Welche Handwerksberufe haben ein erhöhtes Corona-Risiko?

Je nach Beruf ist das generelle Infektionsrisiko sehr unterschiedlich. Eine aktuelle Studie hat nun das berufsspezifische Risiko untersucht. 

Infektionsrisiko © Stockfotos-MG

Die Covid-19-Pandemie hat noch mal vor Augen geführt, dass die Ausübung bestimmter Berufe mit einem unmittelbaren Infektionsrisiko verbunden ist. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat nun in einer Studie untersucht, welche Berufsgruppen besonders gefährdet sind. Im Handwerk sind dies vor allem Beschäftigte in den körpernahen Dienstleistungen, Bestatter und Gebäudereiniger.

Für Gebäudereiniger birgt der Kontakt mit infizierten Oberflächen eine erhöhte Ansteckungsgefahr. Laut Studie liegen sie mit einem Infektionsrisiko von 18 Prozent auf Platz zwei der gefährdetsten Berufsgruppen. Dieses Ergebnis überrascht nicht, denn Gebäudereiniger kommen bei Ausübung ihrer Tätigkeit zwangsläufig mit möglicherweise infizierten Oberflächen in Berührung. Das gilt besonders für diejenigen Beschäftigten, die im Gesundheitsbereich Verantwortung für die Hygiene übernehmen. "Genau deshalb kommt unserem Handwerk in der Pandemie die Systemrelevanz zu", sagt Christopher Lück, Sprecher des Bundesinnungsverbands der Gebäudereiniger (BIV). "Es ist die Gebäudereinigung, die zum Beispiel in Kliniken, auf Intensivstationen, in Arztpraxen, aber auch in Schulen, Kitas, Alten- und Pflegeheimen dem dortigen Personal (Ärzten, Pflegerinnen und Pfleger etc.) durch Sauberkeit, Hygiene und Desinfektion "Rückendeckung" gibt und einen wichtigen gesellschaftlichen Part gegen die Ausbreitung der Pandemie einnimmt." Um die Beschäftigten in der Gebäudereinigung so gut wie möglich vor Ansteckung zu schützen, ist es wichtig, die Arbeitsschutzbestimmungen einzuhalten, so Lück.

Sehr geringes Risiko für Beschäftigte im Bau- und Ausbaugewerbe
Praktisch nicht vorhanden ist die Ansteckungsgefahr im Bau- und Ausbaugewerbe (0,0 Prozent) und in der Fertigungstechnik (0,0 Prozent). In Berufen der Unternehmensführung und -organisation (0,1 Prozent) ist sie sehr gering.
Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes erläutert, dass das Infektionsrisiko vor allem aus drei Gründen so niedrig ist: 1. Eine feste Arbeitsorganisation mit festen Teams und getrennten Unterkünften seit Beginn der Pandemie; 2. Eine umfassende Zusammenarbeit mit der Berufsgenossenschaft, die unter anderem drei Millionen Masken verteilt hatte sowie die Teilnahme an der Impfkampagne und 3. Die günstigen Arbeitsbedingungen, da die Arbeiter meist im Freien bzw. mit viel frischer Luft arbeiten.

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Iris Jansen

Iris Jansen verstärkt seit Juli 2021 als Content-Managerin unser Redaktionsteam. Als Chefredakteurin unserer Printmagazine informiert sie unsere Kunden über neue Entwicklungen innerhalb der Bauwirtschaft. Darüber hinaus schreibt sie Ratgeber- und Glossarartikel für unsere Onlinemagazine sowie aktuelle Texte für den News-Bereich. Für unsere vielfältigen Themenbereiche recherchiert sie täglich und hat stets im Blick, was sich im Bauwesen gerade tut. Einer ihrer Schwerpunkte ist es, komplexe Sachverhalte aus dem Ausschreibungs- und Vergabebereich strukturiert und verständlich aufzubereiten.