Wiederaufbau muss schnell und klimafreundlich funktionieren

Um die vom Hochwasser betroffenen Regionen wieder aufzubauen, müssen Aufträge schnell vergeben werden. Zudem muss der Klima- und Katastrophenschutz einkalkuliert werden.

Hochwassergebiete: Ausschreibungen für Wiederaufbau zeitnah vergeben © Bernd Leitner / stock.adobe.com

Bund und Länder wollen 30 Milliarden Euro in den Wiederaufbau der vom Hochwasser zerstörten Regionen investieren. Straßen, Schienen und Brücken müssen wieder errichtet werden, viele Schulgebäude werden in den nächsten Jahren nicht nutzbar sein, genauso wie andere öffentliche Einrichtungen, Privathäuser und Unternehmen. Die Bauwirtschaft hofft, dass die zugesicherten Hilfsgelder rasch und unbürokratisch zur Verfügung gestellt werden. „Die Ka­pa­zi­tä­ten wä­ren bei un­se­ren Stra­ßen­bau­un­ter­neh­men vor­han­den, rasch an die In­stand­set­zung der In­fra­struk­tur in den vom Hoch­was­ser be­trof­fe­nen Ge­bie­ten zu ge­hen. Dazu müss­ten die Aus­schrei­bun­gen al­ler­dings zeit­nah auf den Markt kom­men. Wich­tig ist zu­dem, dass die Auf­trä­ge mit­tel­stands­ge­recht ver­ge­ben wer­den. Das si­chert in ers­ter Li­nie Ar­beits­plät­ze vor Ort. An­ge­sichts des gi­gan­ti­schen Wie­der­auf­bau­vo­lu­mens wä­ren aber auch frei­hän­di­ge Ver­ga­ben in ei­nem ver­ein­fach­ten Ver­fah­ren über die Lan­des­gren­zen hin­aus sinn­voll. Nur so kann die un­fass­ba­re Zer­stö­rung in den be­trof­fe­nen Ge­bie­ten in mög­lichst kur­zer Zeit wie­der auf­ge­baut wer­den,“ erklärt Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Auch Thomas Weiler, Hauptgeschäftsführer der Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz spürt den Tatendrang unter den Mitgliedern in den betroffenen Regionen zu helfen. „In dieser humanitären Katastrophe kann und wird die Bauwirtschaft Rheinland-Pfalz ihren Beitrag leisten. Bereits wenige Stunden nach Eintritt der Katastrophe waren viele Unternehmen aus der Region vor Ort und haben die Rettungskräfte bei den Sofortmaßnahmen unterstützt.“ Der Verband hatte am Freitag nach der Flut seine Mitglieder aufgerufen in den betroffenen Regionen zu helfen, doch viele Unternehmen unterstützen unabhängig davon bereits in Eigeninitiative die Rettungskräfte und Feuerwehr mit Baggern, LKW und Personal. „Die Situation in NRW und Rheinland-Pfalz zeigt uns, dass uns die Regelverfahren im Planungs- und Genehmigungsrecht sowie im Vergaberecht an die Grenzen des Mach­baren für eine schnelle Hilfe bringen“, sagt Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie. „Der Wiederaufbaufonds schafft eine Perspektive für die von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen und Regionen. Jetzt heißt es, diese Perspektive in konkrete Projekte zu übersetzen und dabei schnell und unbürokratisch zu handeln. Dafür ist ein kurzfristiges Umdenken in der öffentlichen Beschaffung ein wichtiger Hebel, um Pro­jekte flexibel und höchstmöglich effektiv zu vergeben.“ Zudem sei es wichtig, dass der Wiederaufbau unter Berücksichtigung der Folgen des Klimawandels geschehen. „Klimaresilientes Planen und Bauen muss unbedingt stärker in den Fokus gerückt werden, da Extremwetterereignisse immer häufiger werden“, bemerkte Müller. Dazu sein neben gezielten Einzelmaßnahmen, etwa zum Schutz gegen Hochwasser, auch ganzheitliche Herangehensweisen unerlässlich. „Als BAUINDUSTRIE wollen wir zu einer nachhaltigen Flächeninanspruchnahme beitragen. Wir müssen Infrastrukturen neu denken, Mehr­fachnutzungen, etwa für Energiegewinnung oder zur Reduzierung von Temperaturen in den Innenstädten, anstreben oder Nachverdichtungen im Rahmen ganzheitlicher Stadtentwicklungskonzepte fördern.“

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.