Hausbau: Knappe Rohstoffe treiben Kosten in die Höhe

Wer ein Haus oder ein Gebäude baut, muss derzeit mit etwa 30 Prozent höheren Kosten rechnen, so DIHK-Präsident Peter Adrian. Grund hierfür sind immer knapper werdende Rohstoffe wie Holz und Stahl. 

Der Hausbau wird teurer: Kosten für Stahl und Holz steigen und treiben die Preise in die Höhe © Tobisto / stock.adobe.com

Nach Ansicht des Deutschen Industrie- und Handelskammertages stellt die Rohstoffknappheit die deutsche Wirtschaft vor immer größere Probleme. Laut DIHK-Präsident Peter Adrian sind die Energie- und Rohstoffpreise für Industrieunternehmen inzwischen das Geschäftsrisiko Nummer eins. Die Frage sei, wie lange die Situation noch andauert. "Durch die Konjunkturprogramme in den Vereinigten Staaten und in China gibt es eine große Nachfrage, die bei vielen Rohstoffen zu erheblichen Preissteigerungen und einer Verknappung geführt hat", sagte Adrian der Deutschen Presseagentur. "Wenn Sie in Deutschland heute ein Gebäude errichten wollen, dann haben Sie Preissteigerungen von über 30 Prozent, beim Stahl teilweise von bis zu 100 Prozent. Das ist schon ein echtes Problem." Noch ist unklar, ob es sich bei der Steigerung nur um einen vorübergehenden Effekt handelt oder ob sie langfristige Auswirkungen auf die Inflationsrate haben wird. Er rät dazu, den Markt sorgfältig zu beobachten.

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Stahl und Holz werden knapp

Viele Jahre hat ein Stahlüberschuss die Lage auf dem Weltmarkt dominiert - die europäische Stahlindustrie hatte jahrelang mit Absatzschwierigkeiten zu kämpfen. Doch davon kann nun keine Rede mehr sein. Europas größter Stahlhersteller Thyssenkrupp spricht von einem Stahlengpass in Europa. Es sei mit vorerst anhaltenden Versorgungslücken zu rechnen. Obwohl die europäische Stahlindustrie ihre Kapazitäten voll hochgefahren habe, reiche das nicht, um die Nachfrage zu decken. Zurzeit findet auch kein Stahl aus China mehr den Weg nach Europa. Seit die chinesische Regierung die in der Vergangenheit gewährten Steuererleichterungen für Stahlexporte gestrichen hat, wird kaum noch chinesischer Stahl nach Europa importiert. Deutscher Stahl wurde folglich immer teurer. Thyssenkrupp rechnet derzeit auch nicht mit einer Entspannung der Lage. Da die großen Corona-Wiederaufbauprogramme in Europa und den USA erst anlaufen, werde die Nachfrage nach Stahl hoch bleiben.

Holz

Während sich Sägewerke derzeit vor Aufträgen kaum retten können, steht das Handwerk vor großen Problemen. Da ihnen der Rohstoff Holz fehlt, haben es Handwerksbetriebe derzeit schwer, ihre Aufträge abzuarbeiten. Die hohe Nachfrage vom Bau treibt den Preis in die Höhe. Verschärfend kommt hinzu, dass China und die USA derzeit auch viele Bauvorhaben realisieren, und gleichzeitig auch bessere Preise zahlen als die Europäer. Aus diesem Grund wird Holz exportiert, das auch hierzulande dringend gebraucht wird. Ein weiterer Faktor sind die Dürresommer der letzten Jahre. Der Baumbestand in deutschen Wäldern hat in dieser Zeit häufig Schaden genommen, was die Holzknappheit weiter verstärkt.

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