Auf dem Weg zu klimaneutralen Stahl

Die Stahlindustrie ist ein wichtiger Pfeiler der deutschen Volkswirtschaft. Allerdings stößt die Branche mehr CO2 aus als jede andere – daran soll sich etwas ändern.

Weg zum klimaneutralen Stahl © Hoda Bogdan / stock.adobe.com

Aus diesem Grund hat das Bundeswirtschaftsministerium im Juli 2020 das Handlungskonzept Stahl vorgelegt und damit die Grundpfeiler für den Umbau zu klimaneutralen Stahl gesetzt. Das Stahlkonzept ist ein Gesamtkonzept für eine langfristig starke, international wettbewerbsfähige und klimaneutrale Stahlindustrie am Standort Deutschland. Seit dem gab es einen intensiven Austausch aller Beteiligten. Am 03.05. haben sich Bundeswirtschaftsminister Altmaier und die Spitzenverbänden der großen deutschen Stahlunternehmen, der Wirtschaftsvereinigung Stahl und der IG Metall zum Standpunkt des Stahlkonzepts ausgetauscht. Man ist sich einig, dass die Transformation der Wirtschaft hin zu Klimaneutralität und Umsetzung des Green Deal nur bei einer engen Zusammenarbeit von Wirtschaft und Politik möglich ist.

Weitere fünf Milliarden Euro wurden mobilisiert

Um das große Zukunftsthema der Transformation der Stahlindustrie hin zur Klimaneutralität zu bewältigen, wurden zusätzlich zu den bestehenden Maßnahmen, weitere fünf Milliarden Euro für die Jahre 2022 bis 2024 mobilisiert. Diese Finanzmittel werden insbesondere im Bereich „Wasserstoffeinsatz in der Industrie“, durch das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ und das „Pilotprogramm für Klimaschutzverträge“ eingesetzt. Zu den bereits bestehenden Maßnahmen zählen unter anderem elf Milliarden Euro für de Absenkung der EEG-Umlage, eine Strompreiskompensation von voraussichtlich 877 Millionen Euro allein im Jahr 2021 und die kostenlose Zuteilung von Zertifikaten im Rahmen des EU-Emissionhandels. Neben der finanziellen Unterstützung der Transformation sind faire internationale Handlungsbedingungen für die Stahlindustrie zentral. Deswegen setzen sich die Bundesregierung sowie elf weitere Staaten bei der EU-Kommission für eine Verlängerung der EU-Schutzmaßnahmen ein. Die Prüfung der EU-Kommission dauert noch an.

Die Transformation ist nur mit dem verstärkten Einsatz von grünem Wasserstoff möglich

Um die Stahlindustrie klimafreundlicher und auf lange Sicht klimaneutral zu gestalten, ist Wasserstoff unerlässlich. Durch den Einsatz von grünem Wasserstoff können 97 Prozent der CO2-Emissionen in der Stahlproduktion eingespart werden. Damit grüner Wasserstoff seiner Rolle als Schlüsselelement auf dem Weg zur Green Economy gerecht werden kann, ist es notwendig, diesen nicht nur in Deutschland zu produzieren, sondern auch in großem Maß zu importieren. Dazu soll noch in dieser Legislaturperiode das Doppelauktionsmodell „H2Global“ umgesetzt werden. Zentral ist dabei eine Stiftung, in deren Auftrag Auktionen zum An- und Verkauf von CO2-neutralem Wasserstoff durchgeführt werden. Die Differenz zwischen An- und Verkauf gleicht der Bund durch Zuwendungen an die Stiftung aus. Durch die so entstehenden langfristig garantierten Abnahmepreise und Abnahmeverträge erhalten Projektentwickler die nötige Planungssicherheit und es werden Anreize für Investoren geschaffen. Da bei der Transformation des energieintensiven Stahls Kontinuität wichtig ist, ist es nötig, dass Verbindlichkeit über die Legislaturperiode hinaus geschaffen wird. Zudem wurde vereinbart, ein Monitoring für den Stahlstandort Deutschland aufzusetzen.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.