Überbrückungshilfen verlängert und erweitert

Umfragen zeugen von der angespannten Finanzlage vieler Unternehmen. Deswegen hat die Bundesregierung die Überbrückungshilfen verlängert. Neu ist eine Restart-Prämie.

Überbrückungshilfen wurden verlängert und erweitert © Stockfotos-MG

Auch wenn das Leben allmählich wieder losgeht, halten die Corona-bedingten Schließungen in manchen Branchen weiter an. Deswegen verlängert die Bundesregierung die Überbrückungshilfe für Unternehmen und Soloselbstständige bis zum 30. September 2021. Als Überbrückungshilfe III Plus wird die Überbrückungshilfe III mit einer Restart-Prämie ergänzt. Auch die Neustarthilfe läuft unter dem Namen Neustarthilfe Plus bis Ende September weiter. „Deutschland hat die Pandemie wirtschaftlich besser durchstanden als viele andere, weil die Bundesregierung entschlossen Hilfe geleistet hat. Und diese Unterstützung wird auch nicht kurz vorm Ziel eingestellt, das wäre ökonomischer Unsinn. Stattdessen verlängern wir die Überbrückungshilfen“, erklärt Bundesfinanzminister Scholz (SPD).

Knapp die Hälfte der Unternehmen berichtet von einer angespannten Finanzlage

Wie eine Sonderauswertung der Konjunkturumfrage Frühsommer der Deutschen Industrie- und Handelskammer zeigt, erholt sich die Finanzlage der Betriebe zurzeit nur sehr langsam. Dementsprechend notwendig war eine Verlängerung der Überbrückungshilfen. An der Umfrage haben mehr als 27.000 Unternehmen aus allen Branchen und Größenklassen teilgenommen. 43 Prozent von ihnen beurteilen ihre eigene Finanzsituation noch immer als problematisch. Sie ist aktuell besonders geprägt von Eigenkapitalrückgang (24 Prozent) und Liquiditätsengpässen (19 Prozent). Die Bewertung der eigenen Finanzlage steht in engem Zusammenhang damit, ob und in welchem Ausmaß ein Unternehmen von den andauernden Beschränkungen beeinträchtigt ist. 50 Prozent der Dienstleister und 42 Prozent der Handelsunternehmen melden Finanzprobleme. Industrie und Baubranche stehen zwar deutlich besser dar, dennoch berichten auch hier 32 beziehungsweise 29 Prozent der Befragten von Finanzierungsproblemen. Zudem sind kleine Unternehmen mit bis zu 19 Beschäftigten weitaus stärker betroffen (die Hälfte) als größere mit mindestens 200 Beschäftigten (ein Drittel).

Die Änderungen der Überbrückungshilfe III Plus

Wie schon bei der Überbrückungshilfe III sind auch bei der Überbrückungshilfe III Plus Unternehmen mit Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen von mindestens 30 Prozent antragsberechtigt. Die monatliche Förderung beider Programme beträgt 10 Millionen Euro, die Obergrenze liegt bei 52 Millionen Euro. Sie setzt sich aus 12 Millionen Euro aus dem geltenden EU-Beihilferahmen und 40 Millionen Euro aus dem neuen Beihilferahmen der Bundesregelung Schadensausgleich zusammen. Neu im Programm Überbrückungshilfe III Plus ist, dass Unternehmen, die im Zuge der Wiedereröffnung Personal aus der Kurzarbeit zurückholen, neu einstellen oder anderweitig die Beschäftigung erhöhen zur bestehenden Personalkostenpauschale eine Personalkostenhilfe („Restart-Prämie“) erhalten können. Die Unternehmen erhalten aus der Differenz der Personalkosten im Fördermonat Juli 2021 zu den Personalkosten im Mai 2021 einen Zuschuss von 60 Prozent. Im August beträgt der Zuschuss noch 40 Prozent und im September 20 Prozent. Danach wird kein Zuschuss mehr gewährt. „Der Konjunkturmotor läuft zum Glück wieder, aber aktuell noch nicht für alle“, so Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU), „Daher geben wir denen, die noch Unterstützung benötigen, ein klares Signal der Sicherheit und Planungssicherheit. Wir setzen Anreize für den Neustart und zahlen denjenigen Unternehmen eine Restart-Prämie, die Mitarbeiter früher aus der Kurzarbeit holen oder Beschäftigte neu einstellen.“ Zudem werden Unternehmen, denen die Zahlungsunfähigkeit droht, unterstützt, indem Anwalts- und Gerichtskosten von bis zu 20.000 Euro pro Monat für die insolvenzabwendende Restrukturierung des Unternehmens übernommen werden. Auch die Neustarthilfe für Soloselbstständige wird verlängert und auf 1.500 Euro monatlich zwischen Juli und September erhöht. Für den gesamten Förderzeitraum von Januar bis September können Soloselbstständige 12.000 Euro bekommen. Die überarbeiteten FAQ zur Überbrückungshilfe III werden zeitnah veröffentlicht. Nachdem das Programm angepasst wurde ist die Antragstellung über die bekannte Plattform ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de möglich. Die Antragsbearbeitung und Auszahlung liegt in der Verantwortung der Länder.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.