Erhöhtes Unfallrisiko durch schlechte Witterung

Während sich viele nach Drinnen verkrümelt haben und dank Homeoffice sogar mit Wärmflasche und Pyjama arbeiten können, müssen Berufstätige am Bau trotzdem vor die Tür. 

Kälte, Schnee und Dunkelheit. Das ist nicht nur ungemütlich, sonders vor allem gefährlich. Zwischen Dezember 2019 und Februar 2020 hat die Berufsgenossenschaft Bau (BG Bau) fast 22.000, teils schwere Arbeitsunfälle registriert. Über 5.000 davon durch Stolpern, Rutschen und Stürzen. Auch die aktuelle Witterung ist prädestiniert dafür, die Gesundheit der Arbeitnehmer am Bau zu gefährden. Deswegen informiert die BG Bau über angemessene Sicherheitsmaßnahmen.

Erhöhtes Unfallrisiko durch schlechte Witterung © Minerva Studio / stock.adobe.com

Gefahren werden wegen Schnee und Dunkelheit schnell übersehen

„Verkehrswege auf Baustellen müssen sicher befahren und begangen werden können und auf vereisten Baugerüsten darf nicht gearbeitet werden“, erklärt Bernhard Arenz, Leiter der Hauptabteilung Prävention. Insbesondere bei Schnee werden nicht begehbare Dachflächen wie Glaskuppeln oder Wellplatten nicht gesehen, weshalb sie deutlich erkennbar abgesperrt werden müssen. Auch die früh einsetzende und lange anhaltende Dunkelheit bürge das Risiko, Gefahren zu übersehen. Deswegen ist es wichtig, Baustellen bei Dunkelheit ausreichend zu beleuchten. Dazu sind bis zu 500 Lux notwendig. “Darüber, wie Unternehmen und Beschäftigte am besten für ein sicheres Arbeitsumfeld und persönlichen Kälteschutz sorgen, können sich die Betriebe bei der BG BAU beraten lassen“, so Arenz.

Auch Kälte kann die Gesundheit gefährden

Egal wie kalt es ist, bei schwerer körperlicher Arbeit schwitzt man. Das erhöht das Risiko auszukühlen. Deswegen ist es wichtig Kleidung zu tragen, die Feuchtigkeit nach außen ableitet. Dazu eignet sich Wetterschutzkleidung aus modernen Mikrofasern kombiniert mit geeigneter Unterkleidung mit wärmender Fleece-Schicht. So kommt es zu einem Luft- und Wärmeaustausch zwischen Körper und Umgebung. „Die Arbeitgeber sind nach dem Arbeitsschutzgesetz verpflichtet, Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen und gegebenenfalls erforderliche Maßnahmen des Arbeitsschutzes umzusetzen. Dazu kann es auch gehören, den Beschäftigten die notwendige Schutzkleidung bereitzustellen“, betont Arenz. Dazu gehören Industriehelme, Wintermützen, Schutzhandschuhe und geeignete Sicherheitsschuhe. „Außerdem sollten sich die Beschäftigten geschützt vor der Witterung waschen, umkleiden und auch wärmen können, Pausenräume müssen mindestens 21 Grad Celsius warm sein“, erklärt Arenz. Kleinere Baustellen sollten zumindest mit einer beheizbaren Toilettenkabine sowie Handwaschgelegenheit ausgestattet sein und in einem Umkleideraum sollte die Wetterschutzkleidung abgelegt werden können.

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