Handwerker müssen höhere Preise verlangen

Der aktuelle Rohstoffmangel und die damit verbundenen Preiserhöhungen sorgen ebenso wie die hohen Energiekosten und das Ende der Mehrwertsteuersenkung dafür, dass Bauen noch teurer wird.

Handwerker müssen höhere Preise für ihre Arbeiten verlangen © Wellnhofer Designs / stock.adobe.com

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Peter Wollseifer, hat für alle Bauherren leider keine guten Nachrichten. Sie müssen sich auf steigende Preise einstellen. Wollseifer betont, dass die Handwerksbetriebe »gar nicht umhinkommen«, die Preise zu erhöhen. Als Grund nannte er Lieferengpässe und Preissprünge bei vielen Rohstoffen, Materialien und Vorprodukten sowie höhere Energiekosten. Schon vor der Pandemie sei der Preisdruck wegen steigender Beschaffungs- und Energiekosten deutlich höher als die offizielle Inflationsrate gewesen. Auch der konjunkturelle Neustart nach dem Lockdown, das Auslaufen der temporären Mehrwertsteuersenkung oder Lieferkettenprobleme verschärfen den Preisdruck weiter, so Wollseifer.

Minusgeschäft trotz voller Auftragsbücher?

Bei bereits bestehenden Verträgen mit privaten Auftraggebern ließen sich Preissteigerungen nicht komplett an die Kunden weitergeben, sagte Wollseifer. „Aber bei Neuverträgen muss das bei der Kalkulation berücksichtigt werden, wenn die Betriebe nicht von vorneherein ein Minusgeschäft machen wollen. Da unsere Betriebe die Materialien nur so teuer beschaffen können, wie sie angeboten werden, hat das zur Folge, dass die dann produzierten Waren und Leistungen für die Kunden künftig deutlich teurer werden.” Die Betriebe haben derzeit volle Auftragsbücher, aber in vielen Bereichen lohne es sich wegen der hohen Materialkosten gar nicht, die Aufträge auszuführen, so Wollseifer. Denn die Betriebe würden dann ein Minusgeschäft machen.

Privater Wohnungsbau

Wollseifer befürchtet sogar, dass der private Wohnungsbau einbrechen könnte. "Durch die Preiserhöhungen verteuern sich Bauten so stark, dass es auf die Kredite von Bauherrinnen und Bauherren ausstrahlt, und es zunehmend Finanzierungsengpässe gibt." Wenn das Bauen teurer wird, helfen auch die Förderprogramme zum Erwerb von Wohneigentum und für Sanierungen nicht mehr. Sie reichen dann schlichtweg nicht, um die Immobilie zu finanzieren. Die Förderbeiträge sollten erhöht werden um diese Effekte abzumildern, findet Wollseifer.

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