ibau Sentiment Analyse | Mai 2020:
Was bringt das geplante Konjunkturpaket?

Auch im Mai beeinflussen die Auswirkungen der Corona-Pandemie die wirtschaftliche Lage. Nach wie vor stellt sich die Frage nach weiteren Erkenntnissen, die auf zukünftige Entwicklungen hinweisen. Bis Ende April ist die Baubranche im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen von den Auswirkungen der Corona-Pandemie weitestgehend verschont geblieben. Die allgemeine Berichterstattung vermittelte den Eindruck, dass es spätestens im Mai auch in der Baubranche zu einer signifikanten Zuspitzung der Situation aufgrund nachgelagerter Effekte kommen würde. Folglich rückte vor allem der Aspekt staatlicher Unterstützung in den Vordergrund – insbesondere seitens der Branchenverbände wurden die Rufe hiernach lauter.

1| Zusammenfassung

Die Situation hat sich seit April kaum verändert.

  • Kurz- bis mittelfristig, also ungefähr bis zum Jahresende, ist die Bauwirtschaft nur gering von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen.
  • Im Vergleich zum letzten Jahr lassen sich zurzeit deutlich weniger Neumeldungen von Bauprojekten in der Diskussions- und Vorplanungsphase verzeichnen. Die Anzahl der Projekte, die sich bereits in der Berichterstattung befinden, verschieben sich zunehmend in die unverbindlichere Zukunft.

Das 130 Milliarden Euro Konjunkturpaket der Bundesregierung hinterlässt in der Branche bis jetzt noch keine Euphorie. Speziell für die Baubranche sind keine direkten Maßnahmen vorgesehen.

  • Die Kommunen können die Auswirkung noch nicht bewerten. Klar ist nur, Gewerbesteuerausfälle von bis zu 12 Milliarden Euro werden übernommen. Was die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs sowie des Gesundheitssektors im Einzelnen bedeutet, bleibt abzuwarten.
  • Was sich konkret hinter der Bezeichnung 50 Milliarden Euro Zukunftspakt verbirgt, bleibt ebenfalls abzuwarten.
  • Gleiches gilt für die Mehrwertsteuerentlastung. Es wird sich zeigen, ob diese in der Tat an den Endverbraucher weitergegeben wird.

Festhalten lässt sich, dass in Summe die größte konzentrierte Rettungsaktion für die globale Wirtschaft der Neuzeit läuft.

  • In den USA wurden Hilfspakete im Umfang von knapp drei Billionen Dollar geschnürt. Die US-Notenbank hat den Leitzins auf null Prozent gesenkt und seit Anfang März Staatsanleihen und hypothekenbesicherte Wertpapiere für mehr als zwei Billionen Dollar gekauft.
  • Die EU-Staaten haben erstmals ein riesiges gemeinsames Paket angekündigt, das zusammen mit den nationalen Hilfen mehrere Billionen Euro umfasst.
  • Die EZB stockte ihr erst im März aufgelegtes zusätzliches Anleihekaufprogramm („Pepp“) um 600 Milliarden auf 1,35 Billionen Euro auf.

Die Börsen nehmen die konjunkturellen Erholungen bereits vorweg und sind nahe den alten Höchstständen. Behalten die Börsen Recht, würde die Baubranche in 2021 nicht in das Konjunkturloch stürzen, das sich zurzeit abzeichnet.

2| Die Faktenlage

Vor dem Hintergrund des geforderten und am 3. Juni beschlossenen Konjunkturpaketes konzentrieren wir uns bei der Auswertung unserer Ergebnisse für den Monat Mai auf zwei Fragen:

  • War der Mai in seiner Entwicklung tatsächlich so dramatisch wie vorhergesagt?
  • Was bedeutet das beschlossene Konjunkturpaket für die baulichen Aktivitäten der Kommunen und kann es über eine Signalwirkung hinaus zielführende Impulse für die Bauwirtschaft setzen?

Zunächst werden die tatsächlichen Entwicklungen im Mai beleuchtet: Entgegen einschlägiger Pressemitteilungen zeigte unsere Auswertung im April, dass in der weiteren Entwicklung von einem verhaltenen Optimismus auszugehen ist. Diese Prognose scheint zutreffend zu sein, denn eine signifikante Verschärfung der Situation hat – zumindest nach den Ergebnissen unserer Umfrage – nicht stattgefunden. Auch die Kennzahlen unserer Projektberichterstattung sind konstant geblieben. Dennoch lassen erste Anzeichen vermuten, dass Auftragsvolumina abnehmen werden.

Projektverlauf nach Status

Verzögerungen nach Bauphasen

Die Angaben aller Befragten hinsichtlich Verzögerungen in einzelnen Bauphasen für April und Mai sind nahezu identisch. Es lassen sich kaum Veränderungen feststellen. Der Großteil aller Projekte wird nach wie vor nach Plan oder mit leichten Verzögerungen realisiert (86 %). Zwischen den Projekten die auf Eis liegen und denen, die nicht mehr realisiert werden sollen, hat jedoch eine Verschiebung stattgefunden. Diese Verschiebung könnte insbesondere für die zukünftige Entwicklung bedeutend sein. So ist der Anteil der Projekte, die nicht mehr realisiert werden, von 3,3 Prozent auf 6,7 Prozent angestiegen. Wichtig zu berücksichtigen ist hierbei, dass sich diese Veränderung nicht auf die kurzfristige Auftragsplanung auswirkt. Hiervon ist in erster Linie die mittelfristige Auftragsplanung betroffen. Dementsprechend ist noch ausreichend Zeit vorhanden um Ausfälle zu kompensieren.

Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei geplanten Projekten

Im April lagen die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei öffentlichen Bauherren bei 5,8 Prozent. Die Ergebnisse vom Monat Mai bestätigen diese niedrige Tendenz. Ungefähr zwei Drittel aller Befragten haben angegeben, dass sich die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen nicht verändert haben. Bei 14 Prozent haben sich diese Tendenzen verringert.

Bei den gewerblichen Bauherren gaben im April ungefähr 17 Prozent an, dass Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen deutlich werden. Aber auch hier haben sich im Mai bei mehr als der Hälfte der Befragten die Tendenzen nicht verändert (60 %). Verringert haben sich diese Tendenzen bei 20 Prozent der Befragten.

Bei den privaten Bauherren waren im April mit 20,4 Prozent die größten Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen zu verzeichnen. Bei der Hälfte der Befragten haben sich im Mai die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen ebenfalls nicht verändert. Mit 27 Prozent sind die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei privaten Bauherren sogar deutlich gesunken. Gleichzeitig haben 25 Prozent aber auch angegeben, dass die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen eher gestiegen sind. Hier scheint sich eine Polarisierung bei privaten Bauherren abzuzeichnen: Der eine Teil sieht die wirtschaftlichen Verhältnisse nach den ersten Corona-Wochen für die weitere Zukunft wieder als gefestigt an, während für den anderen Teil die Zukunft weiterhin von Unsicherheiten geprägt ist.

April 2020: Gibt es Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei Ihren Projektplanungen?
April 2020: Gibt es Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei Ihren Projektplanungen?
Wie haben sich die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei Ihren Projekten im Mai im Vergleich zu den Vormonaten verändert?
Wie haben sich die Zurückstellungs- oder Rücktrittstendenzen bei Ihren Projekten im Mai im Vergleich zu den Vormonaten verändert?
Veränderung der Neumeldungsmenge: April und Mai 2019 im Vergleich zu April und Mai 2020
3| Die Stimmungslage

Um die aktuelle Situation sinnvoll bewerten zu können, werden im Folgenden zwei Trends betrachtet: Zum einen die Neumeldungsmenge (neu bei uns berichtete Projekte) und zum anderen die zeitliche Verschiebung bereits bekannter Projekte.

Veränderungen der Neumeldungsmenge

Der Vergleich der Monate April und Mai des Vorjahres mit den beiden Monaten dieses Jahres zeigt eine deutliche Abnahme in der Entwicklung der Neumeldungsmenge. Insgesamt ist die Neumeldungsmenge um 21,1 Prozent gesunken. Vor allem in den Phasen Vorplanung und Diskussion, welche die mittel- bis langfristige Zukunft charakterisieren, ist ein Projektmengeneinbruch von 34,7 Prozent bzw. 26 Prozent zu verzeichnen.

Verschiebung der bekannten Projekte

Diese Zahlen unterstützen den Trend, der sich bei den Neumeldungen angekündigt hat. Im Hinblick auf den Projektstatus hat im Mai eine sehr deutliche Verschiebung in die mittel- bis langfristigen Realisierungsphasen stattgefunden. Der durchschnittliche Zuwachs von Projektmengen in diesen Projektphasen betrug 10,5 Prozent. Mit anderen Worten: Projekte aus der konkreten Planung werden in die unverbindlichere Zukunft geschoben, auf Eis gelegt oder gar nicht mehr realisiert.

Die Werte unterstreichen die Unsicherheiten bei langfristigen Planungen in den Bereichen Industrie, Handel und Gastronomie. Aber auch die Projekte der öffentlichen Hand werden deutlich zurückhaltend gesehen. Projektverantwortliche aus dem privaten bzw. gewerblichen Bereich und der öffentlichen Hand agieren mit Vorsicht. Im Mai war das Konjunkturprogramm der Regierung noch nicht bekannt, entsprechend kann es sich in diesen Zahlen noch nicht widerspiegeln. Die Daten machen jedoch deutlich, das Konjunkturprogramm ist dringend notwendig.

Veränderung der Projektmenge nach Projektphasen: Veränderung von April zu Mai
Veränderung der Projektmenge nach Projektphasen: Veränderung von April zu Mai
Veränderung der Projektmenge nach Projektkategorien: Veränderung von April zu Mai
Veränderung der Projektmenge nach Projektkategorien: Veränderung von April zu Mai

So soll das Konjunkturprogramm nicht nur die Umsetzung kommunaler Aufgaben wie die erweiterte Beteiligung des Bundes an den Hartz IV Verpflichtungen sichern, sondern auch den anderen wichtigen Aufgaben kommunaler Daseinsvorsorge gerecht werden. Zu diesen zählen unter anderem die Schaffung von Kita-Plätzen oder die Grundsanierung schulischer Infrastruktur (baulich wie digital). Erreicht werden soll dies etwa durch den Verzicht des Bundes und der Länder auf deren Gewerbesteuer-Anteil und die temporäre Reduktion der Mehrwertsteuer auf 16 Prozent. Ziel ist es, eine schnelle Normalisierung der Märkte herbeizuführen, damit dem weiterhin bestehenden Bedarf am Ausbau baulicher Infrastruktur Rechnung getragen werden kann.

Seitens der Fachverbände stehen schon von Beginn an Forderungen im Raum, dass von der öffentlichen Hand zur Belebung und Aufrechterhaltung des Neugeschäfts staatliche Investitionen getätigt werden sollen. Hierzu zählen:

  • Abbau des bestehenden Sanierungsstaus an öffentlichen Einrichtungen
  • Prozessvereinfachungen bei der Erteilung von Baugenehmigungen
  • Vergabebeschleunigung bei Ausschreibungsverfahren

Da die Umsetzung dieser Forderungen zur unmittelbaren Förderung der Branche beitragen kann, haben wir in unserer Analyse in diesem Monat einen weiteren Schwerpunkt auf diese Aspekte gelegt.

Bearbeitung von Bauanträgen und Bauvoranfragen

Bearbeitung von Bauanträgen und Bauvoranfragen

Mehr als die Hälfte der Befragten bestätigte, dass sich die Bearbeitung von Bauanträgen und Bauvoranfragen durch die Genehmigungsbehörden verändert hat und deutliche Verzögerungen festzustellen sind (61,8 %). Dem gegenüber steht ungefähr ein Drittel der Befragten, die keine Veränderungen in der Bearbeitung von Bauanträgen und Bauvoranfragen beobachten konnten (34,5 %).

Diese Problematik war bereits vor der Verbreitung des Covid19-Virus bekannt und ist folglich nicht allein auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. So lassen sich die Verzögerungen bei der Bearbeitung von Bauanträgen und Bauvoranfragen nicht auf fehlende Gelder bzw. die fehlende Bereitstellung von Fördermitteln zurückführen, sondern eher auf zu geringe personelle Ressourcen der Behörden. Entsprechend hat sich dieser Umstand durch Corona verschärft: Mitarbeiter sind mit häufig unzureichender Technik im Homeoffice tätig, Bauausschuss- bzw. Ratssitzungen können nicht abgehalten und infolgedessen auch keine Entscheidungen getroffen werden.

Veränderungen in Ausschreibungs- bzw. Vergabeverfahren

Veränderungen in Ausschreibungs- bzw. Vergabeverfahren

Im Hinblick auf Verzögerungen im Ausschreibungs- bzw. Vergabeverfahren hat jedoch nur ein Viertel der Befragten (23,6 %) deutliche Verzögerungen erlebt. Ungefähr drei Viertel der Befragten (72,7 %) gaben an, dass sich nichts verändert habe.

Zu berücksichtigen ist jedoch, dass es auch in diesem Bereich schon vor der Corona-Pandemie Ausschreibungsverzögerungen gab. Diese wurden häufig durch ein zu geringes markttaugliches Angebotsvolumen der Fachunternehmen verursacht. Die aktuellen Veränderungen können hingegen auf die fehlenden personellen Ressourcen, ausgelöst durch Corona, zurückgeführt werden. Bestätigt wird dies durch die gesunkene Anzahl von Abwehrangeboten. Immer häufiger nehmen ausführende Unternehmen, denen Kunden aus durch Corona geschädigten Branchen abhandengekommen sind, an öffentlichen Ausschreibungen teil.

Bedeutung des beschlossenen Konjunkturpaketes

Wie zu Beginn eingeleitet, möchten wir auch die Frage beleuchten, was das beschlossene Konjunkturpaket für die baulichen Aktivitäten der Kommunen bedeutet und ob es über eine Signalwirkung hinaus zielführende Impulse für die Bauwirtschaft setzen kann.

Diese Frage wird wohl erst zu einem späteren Zeitpunkt beantwortet werden können, da sich die Auswirkungen erst in den kommenden Monaten zeigen werden. Es bleibt zu hoffen, dass am Ende ein zielführender und nachhaltiger Impuls für die Bauwirtschaft entsteht, der einem sich noch derzeit andeutenden nachgelagerten Abschwung zuvorkommt. Hier liefern die ersten aktuellen Reaktionen aus den Baureferaten der Kommunen bereits aufschlussreiche Informationen. Daher finden Sie wie gewohnt abschließend Originalstimmen und Einschätzungen aus unseren persönlichen Kurzinterviews.

4| Originalstimmen

Die Originaltöne aus unseren Interviews befassen sich dieses Mal mit dem Thema Ausschreibungsverzögerungen und Angebotsabgabe sowie dem Konjunkturpaket und dessen Auswirkungen.

Icon Bayern
Aus der Region des Regierungsbezirks Niederbayern

Zum Thema Konjunkturpaket: „… Wir vom Bauamt merken davon gar nichts. Mag schon sein, dass es da Gewerbesteuerrückgänge gibt. Ist bei uns aber noch nicht angekommen und zeichnet sich auch nicht ab. Die Ausschreibungen laufen normal weiter ohne Verzögerungen. Das Konjunkturprogramm setzt aber richtige Schwerpunkte. …“

Icon Schleswig-Holstein
Aus einer Kreisstadt in Schleswig-Holstein

Zum Thema Konjunkturpaket: „… Ich weiß auch nur das, was in den Medien geistert; bisher ja nur Absichtserklärung. Richtig konkret wird das ja erst in den nächsten Wochen und Monaten. Bei uns ist das Baubudget gemessen an allen anderen Ausgaben eher gering – auch wenn wir jetzt ein paar größere Projekte realisieren wie Turnhallen, Kitas und einen Schulneubau. Projekte, die gemacht werden müssen werden eh gemacht. …“

Zum Thema Ausschreibungsverzögerungen und Termineinhaltung: „… Ja, da hat sich doch einiges verschoben. Aber der Abbau von Fachpersonal ist ja schon seit Jahren ein eher strukturelles Problem – allerdings Corona-spezifische Ausfälle haben wir hier nur geringfügig gehabt. …“

Icon Rheinland-Pfalz
Aus einer Verbandsgemeinde in Rheinland-Pfalz

Zum Thema Konjunkturpaket: „… Ich glaube das Programm wird es uns ermöglichen, einige Maßnahmen zu realisieren, die wir sonst hätten nicht durchführen können, aber sicher nicht alle. Das heißt vor allem kurz- und mittelfristige Projekte in den klassischen Themenfeldern: Schule und Kita und digitale Infrastruktur …“

Zum Thema vermehrte Angebotsabgabe: „… ja, deutlich mehr als in den Vormonaten – vor allem auch vernünftige Preise. Bisweilen das Preisniveau von vor 2 Jahren …“

Icon Baden-Württemberg
Aus einer mittelgroßen Kreisstadt in Baden-Württemberg

Zum Thema Konjunkturpaket: „… Wir mussten wegen Corona zwei komplette große Schulbau-Sanierungen canceln, weil wir einen zweistelligen Millionenbetrag einsparen müssen. Der genehmigte Förderanteil mit gerade mal 20 Prozent ist relativ gering, sodass die Eigenfinanzierungsquote mit 80 Prozent zu Buche schlägt. Wenn wir es dank Konjunkturstütze dann doch umsetzen können, dann auch nur verzögert und vermutlich nicht in vollem Umfang, weil der Gewerbesteueranteilsverzicht des Bundes und der Länder die Ausfälle nicht komplett kompensieren wird. Dafür gibt es noch zu viele Pflichtausgaben der Kommunen. ...“

Zum Thema Vermehrte Angebotsabgabe: „... Ja, da gibt es eine Belebung. Von zwei Ausschreibungen haben wir diesmal sieben bzw. acht Angebote zurück erhalten. Bei der letzten Ausschreibung vor einem halben Jahr waren es gerade mal zwei. Aber eigentlich reden wir hier von einem schon seit langem bestehenden strukturellen Problem. Ich als Firmeninhaber hätte weder Zeit noch Geduld vor Ausfüllen des Leistungsverzeichnisses alleine 80 Seiten Vorbemerkung zum Verfahren durchzulesen – und das wird schlimmer statt besser. …“

Zum Thema Ausschreibungsverzögerungen: „… Corona legt das strukturelle Problem auch hier offen: Signifikanter Fachkräftemangel in den Behörden. Waren es vor Jahren noch acht Sachbearbeiter, sind es jetzt grade mal noch vier und demnächst gehen drei davon auch noch in Rente – damit sind weitere 90 Jahre Berufserfahrung verloren. Durch Corona kommen jetzt noch Krankheitsfälle, teilweise suboptimale Homeoffice-Bedingungen hinsichtlich der IT-Infrastruktur und ausfallende Ausschuss- bzw. Ratssitzungen vermehrt hinzu. …“

Icon Nordrhein-Westfalen
Aus einer Kreisverwaltung in Nordrhein-Westfalen

Zum Thema Konjunkturpaket: „… da bin ich mit meinen Schätzungen sehr vorsichtig: Fahren auf Sicht. Aktuell wird nichts verschoben und normal abgearbeitet. Das ist für Projekte des nächsten Jahres auch erst mal so vorgesehen. Mittelfristige Projekte allerdings werden jetzt jedenfalls mental auf die lange Bank geschoben. Wir wissen ja noch nicht, was tatsächlich an Geldern fließt – aber dass da was kommen wird, ist ja schon mal positiv und wird uns helfen, die geplanten Maßnahmen durchzuführen. …“

Zum Thema Ausschreibungsverzögerungen: „… kann ich für unseren Bereich nicht feststellen. Hier geht alles seinen ganz normalen Gang. …“

Zum Thema Vermehrte Angebotsabgabe: „… ein leichter Trend vielleicht – aber da muss man noch abwarten. Das zeichnet sich bei uns jedenfalls noch nicht eindeutig ab. …“


Informationen als PDF zum Herunterladen

Laden Sie sich die ibau Sentiment Analyse hier für Mai 2020 als praktisches PDF herunter.

Was ist die ibau Sentiment Analyse und wie sind die Ergebnisse zu bewerten?

Die ibau Sentiment Analyse gibt das aktuelle Stimmungsbild von Entscheidungsträgern und Machern der Baubranche wieder. Basierend auf den Aussagen von Investoren, Projektsteuerern, Planern, Generalunternehmern, Vergabestellen, Architekten und Bauträgern bewerten wir die aktuelle Situation, um frühzeitig Entwicklungstendenzen für alle Beteiligten der Bauwirtschaft aufzuzeigen.

Angesichts der aktuell von Corona geprägten Situation ändert sich das Stimmungsbild der Verantwortlichen der Bauwirtschaft schnell – und tiefgreifend. Daher werden wir Sie mit der ibau Stimmungsanalyse auf dem Laufenden halten.

Wie gehen wir vor?

Die ibau Sentiment Analyse beruht auf drei Faktoren:

  1. Die Prognose basiert auf der Befragung unserer langjährigen Partner in der Bauindustrie sowie der statistischen Auswertung von Trends der von uns erfassten Bauprojekte. Die Kombination dieser Informationen mit unserer umfangreichen Datenbasis vergangener Jahre ermöglicht es zukünftige Entwicklungen zu skizzieren.
  2. Es erfolgt eine qualitative Bewertung von über 1.000 Gesprächen mit den oberhalb genannten Ansprechpartnern wie Projektverantwortliche, Investoren, Bauträger, Planer und Architekten.
  3. Basierend auf 30 Schwerpunktinterviews mit ausgewählten Zielgruppen arbeiten wir die zum Teil unterschiedlichen Sichtweisen gesondert heraus. So lassen sich aktuelle Entwicklungen aus verschiedenen Perspektiven oder aus Sicht einer definierten Zielgruppe beleuchten.

Abschließender Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Alle Informationen auf dieser Seite wurden nur zur allgemeinen Orientierung veröffentlicht.

ibau Redaktion

Auf Basis der Erfahrung von über 60 Jahren täglicher Recherche und Analyse von Ausschreibungen und Vergaben im öffentlichen und gewerblichen Sektor veröffentlicht die ibau Redaktion Ratgeber-Inhalte um Sie über verschiedene Fragen und Problemstellungen rund um Ausschreibungen und Vergaben aufzuklären.