Marktanalyse der Bauwirtschaft: Quartalsberichte und konjunkturelle Entwicklungen

Mit der „Marktanalyse der Bauwirtschaft" stellt ibau den ersten fundierten Marktbericht für die Bauwirtschaft vor. Der Bericht liefert Ihnen die notwendigen Daten und Informationen über Bauvolumen, Entwicklung sowie Aufschlüsselungen zu Bau- und Projektarten in Deutschland.

 

ibau Marktanalyse © SasinParaksa / stock.adobe.com

Was ist die Marktanalyse der Bauwirtschaft?

Mit unserer ibau Marktanalyse der Bauwirtschaft möchten wir allen Beteiligten der Bauwirtschaft einen Einblick ins aktuelle Baugeschehen bieten und zukünftige Entwicklungen transparenter machen. Die Ergebnisse der ibau Marktanalyse basieren auf den ermittelten Informationen über geplante und im Bau befindliche Projekte in ganz Deutschland. Neben dem Einsatz zukunftsträchtiger und intelligenter Technologien recherchieren und aktualisieren unsere 145 erfahrenen Rechercheurinnen und Rechercheure täglich relevante Informationen über das Baugeschehen in Deutschland. Auf Grundlage dieser Datenbasis lassen sich die deutsche Baubranche umfangreich analysieren und Einschätzungen zur weiteren Entwicklung der Bauwirtschaft treffen.

Entwicklung der Bauwirtschaft in 2020

Dass insbesondere die Prognose künftiger Entwicklungen in der Baubranche von enormer Bedeutung ist, hat die fehlende Planungssicherheit, ausgelöst durch die COVID-19 Pandemie, eindrucksvoll gezeigt. Daher haben wir uns entschieden den Schwerpunkt unserer Analysen zu ändern und mit der ibau Sentiment Analyse das Stimmungsbild der Baubranche wiederzugeben.

Marktanalyse 4. Quartal 2019

Entwicklung der Bauwirtschaft im 4. Quartal 2019

Während die deutsche Volkswirtschaft in Folge einer zyklischen Normalisierung nach einer hochausgelasteten Phase weiterhin stagniert, bleiben die Bauinvestitionen weiterhin auf Wachstumskurs. Damit setzt sich der Trend fort, dass offen ausgetragene Handelskonflikte sowie globale politische Risiken sowohl die deutsche als auch die weltweite Konjunktur stark belasten, wohingegen die Bauwirtschaft weiter zulegt.

Zwar hat sich die Preisentwicklung für Bauleistungen im vierten Quartal 2019 saisonal bedingt ein wenig abgeschwächt, liegt insgesamt zum Jahresende aber immer noch bei einem Plus von 4,5 Prozent. Auch der Fachkräftebedarf der Bauunternehmen ist laut Schätzungen des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie (HDB) weiterhin hoch. Für das gesamte Jahr 2019 rechnet der Verband mit einer Steigerung von rund 1,5 Prozent. Es wird ein Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 8,5 Prozent erwartet. Da aber auch die Baupreise im Jahresdurchschnitt um 5,5 Prozent angestiegen sind, wird das reale Umsatzwachstum voraussichtlich bei rund drei Prozent liegen.

Wachstumstreiber sei laut Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe, vor allem der Wohnungsbau. Grund hierfür seien eine hohe Erwerbstätigkeit, reale Einkommenszuwächse, anhaltend günstige Finanzierungsbedingungen sowie eine weiterhin hohe Binnenwanderung in die Ballungsgebiete. „Wir gehen für 2020 von der Fertigstellung von ca. 310.000 Wohnungen aus. Bis zum Oktober 2019 wurden für insgesamt fast 290.000 Wohnungen Baugenehmigungen erteilt, genauso viele wie im Vorjahr“, so HDB-Präsident Hübner.

Unsere ibau Xplorer-Daten zeigen: Während der Anteil an Bauprojekten mit einer Bausumme bis zu 1,5 Millionen Euro leicht zurückging, stieg der Anteil an Projekten mit einem größeren Bauvolumen leicht an. Vor allem im Bereich Neubau / Erweiterung konnte mit 64,2 Prozent erneut der meiste Zuwachs generiert werden. Bei den Projektarten stach mit 6 Prozent der Bereich Gesundheit & Soziales besonders hervor, der in diesem Quartal das meiste Wachstum verzeichnen konnte.

Marktanalyse 3. Quartal 2019

Entwicklung der Bauwirtschaft im 3. Quartal 2019

Das dritte Quartal 2019 zeichnet sich vor allem durch den konjunkturstarken August aus. Zwar war die Anzahl an Auftragseingängen niedriger als noch im Juli, dafür verzeichnet der August 2019 den bisher größten Auftragseingang im 8. Kalendermonat seit 1995.

Mit rund 6,6 Milliarden Euro lagen die Auftragseingänge im Bauhauptgewerbe um 2,1 Prozent höher als noch im August 2018. Zuletzt hatte es im August vor 24 Jahren mit 6,7 Milliarden Euro einen höheren Auftragseingang gegeben. Auch die Zahl der Beschäftigten ist im Vergleich zum Vorjahresmonat gestiegen. Ganze 1,4 Prozent mehr Mitarbeiter sind im August 2019 im Baugewerbe tätig.

Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes schätzt im September das Umsatzwachstum in der Bauwirtschaft für 2019 auf 8,7 Prozent. Seit 2015 hat sich die Zahl der Beschäftigten in der Baubranche außerdem um 4,5 Prozent erhöht und liegt jetzt bei etwa 3,3 Millionen Menschen. Auch der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes hat mit seinen insgesamt 855.000 Beschäftigten gegenüber 2009 ein Wachstum von 20 Prozent zu verzeichnen.

Marktanalyse 2. Quartal 2019

Entwicklung der Bauwirtschaft im 2. Quartal 2019

Bereits seit dem Sommer 2018 tritt die deutsche Wirtschaft auf der Stelle: Schwächere Exportnachfragen aus wichtigen Absatzmärkten als Folge des Protektionismus sowie Anpassungslastenin der Automobilindustrie ließen Expertinnen und Experten die Konjunkturprognose senken. „Die Hochkonjunkturder deutschen Wirtschaft ist vorerst vorüber. Eine Rezessionist angesichts der robusten Binnenkonjunktur aber aktuell nicht zu erwarten“, kommentiert Christoph M. Schmidt, Vorsitzender des Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, die wirtschaftliche Situation.

Auch die Bauwirtschaft bekommt die schwache Konjunkturphase langsam zu spüren. So haben sich die Auftragseingänge im zweiten Quartal 2019 etwas abgeschwächt, liegen laut Hauptverband der Deutschen Bauindustrie mit 2,3 Prozent aber noch immer leicht über den Auftragseingängen des Vorjahreszeitraums.² Diese vergleichsweise schwache Entwick-lungsei vor allem darauf zurückzuführen, dass mittlerweile ein sehr hohes Auftragsniveau erreicht wurde. Durch die an-haltend hohen Auftragsbestände sind die Bauunternehmen also weiterhin gut ausgelastet. Die Bauindustrie zählt für den Hauptverband damit nach wie vor zu den Stützen der ansonsten eher schwächelnden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Unsicherheiten aufgrund von Handelsstreitigkeiten, Brexitund weiterhin bestehendem Fachkräftemangel dürften auch in Zukunft weiteren Druck auf die Investitionsbereitschaft der Unternehmen ausüben, was früher oder später auch die Bauinvestitionen betreffen dürfte.

Unsere Daten aus dem ibau Xplorer bestätigen den vorläufigen Trend sowie die Prognosen zu Jahresbeginn. In vielen Bereichen konnten geringe Anstiege neuer Projekte beobachtet werden, oftmals blieb die Auftragslage auf gleichem Niveau. Die meisten Bauprojekte (77,4 Prozent) wiesen dabei eine Bausumme von unter zehn Millionen Euro auf. Mit einem Anteil von 63,4 Prozent fielen weit über die Hälfte aller bundesweiten Bauprojekte in den Bereich Neubau/Erweiterung, womit der Wert im Vergleich zum ersten Quartal 2019 leicht anstieg.

Marktanalyse 1. Quartal 2019

Entwicklung der Bauwirtschaft im 1. Quartal 2019

Mit Rückblick auf ein durchwachsenes Geschäftsjahr 2018 schaut die deutsche Wirtschaft eher verhalten optimistisch auf das Jahr 2019. Laut einer aktuellen Verbandsumfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft haben immerhin noch 28 der 48 befragten Branchenverbände für 2019 eine höhere Umsatzerwartung als im Vorjahr. Zehn Verbände rechnen sogar mit schlechteren Geschäften für ihre Mitglieder.

Grund hierfür sei, neben chaotischer Brexit-Verhandlungen und einem nur schwer einzuschätzenden US-Präsidenten, vor allem die gedämpfte Weltkonjunktur. Auch die Diesel-Problematik der Automobilindustrie sowie ein durch Dürre geplagter Bauernverband belasten laut Umfrage die Verbände. Die Bauwirtschaft blickt hingegen deutlich optimistischer ins neue Geschäftsjahr. Vor allem die Bauindustrie und das Handwerk erwarten eine höhere Geschäftstätigkeit im Vergleich zum Vorjahr. Laut Jahres-wirtschaftsberichtder Bundesregierung setze insbesondere das anhaltend niedrige Zinsumfeld spürbare Impulse in der Bauwirtschaft und rege die Konjunktur zusätzlich an.

„Ob Wohnungsbau, Infrastruktur, Breitbandausbau oder Energiewende –bei diesen großen aktuellen Herausforderungen ist die Bauwirtschaft als Lösungsanbieter gefordert“, kommentiert Dipl.-Ing. Reinhard Quast, Präsident des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB), den aktuellen Jahreswirtschaftsbericht der Bundesregierung.

Die Binnenwirtschaft bleibt also weiterhin der Wachstumstreiber und dient im unklaren außenwirtschaftlichen Spannungsfeld als wichtige Stütze der Konjunktur. So senkt die Bundesregierung ihre Wachstumserwartungenzum BIP insgesamt zwar von 1,8 auf 1,0 Prozent, erwartet bei den Bauinvestitionen allerdings eine Steigerung um knapp 3,0 Prozent. „Die Rahmenbedingungen müssen nachhaltig sein, dann investieren die Bauunternehmen auch weiter in Personal und Geräte, wie sie es auch bisher schon deutlich getan haben. Wir begrüßen die Absicht der Bundesregierung, die Investitionsausgaben im Zeitraum 2018–2021 noch einmal um über 30 Milliarden Euro anzuheben. Dieses Niveau gilt es dann aber auch zu verstetigen“, so Quast. Die Daten aus dem ibau Xplorerzeigen ein ähnliches Bild: Der Anteil von Bauprojekten mit einer Bausumme bis 1,5 Millionen Euro stieg im Vergleich zum letzten Quartal leicht an (78,2 Prozent), die verschiedenen Projektarten blieben allerdings entweder auf gleichem Niveau oder gingen leicht zurück.

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Jan Hell

Jan Hell war von Juni 2016 bis Mai 2021 als Content-Manager bei der ibau GmbH in Münster tätig. Als Chefredakteur unserer Online- und Printmagazine verantwortete er die Bereitstellung aktueller Informationen. Seine Schwerpunkte lagen in der Recherche und Aufbereitung rechtlicher sowie wirtschaftlicher Themen. Mit seiner strukturierten Schreibweise stellt er komplexe Sachverhalte und Thematiken aus dem Ausschreibungs- und Vergabebereich nachvollziehbar und komprimiert dar.