschiedene Materialien miteinander vermischt, wodurch nachfolgende Generationen die Materialien einfacher recyceln können. Das elementierte Bauen wird im Vergleich zum seriellen Bauen oft als zu teuer bezeichnet, weil der manufakturähnliche Charakter wegfällt. Im Vergleich zum konventionellen Bauen schafft die industrielle Vorfertigung allerdings bessere Ausführungsqualitäten, vermeidet Termin- und Kostenrisiken, reduziert die Bauzeit und damit den Umfang der Objektüberwachung. Zudem reduziert es die Schnittstellen der Gewerke und vereinfacht die Vertragsabwicklung.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.