Neue Fördermaßnahmen für Energieeffizienz im Gebäudesektor

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) bündelt und erweitert die Fördermaßnahmen für energieeffizientes Bauen und Sanieren bei Wohn- und Nichtwohngebäuden. 
 

 

Bundesförderung für effiziente Gebäude © 4th Life Photography

In unseren Gebäuden steckt ein hohes Energieeinsparpotential, denn etwa 25 Prozent unseres CO2-Ausstoßes fallen durch Gebäude und ihre Energieversorgung an. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 hat die Bundesregierung beschlossen, die Gebäudeförderung weiter zu entwickeln sowie attraktiver zu gestalten und hat die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) geplant. Die neue Förderung soll dazu beitragen, durch eine Kombination aus Energieeinsparung und Einsatz erneuerbarer Energien den Primärenergiebedarf von Gebäuden bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 2008 zu senken. Nachdem im Januar die erste Stufe der BEG in Kraft getreten war, folgt am 1. Juli die zweite Stufe. Sie ersetzt die bestehenden Programme zur Förderung von Energieeffizienz und Erneuerbaren Energien im Gebäudebereich, die bisher in der Zuständigkeit der KfW und BAFA lagen. Auf diese Weise wird die Förderlandschaft übersichtlicher und Sanierungswillige können sich deutlich einfacher um Förderangebote bewerben. Die BEG ist in eine Grundstruktur mit drei Teilprogrammen aufgeteilt: Die BEG WG für Wohngebäude, die BEG NWG für Nichtwohngebäude und die BWG EM für Einzelmaßnahmen. Alle drei Teilprogramme werden als Zuschuss- sowie als Kreditvariante bestehen. Die BEG EM ist im Januar in der Zuschussvariante gestartet. Die BEG NGW und GW sowie die BEG EM in der Kreditvariante starten am 1. Juli 2021. Ab 2023 erfolgt die Förderung in jedem Fördertatbestand wahlweise als direkter Investitionszuschuss der BAFA oder als zinsverbilligter Förderkredit mit Tilgungszuschuss der KfW. Die neue Förderung zeigt auch, dass Wohngebäude immer stärker in den Fokus der Sanierungsbemühungen rücken. Obwohl sie weniger als 20 Prozent der Gebäude stellen, sind sie für mehr als ein Drittel des Energieverbrauchs verantwortlich. Bundesweit stehen zwischen vier und fünf Millionen Nichtwohngebäude.

Fördersätze für Gesamtsanierungen


Die BEG erhöht die Fördersätze für Gesamtsanierungen. Sie unterstützt Unternehmen, gemeinnützige Organisationen und Kommunen mit Fördergeldern für Dämmmaßnahmen, Fenstertausch, energieeffiziente Beleuchtungssysteme, Lüftungsanlagen sowie neue Heizungen in Büro-, Gewerbe.-und Verwaltungsgebäuden. Mit der BEG erhöht der Bund die Förderung für Nichtwohngebäude und gleicht sie an die für Wohngebäude an. Zu den verbesserten Fördersätzen kommen auch erhöhte Fördermittel für Fachplanungs- und Baubegleitungsleistungen. Für viele Unternehmen ist sicherlich auch die Einführung der Zuschussvariante von Interesse. Unternehmen und Kommunen, die verfügbares Geld investieren wollen, müssen nicht mehr zwingend einen Kredit aufnehmen, um an Fördergelder in Form eines Tilgungszuschusses zu gelangen. Sie können künftig auch einen Investitionszuschuss beantragen und den Rest der Investition aus Eigenmitteln tätigen. Insbesondere für Gesamtsanierungen haben sich die Förderbedingungen verbessert. Die drei Standards für Effizienzgebäude Denkmalschutz, Effizienzgebäude 100 und Effizienzgebäude 70 werden jeweils um 7,5 Prozent besser gestellt. Die Förderung liegt bei diesen Stufen nun zwischen 25 und 35 Prozent. Gebäudesanierer erhalten für die beiden Effizienzgebäudestandards 55 und 40 sogar 40 beziehungsweise 45 Prozent Zuschuss. Hinzu kommt ein möglicher Bonus von 5,0 Prozent bei Bestandsgebäuden, wenn das Gebäude die EE-Klasse erreicht, also mindestens 55 Prozent des erforderlichen Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt werden. Ein möglicher Bonus in Höhe von 2,5 Prozent kann bei Neubauten bezogen werden, wenn das Gebäude der NH-Klasse zugerechnet wird, also ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird. Die förderfähigen Kosten steigen um 5 Millionen auf 30 Millionen Euro. Statt bis zu 275 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche sind nun maximal 2.000 Euro anrechenbar. Die Baubegleitung durch eine Expertin oder einen Experten für Energieeffizienz eröffnet den Zugang zu weiterem Fördergeld. Der Staat bezuschusst eine qualifizierte Baubegleitung mit 50 Prozent der Kosten. Die förderfähigen Ausgaben sind gedeckelt auf 10 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche und bei 40.000 Euro pro Vorhaben. Der Zuschuss wird zusätzlich zu den Geldern der anderen Sanierungsmaßnahmen gewährt.


Gelder für Einzelmaßnahmen


Für Bestandsgebäude sind auch energetische Einzelmaßnahmen förderfähig. Bereits im Januar 2021 gab es dabei einige Änderungen. So sind die förderfähigen Kosten von 25 auf 15 Millionen Euro gesunken. Allerdings sind jetzt bis zu 1.000 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche anrechenbar statt bis zu 200 Euro. Für Gebäude unter 75.000 Quadratmeter Nettogrundfläche bedeutet das bessere Förderungen. Die Fortsätze für die einzelnen Maßnahmen sind gleich geblieben: Bei Dämmmaßnahmen an Fassaden, Dach und Kellerdecke, neuen Fenstern und Lüftungsanlagen, die die Gebäudehülle im notwendigen Maß energieeffizienter machen, gibt es 20 Prozent Zuschuss. Neue Heizungen werden je nach Technologie mit 20 bis 50 Prozent bezuschusst. Wenn die neue Heizung eine alte Ölheizung ersetzt, steigt der Betrag um weitere 10,0 Prozent. Einzelmaßnahmen können über mehrere aufeinander folgende Jahre hinweg beantragt werden. Antragsberechtigt sind neben dem Eigentümer auch Pächter oder Mieter sowie Contractoren. Sie bedürfen allerdings einer schriftlichen Erlaubnis des Eigentümers. Auch für Einzelmaßnahmen können sich Eigentümer die Baubegleitung fördern lassen. Hierbei sind die förderfähigen Ausgaben auf 5 Euro pro Quadratmeter Nettogrundfläche und insgesamt 20.000 Euro pro Vorhaben gedeckelt.


Die Einbindung eines Energieeffizienz-Experten


Energieeffizienz-Experten (EEE) sind alle in der Expertenliste des Bundes in den Kategorien „Wohngebäude“, „Nichtwohngebäude“ und „Effizienzhaus Denkmal sowie baudenkmal und sonstige besonders erhaltenswerte Bausubstanz“ geführte Personen. Für die Beantragung der Förderung und Begleitung eines Vorhabens ist in der BEG ein EEE einzubinden. Lediglich für Anträge auf Förderung von den Einzelmaßnahmen Heizungstechnik und Heizungsoptimierung ist derzeit noch eine Fachunternehmererklärung ausreichend. Bevor der Antrag gestellt werden kann, erstellt der EEE eine so genannte technische Projektbeschreibung, in der die zu beantragende Maßnahme erläutert wird.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.