Contracting

Anders als beim traditionellen Verkauf der von Unternehmen benötigten Energieträger und Endenergien wie beispielsweise Strom, Gas oder Heizöl liegt der Fokus beim Contracting auf den Vorteilen, die sich aus der Nutzung dieser Energie für den Kunden in Bezug auf Energieeinsparung, Komfort- und Imagegewinn ergeben.

Definition Contracting

Der Begriff Contracting bezeichnet die Umsetzung der Energieversorgung in Gebäuden oder Produktionsanlagen durch einen Dienstleister. Durch das technische Know-how und die Erfahrung des Dienstleisters können Anlagen zur Energieerzeugung wirtschaftlich und ökologisch gebaut und betrieben werden. Beim Energie-Contracting (EC) stehen keine bestimmten Energieträger oder Technologien im Vordergrund.

Weitere Erklärung zum Contracting: Die Vertragsparteien

Die beiden Vertragsparteien beim Contracting sind der Contractor, das ausführende Unternehmen und der Contractingnehmer. Der Contractingnehmer beauftragt den Contractor mit der Ausführung der vertraglich vereinbarten Leistung. Im Vorfeld berät der Contractor den Kunden und installiert eine kundenspezifische Lösung. Dieses Energiedienstleistungspaket beinhaltet die Planung, den Betrieb und die Wartung, die kontinuierliche Optimierung der Anlagen sowie den Einkauf des Energieträgers und die Finanzierung des Projekts. Dabei übernimmt der Contractor die Verantwortung für die technische Umsetzung sowie die kommerziellen Risiken. Er garantiert dem Contractingnehmer das vereinbarte Ergebnis und die Einhaltung der Kosten über die gesamte Laufzeit des Projektes, die üblicherweise zehn bis 15 Jahre beträgt.

Contracting-Modelle

Beim Energiecontracting werden vier Arten unterschieden. Insgesamt wurde mit diesen Contractingmodellen in Deutschland im Jahr 2016 ein Umsatz von rund 7,7 Mrd. Euro erwirtschaftet.

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Energiesparcontracting

Bei diesem Contractingmodell, das auch als Energy Performance Contracting, abgekürzt EPC, bezeichnet wird, übernimmt der Contractor von der Finanzierung über die Planung bis hin zur Betreuung sämtliche Aufgaben für den Contractingnehmer. Der Gegenstand des Vertrages ist bei diesem Contractingmodell die garantierte Einsparung von Energiekosten auf der Seite des Contractingnehmers. Um diese Einsparungen erzielen zu können, führt der Contractor auf eigenes Risiko Energiesparmaßnahmen durch, die auf eine Reduzierung des Energiebedarfs im Unternehmen des Contractingnehmers und damit auf eine Reduzierung des Energieverbrauchs ausgerichtet sind. Einen Teil der eingesparten Energiekosten erhält der Contractor als Vergütung.

Energieliefercontracting

Bei dieser Art wird eine Anlage zur Energiebereitstellung vom Contractor geplant, finanziert und gebaut. Der Contractingnehmer bezieht diese Energie zu vertraglich festgelegten Konditionen für einen festgelegten Zeitraum. Das bedeutet, beim Energieliefercontracting, das auch als Energy Supply Contracting, abgekürzt ESC, bezeichnet wird, ist gemäß dieser Definition die Lieferung der Energie der Vertragsgegenstand.

Betriebsführungscontracting

Im Unterschied zum Energieliefercontracting übernimmt der Contractor bei diesem Contractingmodell eine bereits beim Contractingnehmer vorhandene Anlage und führt auf eigenes Risiko Optimierungsmaßnahmen durch.

Finanzierungscontracting

Hierbei plant, errichtet und finanziert der Contractor eine abgegrenzte Anlage, die dem Betreiber der Anlage, dem Contractingnehmer, einen sicheren und umweltschonenden Betrieb ermöglicht. Die anfänglichen Investitionskosten werden vom Contractor übernommen und über die Vertragslaufzeit durch den Contractingnehmer getilgt.

Abgrenzung des Contractings zu anderen Energiedienstleistungen

Die wichtigsten Merkmale, in denen sich das Contracting von anderen Energiedienstleistungen unterscheidet, sind die Übernahme von Garantieleistungen durch den Contractor über eine längere Vertragslaufzeit sowie dass der Contractor Investitionen in die Optimierung und Steigerung der Energieeffizienz der bereitgestellten Anlagen auf eigenes Risiko vornimmt.

Historische Entwicklung des Contractings

Auslöser für die Entwicklung neuer Energienutzungskonzepte war die Ölkrise im Jahr 1972. Infolge der massiv gestiegenen Preise für Rohöl sahen sich Unternehmen gezwungen, in verstärktem Maße Energie einzusparen. Damals zeigte sich, dass es sowohl ökonomisch als auch ökologisch sinnvoller sein kann, anstelle des Aufbaus neuer Kapazitäten zur Energieerzeugung vorhandene Einsparpotenziale bei der Energienutzung zu erschließen. Anfang der 1980er Jahre entstand aus dieser Entwicklung das Contracting zunächst in den USA. In den ersten Jahren wurden Contractinglösungen nur im Bereich von Großanlagen zur Energieversorgung mit einem hohen Investitionsvolumen entwickelt und durchgeführt. Heute werden in zunehmendem Maße Contractinglösungen für kleinere Objekte angeboten.

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