Verlustrücktrag – Handwerk enttäuscht

Die Koalition hat weitere Corona-Hilfen beschlossen. Dazu gehört auch, dass der Verlustrücktrag verdoppelt wurde. Das Handwerk kritisiert den Beschluss als „halbherzig“.

Verlustrücktrag – Handwerk enttäuscht © IEVGEN / stock.adobe.com

Betriebe können pandemiebedingte Verluste mit Gewinnen aus den Vorjahren verrechnen und Steuern sparen. "Vordergründig ist es zunächst eine gute Nachricht, dass sich die Koalition darauf verständigt hat, den steuerlichen Verlustrücktrag zu verdoppeln. Allerdings ist der Beschluss nur halbherzig und angesichts der riesigen unverschuldeten Liquiditätsprobleme unserer Betriebe in keiner Weise weitreichend genug", kritisiert Hans Peter Wollseifer, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH). Für die Liquiditätssicherung der Betriebe sei das nur ein Tropfen auf einem heißen Stein. "Es wurde nur der Betrag des Verlustrücktrags temporär erhöht, aber leider nicht der Rücktragszeitraum verlängert: Das geht an den Bedürfnissen des Mittelstands vorbei", so Wollseifer. Da viele Unternehmen in erster Linie aufgrund der Corona-Beschränkungen Verluste machen, bestünde bei ihnen „echter Bedarf“, weshalb sich Wollseifer eine Ausweitung der Verlustrechnung auf zwei bis drei Jahre gewünscht hätte. Eine Verlängerung des Zeitraums für die Verlustverrechnung würde den Unternehmen helfen, die vor der Pandemie ein funktionierendes Geschäftsmodell hatten. "Eine Ausweitung des Verlustrücktrags würde die Steuereinnahmen zwar zunächst reduzieren, der ganz überwiegende Teil würde in den Folgejahren aber wieder in die Kassen über die Steuerzahlungen unserer Betriebe zurückfließen." So würden bei vielen Betrieben akute Liquiditätsprobleme gelöst und öffentliche Einnahmen gerettet werden. "Insofern ist es unverständlich und ärgerlich, dass diese Chance erneut nicht in dem Umfang genutzt worden ist, der der aktuellen Pandemielage angemessen gewesen wäre."

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.