Förderungen für die Digitalisierung im Handwerk

Die Vorteile von Digitalisierung in der Baubranche sind mittlerweile jedem bekannt. Und auch Fördermittel gibt es mittlerweile wie Sand am Meer, auch für das Handwerk.

Fördermittel Digitalisierung © Stockwerk-Fotodesign

Stephan Blank, Referatsleiter für Digitalisierung im Zentralverband des Deutschen Handwerks erklärt, dass der bürokratische Aufwand für viele ausschlaggebend dafür ist, nicht in Digitalisierung zu investieren. Doch er mahnt: "Digitalisierung zahlt sich aus." Nicht nur, dass Prozesse so optimiert werden, auch ein digitaler Blick auf das Geschäftsmodell an sich lohnt sich, insbesondere um auf die geänderten Kundenbedürfnisse reagieren zu können. Deswegen sollten die finanziellen Unterstützungen in Anspruch genommen werden. Das Spektrum reicht dabei von Zuschüssen, die vor allem für Beratungen und Begleitungen gewährt werden, bis hin zu zinsgünstigen Krediten. Hardware hingegen wird noch deutlich weniger gefördert. Neben Angeboten auf Bundesebene ist es immer sinnvoll, auch auf Landesebene zu schauen. Fast alle Bundesländer haben Programme aufgelegt. Das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg etwa unterstützt Unternehmen, die älter als fünf Jahre sind mit dem Innovationsgutschein High Digital, einem bis zu 20.000 Euro schweren Zuschuss für die Entwicklung und Realisierung von digitalen Produkten und Dienstleistungen. In Bayern bekommen kleine und mittlere Unternehmen (KMU) im Rahmen des Programms Digitalbonus bis zu 10.000 Euro Zuschuss. Im Rahmen der Plus-Aufstockung sogar bis zu 50.000 Euro. Dabei wird auch ausdrücklich Hardware gefördert. Auch Kreditprogramme und Tilgungszuschüsse gibt es in den meisten Bundesländern. Eine Übersicht bietet die Non-Profit-Plattform des Instituts für Digitale Transformation. Auf Bundeseben relevant sind vor allem die Zuschüsse Digital Jetzt und Go-Inno sowie die KfW-Kredite ERP-Mezzanine für Innovationen und ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit.

Zuschüsse

Digital Jetzt

Das neue Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) war bei der Erstauflage innerhalb eines Monats ausgeschöpft. Deswegen wurde bereits aufgestockt.
Wie viel: Zuschuss bis 50.000 Euro, Förderquote 40 bis 70 Prozent
Für wen: KMU (3-499 Beschäftigte)
Wofür: Entwicklung von digitalen Lösungen/Prozessen und Plattformen, Qualifizierung der Mitarbeiter
Besonderheit: Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Förderquote noch erhöht werden, etwa bei Verbundprojekten mit Lieferanten, Auftraggebern und Kunden

Go-Inno

Hierbei handelt es sich um ein weiteres Programm des BMWi mit analogen Rahmenbedingungen zu Digital Jetzt. Der Zuschuss kann nur alternativ, nicht zusätzlich beantragt werden.
Wie viel: Bis zu 27.500 Euro, Förderquote 50 Prozent
Für was: Beratungsleistung für Potenzialanalysen, Realisierungskonzepte, Projektmanagement
Für Startups (4.000 Euro), Bestandsunternehmen oder Unternehmen in Schwierigkeiten (jeweils 3.000 Euro) gibt es außerdem die Möglichkeit, Zuschüsse für die Einführung neuer Softwaresysteme über das BAFA-Programm „Förderung unternehmerischen Know-hows“ zu beantragen. Anträge hierfür werden bei der Leitstelle für freiberufliche Beratung und Schulungsveranstaltungen des Zentralverbands des Deutschen Handwerks eingereicht.

KfW-Kredite

ERP-Mezzanine für Innovationen

Wie viel: 25.000 bis 5 Millionen, Zins ab 1 Prozent, Nachrangkapital
Für wen: Unternehmen (<500 Mio. Euro Umsatz) und Freiberufler, die mindestens zwei Jahre am Markt sind.
Für was: Vorhaben, die sich vom Stand der Technik in Europa abheben und auch neu sind für das zu fördernde Unternehmen.
Besonderheit: Die Neuartigkeit des Vorhabens muss im Rahmen der Antragstellung von einem von der KfW zertifizierten Gutachter attestiert werden.

ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit

Wie viel: bis zu 25 Millionen, Zins ab 1 Prozent
Für wen: Freiberufler, Unternehmen in Gründung, mittelständische Unternehmen
Für was: Das Programm ist angelegt, dass fast die ganze Breite digitaler Vorhaben finanziert werden kann, darunter auch Fertigungsverfahren wie 3D-Druck oder der Aufbau digitaler Plattformen beziehungsweise Vertriebskanäle.
Für kleine Unternehmen, die auf Grund von Corona mindestens 30 Prozent weniger Umsatz generiert haben, können für Digitalisierungsmaßnahmen auch die Überbrückungshilfe III nutzen. Förderfähige Kosten sind unter anderem Investitionen in den Aufbau oder die Erweiterung eines Online-Shops und die Anschaffung von IT-Hardware.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.