Noise-Control: Das Zuhause zum Ort der Entspannung machen

Während die Welt immer lauter zu werden scheint, brauchen Menschen in ihrem Zuhause immer mehr Ruhe. Aus diesem Grund ist eine gut geplante Noise-Control unverzichtbar. 

Noise-Control © konradbak

Noise-Control ist mehr als Schallschutz. Die Bedürfnisse der Bewohner haben sich geändert und es geht darum, den privaten Wohnraum als ruhigen Rückzugsort auszurichten und das ruhige Arbeiten im Home-Office zu ermöglichen. Doch gerade der Lärm der Umwelt hat in den letzten Jahren zugenommen. Es versteht sich von selbst, dass eine hohe Lärmbelastung dauerhaft die Wohnqualität beeinträchtigt. Dabei sind neben dem Schallschutz auch andere Bereiche wichtig, etwa die Raumakustik, also der Versuch, die Nachhallzeit möglichst gering zu halten.

Schallschutz im Wohnraum

Je nachdem um welche Art des Schalls es sich handelt, sind verschiedene Schallschutzmaßnahmen geboten, um den Geräuschpegel zu reduzieren. Verkehrslärm erreicht die Bewohner als Luftschall, andere Arten sind Trittschall oder Körperschall. Rechtliche Anforderungen rund ums Thema Bauakustik und Schallschutz sind im Baulexikon Baunetz-Wissen zusammengefasst. Die erste wichtige Maßnahme für einen effektiven Schallschutz ist die Wahl des richtigen Baumaterials sowie passender Fenster und Türen. Was wie wirkt ist mittlerweile hinlänglich bekannt. Schwere Baustoffe etwa, wie Kalksandstein, Beton oder Vollziegel, werden vergleichsweise wenig von Luftschall berührt. Gefüllte Mauerziegel können sogar auf Schallschutzwerte von bis zu 60 Dezibel kommen. Um auch die Trittschallemissionen zu reduzieren, ist die Bodeneindeckung von großer Bedeutung. Das bedeutet aber nicht, dass man wieder zurück zu Teppich und PVC muss, auch Laminatböden gibt es mit einer funktionierenden Trittschalldämmung.

Ältere Wohnimmobilien: Schallschutz nachträglich verbessern

Saniert man ein altes Haus, stellt der Schallschutz oft eine besondere Herausforderung dar, weil diese Immobilien oft besonders hellhörig sind. Hier wurde der Schallschutz beim Bauprozess meist stiefmütterlich behandelt. Das führt zu Schallemissionen, die das Wohnen gerade in Mehrfamilienhäusern stark beeinträchtigen können. Manchmal sorgt ein mangelnder Schallschutz bei Wänden und Decken dafür, dass selbst normale Wohngeräusche von nebenan als störend empfunden werden. Doch in vielen Fällen lässt sich der Schallschutz nachträglich verbessern, denn es gibt mittlerweile zeitgemäße Akustiklösungen, die zu einem ruhigen zuhause verhelfen können. Einen Überblick gibt hier beispielsweise die acoustex, die Fachmesse für akustische Lösungen. Hier treffen sich seit 2018 Aussteller aus sämtlichen Branchensegmenten im Akustikbereich, mit vielen praxisorientierten Inhalten, inklusive Architekten und Bauphysikern. Neuartige Akustiklösungen für den Bau von Wohngebäuden sind dort ein Schwerpunkt. Leider kann die acoutex coronabedingt nicht wie geplant vom 24. bis zum 25. November dieses Jahres stattfinden.

Die Schallschutzklasse muss an die Anforderungen angepasst werden

Um den Lärm von draußen, etwa durch vielbefahrene Straßen oder rücksichtslose Nachbarn abzuschirmen, gibt es spezielle Schallschutzfenster. Aus dem Fensterrahmen und der Schutzverglasung ergibt sich ein sogenanntes Schalldämmmaß. Es gibt an, wie sehr der Außenlärm reduziert werden kann. Von den sechs Schallschutzklassen (SSK), werden die Klassen zwei bis vier am häufigsten verbaut. SSK 2 reduziert den Schall um 30 bis 34 Dezibel, SSK 3 um 35 bis 39 Dezibel und SSK 4 um 40 bis 44 Dezibel. Zur Referenz: Bei einer Verkehrsdichte von 10 bis 50 Fahrzeugen die Stunde und einer Entfernung des Wohnhauses zur Straße von mehr als 35 Metern, liegt der Außenlärmpegel in etwa bei 55 dB. In diesem Fall ist die Schallschutzklasse 1 zu empfehlen.

Das richtige Material für Türen und Fenster

Auch durch die richtige Tür kann sehr viel Lärm abgehalten werden. Bei einer Tür mit Glaselementen ist Verbundsicherheitsglas am besten. Es reduziert nicht nur die Lärmbelästigung, sondern ist auch sicherer und bietet mehr Wärmedämmung als einzelne Sicherheitsglasscheiben. Verbundsicherheitsglas besteht aus zwei einzelnen Sicherheitsglasscheiben, die mit einer Folie umhüllt sind. Insbesondere bei Kindern und Haustieren ist das von Vorteil, denn man sieht die Folie nicht, aber sie hält die Splitter zusammen, wenn die Scheibe zerbricht. Bei einer Kunststofftür entscheidet vor allem die Einlage darüber, wie schalldicht eine Tür wird. Den höchsten Schallschutz bieten Türen mit Vollspanplatten. Allerdings sind sie sehr schwer und können sich verziehen. Röhrenspanplatten hingegen sind langlebig, sorgen für eine Wärmedämmung und einen guten Schallschutz. Die Einlage besteht aus Spanplatten, die mit Röhren durchbrochen sind. Ähnlich wie Fenster sollten auch Türen mit Blick auf die Nutzung und Schallschutzklasse ausgewählt werden. Im Schlafzimmer, Kinderzimmer und Büro sind höhere Schallschutzklassen zu empfehlen. Türen mit der Schallschutzklasse 1 reduzieren den Lärm bereits um 25 bis 29 Dezibel, mit der Schallschutzklasse 2 um 30 bis 34 Dezibel und mit der Schallschutzklasse 3 um 35 bis 39 Dezibel.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.