EU-Gelder für staatseigene Baufirmen aus China sorgen für Unmut

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe äußert sich kritisch über die Vergabe der kroatischen Pelješac-Brücke an ein staatseigenes Bauunternehmen aus China. 

EU-Gelder für staatseigene Baufirmen aus China © Thanom Phong / stock.adobe.com

Sie verbindet das östliche Adria-Ufer mit der bei Touristen beliebten Stadt Dubrovnik: Die 2,4 km lange zweispurige Pelješac-Brücke ist derzeit Kroatiens größtes Infrastrukturvorhaben. Die Kosten wurden größtenteils von der EU getragen. Gebaut wurde sie von dem chinesischen Staatskonzern China Communications Construction Company, was vielerorts für Unmut sorgt, da hier von einem fairen Wettbewerb keine Rede sein kann.

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe gibt zu bedenken, dass chinesische Staatskonzerne Dumpingpreise anbieten können, weil sie die europäischen Standards im Arbeitsschutz und Umweltschutz nicht erfüllen. Die europäischen Konzerne hingegen müssen diese Standards sehr wohl umsetzen, und sind deshalb im direkten Wettbewerb unterlegen. So sieht das auch Felix Pakleppa, der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes. „Es kann nicht sein, dass durch große Bauprojekte europäische und deutsche Steuergelder direkt in die chinesische Staatskasse fließen. Hier braucht es unbedingt klare Spielregeln, inwieweit sich Bieter aus Nicht-EU-Staaten an Ausschreibungen im europäischen Binnenmarkt beteiligen können. Chinesische Dumpingpreise dürfen den fairen Wettbewerb für europäische Bauunternehmen nicht unterminieren und so heimische Arbeitsplätze gefährden“, erklärt Felix Pakleppa.

Chinesische Baukonzerne missachten Arbeitsschutz und Umweltschutz

Die Europäische Union halte aus gutem Grund hohe Standards in Sachen Arbeits- und Umweltschutz ein, so Pakleppa. Auch bei internationalen Lieferketten werde auf die Einhaltung elementarer Menschenrechte geachtet. Schließlich sei der faire Wettbewerb eines der zentralen Vorteile des europäischen Binnenmarktes. Er spricht sich dafür aus, dass dieser Rahmen künftig auch für nicht-europäische Konzerne gelten soll. Dies sei besonders im Hinblick auf die zunehmend intensiver werdende Bautätigkeit chinesische Konzerne im westlichen Balkan wichtig. Denke man an die Zustände auf Baustellen in Afrika, die durch chinesische Baukonzerne abgewickelt werden, sei man hierzulande sehr skeptisch.

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