Typische Baumängel in Mehrfamilienhäusern

Man hat eine Wohnung gekauft und nach einiger Zeit bemerkt man die ersten Mängel. Oft ist es zu spät für eine Beschwerde und der Käufer bleibt auf den Kosten sitzen.

Typische Baumängel in Mehrfamilienhäusern © EKH-Pictures / stock.adobe.com

Durch eine Untersuchung des Bauherren-Schutzbundes (BSB) und des Instituts für Bauforschung (IfB) wurde festgestellt, dass es beim Bau von Mehrfamilienhäusern immer wieder zu den gleichen Fehlern kommt. „Viele Mängel werden durch eine Bauausführung verursacht, die nicht den anerkannten Regeln der Technik entspricht oder vom Vertrag abweicht“, konstatiert BSB-Ge­schäfts­führer Florian Becker. Indem man auf die folgenden drei Punkte achtet, kann man sich oft schon viel Ärger ersparen.

Lückenhafte Baubeschreibung

Liest man den Begriff „Seniorengerechter Wohnkomfort“ so geht man von einer barrierefreien Wohnung aus. Ist man noch nicht darauf angewiesen, dass die Wohnung wirklich barrierefrei ist, so sieht man die Stolperfallen, die sich im Wohnraum verstecken, oft nicht. Denn wichtig ist, dass seniorengerecht nicht bedeutet, dass eine Wohnung nach DIN 18040-2 barrierefrei ausgestattet ist. So kann sich beispielsweise beim Zugang zum Balkon eine große Stufe befinden und diese nachträglich zu beseitigen wird teuer.

Schallschutzprobleme

Wer kennt es nicht: Ein besonders stark trampelnder Nachbar ist einfach nur nervig. Doch oft trampeln die Nachbarn gar nicht so schlimm, sondern der Estrichboden wurde fehlerhaft verlegt, wodurch Schallbrücken in die Nachbarwohnung entstanden sind. Das passiert, wenn der Estrich durch Mörtelreste in den Randfugen und Fehlstellen im Randdämmstreifen gegen die Wand und auf den Boden fließen konnte. Um diesen Schaden zu beseitigen, muss der Bodenbelag erneuert und schnell 15.000 Euro pro 100 Quadratmeter Wohneinheit in die Hand genommen werden.

Feuchteschäden am Bodenbelag

Mama hat es uns von Kinderbeinen an gepredigt: Parkett darf nicht nass werden. Also nicht zu feucht wischen und wenn ein Glas umkippt immer alles gut trocken machen. Doch was passiert, wenn die Feuchtigkeit nicht von oben, sondern von unten kommt? Wurde das Parkett verlegt, bevor der Estrich seine Belegreife erreicht hat, beinhaltet er noch zu viel Restfeuchtet. Dadurch können beispielsweise Schüsselungen entstehen. Das bedeutet, dass sich die Holzstäbe nachträglich auf dem Boden nach oben oder unten wölben. Zur Beseitigung muss das gesamte Parkett herausgenommen, der Kleber entfernt und der Estrich technisch getrocknet werden. Danach kann ein neuer Boden verlegt werden. Die Kosten belaufen sich hier schnell auf 25.000 Euro, jedoch müssen sie zumeist vom Bodenleger übernommen werden, der zu früh mit dem Verlegen des Bodens begonnen hat.

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