Brandschutz im Lager

Ein Brand im Lager verursacht schnell Schäden in Höhe von mehreren Millionen Euro. Verschiedene Maßnahmen wie Brandmelder und Sprinkleranlagen senken diesen merklich.

Maßnahmen zum Brandschutz im Lager © Rawpixel

Laut einer Studie der Allianz Global Corporate & Speciality (AGCS) gehen 40 Prozent des Gesamtwertes aller Schäden zwischen 2013 und 2018 auf Feuer, Explosionen und Produktmängel zurück. Brände sind besonders schwerwiegend, weil sich auf engem Raum ein hoher Wert konzentriert. Zudem schadet ein Brand durch die zunehmende Globalisierung der Welt nicht nur vor Ort, sondern wirkt sich auch auf die Lieferkette aus. Ein Schadensfall durch Brand kostet den Versicherer im Schnitt 1,5 Millionen Euro. Rechnet man die sekundären Brandfolgen, wie etwa Betriebsunterbrechungen dazu, verursacht ein einzelner Brand schnell 3 Millionen Euro Schaden.

Rechtliche Voraussetzungen für den Brandschutz in Deutschland

Deswegen ist eine verlässliche Brandschutzlösung Pflicht und muss bereits bei der Planung eines Lagers beachtet werden. Jedes Land, Bundesland und sogar jede Gemeinde kann über spezifische Normen für Brandschutz und Sicherheit verfügen. In Deutschland sind bis zu einer Lagerguthöhe von neun Metern (Oberkante Lagergut) vorrangig die Industriebaurichtlinien (InduBau) zu beachten. Ab neun Metern Oberkante Lagergut ist die VDI-Richtlinie 3564, Empfehlungen für den Brandschutz in Hochregallagern, zu beachten. Des weiteren gilt es die Richtlinien der Sachversicherer (VdS) sowie die DIN 18230, Baulicher Brandschutz im Industriebau, zu berücksichtigen. Brandschutz ist ein äußerst komplexes Thema, das im Rahmen dieses Artikels nicht ausreichend behandelt werden kann. Er soll nur einige Empfehlungen geben, wie Brandrisiken verringert und Brandfolgen eingeschränkt werden können.

Präventive Maßnahmen zum Brandschutz

In Lagerhallen können bereits viele präventive Maßnahmen getroffen werden. Dazu gehört unter anderem ein striktes Raumverbot. Damit dieses auch eingehalten wird, sollte Rauchern eine Möglichkeit gegeben werden, wo sie auch bei schlechtem Wetter rauchen können. Zudem sollten entzündliche Produkte nicht neben brennbaren gelagert werden. Ein großes Problem ist auch die Brandstiftung. Es ist traurig aber wahr: Brandstiftung ist eine häufige Brandursache. Eine ausreichende Einfriedung des Geländes, das dazu noch überwacht und ausgeläutet wird, hält sicherlich bereits viele Personen vom Betreten ab. Zudem sollten brennbare Stoffe wie Paletten oder Kartonagen nicht direkt an der Gebäudefassade gelagert werden. Unter den organisatorischen Brandschutz fallen das Erstellen einer Brandschutzordnung sowie eines Alarmplans. Darüber hinaus muss gemäß ASR A2.2 eine ausreichende Anzahl von Brandschutzhelfern ausgebildet werden. Um im Brandfall bereits in der Entstehungsphase eingreifen zu können, müssen entsprechende Löschmittel, wie Feuerlöscher und Löschschläuche, vorhanden sein und die Angestellten müssen darüber unterrichtet werden, wie diese im Notfall eingesetzt werden.

Das richtige Feuermeldesystem wählen

Die Regale in einem Lager sollten mit einem integrierten Feuermelde- und Löschsystem ausgerüstet sein. Dies gilt für alle Arten von Regallagern, unabhängig davon, ob sie fix oder verschiebbar sind. Ein Brandmelder ist unerlässlich. Jedoch gibt es in einem Lager oder Logistikgebäude neben den Lagerflächen und -systemen auch andere Umgebungsbedingungen, wie den Verwaltungs- und Bürobereich, Kantinen oder andere Sozialräume. Je nach Umgebung ist ein anderer Brandmelder geeignet. Insbesondere in Verwaltungsbereichen aber auch in Lagerflächen unter 12 Meter Raumhöhe ohne anspruchsvolle Umgebungsbedingungen sind punktförmige Streulichtrauchmelder nach DIN EN 54-7 oder Mehrfachsensorenmelder nach EN 54-2 geläufig. Mehrfachsensorenmelder haben den Vorteil, dass sie weniger empfindlich gegenüber Täuschungsalarmen sind. Zudem besteht die Möglichkeit einen Mehrfachsensormelder mit eingebauter Akustik zu wählen, der im Alarmfall anwesende Personen warnt. Hochregallager stellen wegen der Höhe der Hallen und der schweren Zugänglichkeit der Regale besondere Anforderungen an die Branddetektion. In diesem Einsatzgebiet sind Ansaugrauchmelder nach EN 54-20 besonders geeignet. Sie bestehen aus einer Auswerteinheit, Rauchmeldern und einem mit Ansaugöffnungen versehenem Rohrsystem. In Hochregallagern werden sowohl die Decken als auch die Regale mit Rohrleitungen ausgelegt. Für hohe und weiträumige Lagerhallen sind linienförmige Rauchmelder nach dem Durchlichtprinzip gemäß EN 54.12 geeignet. Sie funktionieren wie eine Infrarotschranke. Von einem Sender geht ein Infrarotstrahl aus und durchquert den zu überwachenden Raum. Der Lichtstrahl trifft bei dem Empfänger ein und wird ausgewertet. Je nach verwendetem Produkt sind sie täuschungs-alarmsicher. In unmittelbarer Nähe zu Laderampen kann es durch Zugluft und LKW-Abgase allerdings zu Fehlalarmen kommen. Hier sind linienförmige Wärmemelder nach E 54-22 eine geeignete Wahl. Auch dort, wo aggressive Umgebungsbedingungen herrschen, wie eine hohe Luftfeuchtigkeit oder Staubbelastung, können diese eingesetzt werden.

Sprinkleranlagen korrekt installieren


Die Anzahl der zu installierenden Sprinkler und ihre jeweilige Position wird auf Basis des Risikos der gesamten Anlage auf die jeweiligen Ebenen bestimmt. Sprinkleranlagen stellen im Brandfall einen wirkungsvollen Schutz dar. Allerdings können nicht alle brennbaren Stoffe mit Wasser gelöscht werden. Der Versuch brennendes Öl mit Wasser zu löschen endet etwa in einer Fettexplosion. Ist bei den gelagerten Produkten eine Sprinkleranlage sinnvoll, sollten offene Regalböden, wie etwa Gitterroste oder einfach nur Traversen verwendet werden, sodass das Wasser von den oberen auf die unteren Regalböden laufen kann. Zudem sollten die Sprinkler nicht zu nah am Lagergut angebracht werden, damit sie nicht beschädigt werden und ihre Löschwirkung nicht durch das Lagergut eingeschränkt wird. Gemäß VdS 2199 (Brandschutz im Lager) muss der Abstand zwischen Lagergut und Sprinklerköpfen mindestens 0,5 Meter betragen. Als Löschmittel kann alternativ auch CO2 eingesetzt werden. Bei diesen Anlagen wird im Fall eines Brandes der gesamte Raum mit CO2 geflutet und das Feuer auf diese Weise erstickt.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.