Ingenieurunternehmen bekommen die Krise zu spüren

Lange hat die Bauwirtschaft wenig von der Krise gespürt. Der Beginn des ersten Lockdowns ist fast ein Jahr her und auch die Ingenieurunternehmen spüren die Rezession.

Ingenieurunternehmen in der Krise © luckybusiness / stock.adobe.com

Langsam, aber sicher merken auch die Ingenieurunternehmen die Auswirkungen des Lockdowns. Anfang des Jahres hat der Verband Beratender Ingenieure (VBI) eine Konjunkturumfrage gestartet. Während Anfang 2020 noch 95 Prozent ihre Situation als gut oder sehr gut eingeschätzt haben, sind es jetzt nur 81 Prozent. Und der Anteil derer, die ihre Lage als ausreichend oder schlecht bewerten, ist von fünf auf 18 Prozent gestiegen. Zudem verzeichnen 18 Prozent einen Umsatzrückgang – weit mehr als in den Jahren zuvor. Auch wenn die Lage jetzt noch verhältnismäßig entspannt ist, fürchtet der VBI, dass sich die Lage für rund ein fünftel der Unternehmen weiter verschärft.

Die öffentliche Hand darf ihre Investitionen nicht zurückstellen

„Die neuesten wirtschaftlichen Daten unserer Unternehmen sind nur eine Momentaufnahme, entscheidend für die Zukunft ist die aktuelle Investitionsbereitschaft der öffentlichen Hand und privater Unternehmen. Nur wenn geplante Projekte weiterhin ausgeschrieben und durchgeführt werden, bleibt die Planungs- und Bauwirtschaft der Eckpfeiler einer wirtschaftlichen Erholung nach der Krise. Auf keinen Fall dürfen die wegbrechenden Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen dazu führen, dass Projekte verschoben oder aufgehoben werden. Das würde die Krise noch verschärfen und sich jahrelang auswirken. Die Steuerausfälle müssen komplett ausgeglichen werden“, warnt VBI-Präsident Jörg Thiele. Laut einer neuen Ernst & Young-Umfrage rechnen 47 Prozent der Kommunen mit einem Haushaltsdefizit. Sieben Prozent berichten von zurückgestellten öffentlichen Aufträgen und fünf Prozent von zurückgestellten privaten Aufträgen. Im zweiten Halbjahr 2020 mussten bereits 27 Prozent einen Auftragsrückgang verzeichnen und acht Prozent rechnen mit einem starken Rückgang im ersten Halbjahr 2021.

Fachkräftemangel hemmt Produktivität signifikant

Zwar nannten 31 Prozent der Unternehmen die Coronakrise als Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung, doch ein Punkt wurde noch häufiger genannt: 32 Prozent sehen den Ingenieurmangel als wesentliches Hemmnis für ihre Tätigkeit und 27 Prozent geben an, dass sie gerne Personal eingestellt, jedoch keine neuen Mitarbeiter gefunden hätten.

Abonnieren Sie den ibau Newsletter und verpassen Sie nichts mehr

Ihre Anmeldung konnte nicht gespeichert werden. Bitte versuchen Sie es erneut.
Ihre Anmeldung war erfolgreich. Bitte bestätigen Sie noch Ihre E-Mail Adresse über unsere Bestätigungs-E-Mail, damit wir Ihnen zukünftig Informationen per E-Mail zusenden können.

Ich möchte regelmäßig über Inhalte, Services und Produkte der ibau GmbH per E-Mail informiert werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen. Nach Bestätigung Ihrer E-Mail Adresse erhalten Sie zukünftig unseren ibau Newsletter zu den von Ihnen ausgewählten Themengebieten. Näheres erläutert der Datenschutzhinweis.


Abschließender Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.