Mauerwerk: Die Bauweise der Zukunft?

Mauerwerk ist die beliebteste Bauweise. Sowohl ökologisch als auch ökonomisch ist sie herausragend und somit geeignet, mehrere gesellschaftliche Probleme anzugehen.

Mauerwerk als Bauweise der Zukunft? © Romeofoto / stock.adobe.com

Mit einem Marktanteil von 70,9 Prozent war das Mauerwerk auch 2020 wieder die favorisierte Bauweise im Wohnungsbau. Das zeigen die aktuellen Zahlen des statistischen Bundesamtes. Egal ob Einfamilienhäuser (72,4 Prozent), Doppelhäuser (74,4 Prozent), Mehrfamilienhäuser (68,9 Prozent) oder Studentenwohnheime (54,3 Prozent) – Kalksandstein, Leichtbeton, Porenbeton und Ziegel sind die beliebteste Ressource für Neubauten bei privaten und öffentlichen Bauherren. Der Anteil der überwiegend mit Mauersteinen errichteten Wohnbauten ist seit 2021 um insgesamt 38,5 Prozent gestiegen. Im Bereich Einfamilienhaus konnte in den letzten neun Jahren ein Zuwachs von 7,2 Prozent verzeichnet werden, bei den Doppelhäusern von 30,3 Prozent, bei den Studentenwohnheimen von 97,5 Prozent. Und bei den Mehrfamilienhäusern sogar von 114 Prozent. „Dass wir unsere führende Marktposition verteidigen konnten, liegt vor allem daran, dass Mauerwerk die einzige Bauweise ist, die sowohl bei der Klimaverträglichkeit als auch bei der Wirtschaftlichkeit überzeugt“, so Dr. Ronald Rast, Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau e.V. (DGfM).

Umweltfreundlicher und bezahlbarer Wohnraum

Mauerwerksbauten leisten einen wichtigen Beitrag zur Schaffung von bezahlbarem und klimaverträglichem Wohnraum. Über einen realen Lebenszyklus von 80 Jahren gesehen haben sie den kleinsten ökologischen Fußabdruck. Einer Studie der LCEE zufolge verursachen Mauerbauten rund 4 Prozent weniger CO2-Äquivalente als ein vergleichbarer Holzbau. Dies resultiert zum einen aus der enormen Langlebigkeit und dem geringen Wartungsbedarf, aber auch aus einer überdurchschnittlichen Recyclingquote von 90 Prozent. Durch die Wärmespeicherkapazität des Materials ist der Energiebedarf während der Nutzungsphase zudem um bis zu 12 Prozent geringer. Auch was die Wirtschaftlichkeit der Bauweise betrifft ist das Mauerwerk herausragend. Eine aktuelle Studie der Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e.V. (ARGE) kommt zum Ergebnis, dass der typisierte Mauerwerksbau mit 1.950 €/ m2 Wohnfläche die kostengünstigste Bauweise ist. Nach Auswertungen nach dem „Kieler Modell“ in Schleswig-Holstein kam man sogar auf noch geringere Bauwerkskosten von 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. „Vor der nächsten Bundesregierung liegen große Herausforderungen. Sie muss die Weichen zur Erreichung der Klimaziele stellen und für bezahlbaren Wohnraum in großem Umfang sorgen. Wir als Mauerwerksindustrie werden die Politik bei der Schaffung von nachhaltigem und sozialverträglichem Wohnraum weiter aktiv unterstützen. Der Mauerwerksbau ist die Bauweise, die heute schon klimafreundlich, bezahlbar und auf Basis einheimischer Ressourcen nach wie vor lieferfähig ist. Die Wege hin zu CO2-freien Mauerwerksprodukten sind wissenschaftlich untersetzt und werden in den nächsten Jahren durch Investitionen in Infrastruktur, Anlagentechnik und Produktinnovationen begangen. Deshalb wird Deutschland auch in einer klimaneutralen Zukunft weiter mit Mauersteinen bauen“, macht Rast deutlich.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.