Building Information Modeling (BIM)

Building Information Modeling (BIM), auf Deutsch “Gebäudedatenmodellierung”, ist ein Planungs- und Steuerungskonzept. Durch ein intelligentes 3D-Modell wird die Dokumentenverwaltung, Koordinierung und Simulation während des gesamten Lebenszyklus eines Projektes, also von der Planung, über Entwurf und Bauausführung bis hin zu Betrieb und Wartung ermöglicht.

Definition: Was ist BIM?

BIM ist keine Software, sondern beschreibt eine Methode der optimierten Planung, Ausführung und Bewirtschaftung mit Hilfe von Software. Alle relevanten Gebäudedaten werden dazu bestmöglich digital erfasst, kombiniert und vernetzt. Gegenüber herkömmlichen IT-Modellen nutzt BIM deutlich mehr Informationen und schafft eine synchronisierte Datenbasis, auf die alle am Bau Beteiligten zugreifen.

Wo wird BIM eingesetzt?

Das primäre Einsatzgebiet von Building Information Modeling ist der Neubau. Die Methode wird bei der Planung und Dokumentation von Gebäude- und Infrastrukturprojekten eingesetzt. Das Projekt wird detailliert im Building Information Modeling modelliert, sodass es daraufhin analysiert und optimiert werden kann. Alle Beteiligten haben zudem die Möglichkeit, sich schon vor dem Bau ein Bild des fertigen Objektes zu machen. Aber auch bei Bestandsgebäuden birgt BIM einige Vorteile. Nachdem ein Bestands-Modell entwickelt wurde kann der Ist-Zustand besser nachempfunden und analysiert werden.

Welche Chancen bietet Building Information Modeling?

Mit BIM können Planungs- und Bauausführungsteams nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch die nötigen Daten für spätere Betriebs- und Wartungsarbeiten erfassen. BIM-Daten können auch in die Projektplanung und -ressourcen auf Projekt-, Stadt- oder Landesebene einfließen und werden deswegen zunehmend vorgeschrieben. So hat auch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) im Dezember 2015 einen Plan zur stufenweisen Einführung von Building Information Modeling vorgelegt. Laut diesem sind Projekte, die im Zuständigkeitsbereich des BMVI liegen seit 2020 regelmäßig mit Hilfe von BIM zu planen. Der Bund hat Ende Juni 2019 die Einrichtung eines nationalen BIM-Kompetenzzentrums auf den Weg gebracht, um die Digitalisierung des Bauwesens zu optimieren.

Schwierigkeiten für Unternehmen

BIM verändert unumstritten die festgelegten Abläufe in Unternehmen, und zwar sowohl in technischer als auch in organisatorischer und personeller Hinsicht. So führt die Anwendung von BIM auch dazu, dass einzelne Planungsschritte nicht mehr räumlich und inhaltlich getrennt ablaufen und später zusammengeführt werden. Schon das zeigt, dass die Einführung von Building Information Modeling nicht mit dem Kauf einer entsprechenden Software erledigt ist. Auch das Fachwissen wird benötigt, um das Potential der Methode ausschöpfen und die gewünschten Ergebnisse erreichen zu können. Das bedeutet nicht nur, dass eventuell neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen, sondern vor allem, dass das geforderte Knowhow bei den Mitarbeitern durch Schulungen, Workshops oder Pilotprojekte aufgebaut werden muss. In Deutschland gibt es noch keine nationalen BIM-Standards, weshalb es wenige Anbieter für Aus- oder Weiterbildung gibt.