Handwerksunternehmen auf Social Media

Betriebe haben meistens eine eigene Website – doch auf social Media sind die wenigsten aktiv. Dabei können sich Kanäle auf Instagram, Facebook oder Co. bezahlt machen.

Malerarbeiter mit Smartphone © Lolostock / adobe.stock.com

Insbesondere junge Menschen sind auf sozialen Plattformen unterwegs. So können nicht nur neue Kunden gewonnen werden, auch potentielle Azubis oder neue Mitarbeiter stoßen leichter auf den Betrieb. Im Kontakt mit den Kunden gilt natürlich, dass das Texten auf sozialen Medien nicht den persönlichen Kontakt ersetzen kann, aber zumindest ergänzen. Und insbesondere in Pandemie-Zeiten konnte so der Kontakt zu den Kunden leichter gehalten werden. Zudem spart es Zeit, auf digitalem Wege miteinander vernetzt zu sein. Neben einer Webseite als digitaler Visitenkarte weisen Social Media Kanäle einen Betrieb als besonders modern und innovativ aus.

Social Media läuft nicht einfach nebenbei

Bevor ein Kanal eingerichtet wird, sollten jedoch einige Fragen geklärt werden. Zunächst gilt es zu entscheiden, welche die passende Plattform ist. Das hängt insbesondere davon ab, wie die Zielgruppe strukturiert ist. Auf die einzelnen Plattformen und ihre Vor- und Nachteile wird später noch einmal eingegangen. Zudem sollte man sich überlegen, wie der Content in etwa aussehen soll. Handelt es sich beim eigenen Handwerk um ästhetische Arbeiten? Werden also eher Fotos gepostet oder Textbeiträge? Oder möchte man vielleicht sogar Videos erstellen? Bei diesen Überlegungen ist immer auch zu bedenken, wie viel Zeit man in die eigenen Kanäle investieren möchte. Die Sichtbarkeit auf sozialen Medien nimmt zu, je regelmäßiger man postet. Dabei ist es egal, ob das einmal die Woche oder dreimal am Tag bedeutet: Hauptsache man findet einen Rhythmus, den man meistens einhalten kann. Wenn man sich zum Beispiel dazu entscheidet, jeden Mittwoch einen Bildbeitrag hochzuladen und dazu eine kurze Erklärung zu schreiben, sollte dieser Post frühzeitig vorbereitet werden. Für Wochen, von denen man weiß, dass sie stressig werden und wenig Zeit für soziale Medien bleibt, sollten die Beiträge eventuell vorgeplant werden. Die Planung sollte sich grundsätzlich nicht auf den nächsten Post beschränken: Möchte man eventuell eine Serie erstellen, in der man alle Arbeitsschritte bis zur Fertigstellung präsentiert? Oder möchte man verschiedene Alternativen für ein Produkt vorstellen? Außerdem muss zusätzlich zu der Zeit zum Erstellen der Postings auch Zeit für die sonstige Kanalpflege eingeplant werden. Werden Kommentare von Interessierten erst spät oder sogar nie beantwortet, verlieren sie das Interesse. Die Devise auf Social Media lautet Dranbleiben. Nach 10 Postings wird noch wenig Resonanz auf die einzelnen Beiträge geben, der Kanal muss erst einmal bekannt werden. Um das zu fördern, hat jede Plattform eigene Mechanismen. Viele arbeiten mit Hashtags und grundsätzlich ist es sinnvoll, die Aktionen unter den Beiträge zu fördern, etwa indem man passende Fragen stellt, die dann in den Kommentaren beantwortet werden. Oft wird die Arbeit, die ein Kanal erfordert falsch eingeschätzt, deswegen gilt: Erst einmal mit einem Account beginnen und die Posting-Frequenz niedrig halten, mehr machen kann man immer noch.

Die richtige Plattform wählen

Die größte und bekannteste Plattform ist Facebook. Mit 32 Millionen aktiven Nutzern im Monat steht sie auf Platz eins. Zudem ist sie sehr vielseitig nutzbar: Fotos, Videos, Texte und Storys können gepostet werden. In Facebook-Gruppen zu bestimmten Themen kann sich außerdem direkt die passende Zielgruppe befinden. Bietet man zum Beispiel Fertighäuser an, kann man in Gruppen beitreten, in denen sich Menschen austauschen, die planen ein Haus zu bauen und auf ihre themenbezogenen Fragen reagieren. So finden die passenden Menschen direkt zu Ihrem Profil, auf dem auch Ihre Webseite verlinkt ist. Da Instagram auch zu Facebook gehört, kann man durch den Werbeanzeigenmanager direkt den eigenen Instagram-Kanal integrieren und die Inhalte auf beiden Kanälen ausspielen. Facebook bietet kostenlose Kurse und mehr an, um Unternehmen über die Möglichkeiten aufzuklären, die ihnen Facebook bietet.

Instagram gehört auch zu Facebook, funktioniert aber gänzlich anders. Auf Instagram kommt es auf die Optik an. Beiträge sind immer Fotos oder Videos, zu denen noch ein kurzer Text gepostet werden kann. Beiträge, die dauerhaft sichtbar sind, sollten deswegen schön aussehen, weshalb sich Instagram insbesondere für Betriebe eignet, die ästhetische Arbeiten vollbringen. Ein Malerbetrieb kann etwa Fotos von vollbrachter Arbeit hochladen. Auch die Story-Funktion auf Instagram ist sehr beliebt. Hier werden Fotos und Videos hochgeladen, die aber nach 24 Stunden wieder verschwinden. Dabei kommt es etwas weniger auf die Optik an. Hier sind Authentizität und Spontanität wichtiger. Verlegt der Fliesenleger etwa gerade Fliesen, die neu auf dem Markt sind, nimmt er ein kurzes Video auf, indem er das Produkt zeigt. Oder lassen die Kollegen den anstrengenden Arbeitstag in einer gemütlichen Grillrunde ausklingen, kann man ein lustiges Foto hochladen. Auf Instagram spielen Hashtags eine große Rolle: Verwenden Sie dabei maximal vier und mischen Sie beliebte und unbeliebte.

Eine andere Plattform, bei der die Optik eine große Rolle spielt, ist Pinterest. Sie ist besonders bei der Do-it-yourself-Szene beliebt, aber auch clevere Unternehmen haben sie für sich entdeckt. Sie posten Bilder und mit einem Click auf diese landet der Nutzer direkt auf einer ausgewählten Seite, etwa der eigenen Homepage. Nutzer können sich diese Beiträge dann auf sogenannten Pinnwänden speichern. Sie erstellen etwa eine Pinnwand zu Kücheninspirationen, eine weitere zum Terrassenbereich und so weiter. Bei der Hausplanung wird auf diese Inspirationen zurückgegriffen und direkt geschaut, wie man denn an die schöne Holzvertäfelung auf der Terrasse herankommt.

Spätestens seit Donald Trump kennt jeder ungefähr das Prinzip von Twitter. In kurzen Beiträgen von maximal 280 Zeichen postet man eine Neuigkeit. Bei Twitter geht es vor allem um aktuelle Mitteilungen, Diskussionen oder Meinungen. In einem Tweet kann man etwa eine neue Veranstaltung ansagen.
Bei YouTube handelt es sich um eine Video-Plattform. Das Betreiben dieser Plattform ist deswegen sehr aufwändig. Aber gerade in der Handwerksbranche gibt es immer spannenden Content. Handwerker können zeigen, wie sie eine Arbeit verrichten. Sie können mit Expertenwissen glänzen und sich von der menschlichen Seite präsentieren. So schöpfen potentielle Kunden Vertrauen in den Betrieb. Bei YouTube ist es wichtig, dass das Bild halbwegs klar ist und wenn gesprochen wird, muss alles verstanden werden können. Allerdings sind Handy-Kameras mittlerweile vollkommen ausreichend. Ob das Mikrofon ausreicht, sollte jeder individuell testen, da die Klangqualität auch davon abhängt, wo gefilmt wird.

Während die bisher genannten Plattformen hauptsächlich zur Kundenaquisition geeignet sind, werden die Business-Plattformen LinkedIn und XING überwiegend zum Netzwerken eingesetzt. Unternehmen erstellen ein Unternehmensprofil auf dem sie sich als Experten ihrer Branche darstellen. Hier können zudem Stellenanzeigen veröffentlicht und somit neue Mitarbeiter rekrutiert werden. Zudem können Textpostings veröffentlicht werden. Insbesondere LinkedIn fördert die Veröffentlichung von Blogbeiträgen, Whitepaper und anderen Publikationen. In unserem Ratgeber zu Social Media gehen wir Schritt für Schritt auf alle wichtigen Punkte ein.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.