Netzausbau in Deutschland dringend notwendig

Vier Strombetreiber haben den neuen Netzentwicklungsplan vorgestellt. Aus diesem geht hervor, dass der Bedarf an Stromleitungen in Deutschland erneut gestiegen ist.

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Die Strombetreiber 50Hertz, Amprion, Tennet und Transnet sehen die sogenannte Sektorenkopplung als Hauptgrund für den zusätzlichen Netzbedarf. Durch diese sollen die Wirtschaftsbereiche jenseits des Energiesektors möglichst schnell CO2-neutral werden. Dazu müssen mehr Elektroautos eingesetzt werden und die Gebäudebeheizung durch strombetriebene Wärmepumpen geschehen. Zudem will die Bundesregierung im großen Stil sogenannten grünen Wasserstoff durch Ökostrom herstellen. Doch um den durch die Sektorenverordnung steigenden Strombedarf in Deutschland zu decken, müssen die Netze entsprechend ausgebaut werden. Eine weitere Hochspannungstrasse müsse zwischen Heide in Schleswig-Holstein und Klein Rogahn in Mecklenburg-Vorpommern entstehen. Auch zwischen dem niedersächsischen Rastede und dem hessischen Bürstadt könnte eine weitere Leitung nötig sein. Zudem müssten auf hoher See die Netze verstärkt werden, um zusätzlichen Strom von Offshore-Windparks an Land zu leiten. Doch der Bau neuer Stromleitungen provoziert oft Bürgerproteste und liegt somit bereits jetzt hinter dem Zeitplan der Übertragungsnetzbetreiber. Dadurch sind die Stromtrassen bereits jetzt oft überfordert, was zu volkswirtschaftlicher Verschwendung führt.

Die Kosten, die durch den Netzmangel entstehen, landen auf den Rechnungen der Verbraucher

Das liegt daran, dass die Produktion heruntergefahren werden muss, wenn in den Netzen zu viel Strom ist. In diesen Fällen wird zunächst die Arbeit konventioneller Kraftwerke unterbrochen und danach gegebenenfalls die von Ökostromanlagen. Die Abnahme des Stroms von Ökostromanlagen ist aber eigentlich Pflicht, sodass die Anlagenbetreiber entschädigt werden müssen. Diese Kosten werden auf die Stromrechnungen der Verbraucher summiert. Im vergangenen Jahr entstanden bis zu 1,34 Milliarden Euro Entschädigungen durch das Einspeisungsmanagement. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diesem Problem entgegenzuwirken: Durch ein verbessertes Lastmanagement mit Smart Grids, durch Stromspeicher oder eine stärkere Integration des europäischen Stromnetzes. Doch Deutschland hängt in diesen Punkten der Energiewende hinterher.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.