Sanierung öffentlicher Gebäude stark vernachlässigt

Bei vielen öffentlichen Gebäude besteht dringender Sanierungsbedarf. Die Untätigkeit der Länder und Kommunen bedrohe die Klimaziele im Gebäudebereich, mahnt die IG BAU.

Sanierung öffentlicher Gebäude stark vernachlässigt © viappy / stock.adobe.com

In den ersten neun Monaten 2020 hat die staatliche KfW-Bank die energetischen Sanierungsmaßnahmen an rund 15.000 Projekten privater Haushalte mit insgesamt knapp 1,8 Milliarden Euro bezuschusst. Im Bereich „kommunale und soziale Infrastruktur“ hingegen wurden nur 105 energetische Gebäudesanierungen mit einem Volumen von 109 Millionen Euro gefördert. Aus diesem Grund bemängelt die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU), dass die öffentliche Hand zu wenig tut, um die selbst gesetzten Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen. Die Erderwärmung könne nur dann auf 1,5 Grad Celsius begrenzt werden, wenn Staat, Wirtschaft und Gesellschaft eine „Sanierungsoffensive“ starten. Zurzeit sei davon nicht viel zu sehen. Die Bundesregierung hatte eine Sanierungsquote von zwei Prozent erreichen wollen, momentan liegt sie bei etwa einem Prozent.

Baugewerkschaft fordert einen Sanierungsfahrplan der Länder und Kommunen

"Der Staat hat eine wichtige Vorbildfunktion. Die Politik kann nicht energetische Standards immer weiter verschärfen und gleichzeitig die Sanierung eigener klimaschädlicher Gebäude verschleppen", so IG BAU-Bundesvorsitzender Robert Feiger. Insbesondere weil viele öffentliche Gebäude aus den 1970er und 80er Jahren stammen und somit über eine „katastrophale“ CO2-Bilanz verfügen. Die Baugewerkschaft schlägt deswegen einen „Klima-Check“ der 186.000 öffentlichen Gebäude im gesamten Bundesgebiet vor, auf dessen Grundlage Länder und Kommunen einen Sanierungsfahrplan für die eigenen Gebäude aufstellen sollen.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.