Energetische Gebäudesanierung boomt

2020 wurden fast doppelt so viele Anträge für energetische Gebäudesanierung gestellt wie 2019. Weitere Maßnahmen wurden ergriffen, um diese Entwicklung 2021 fortzusetzen.

Energetische Gebäudesanierung boomt © viappy / stock.adobe.com

Der Gebäudebereich verursacht rund ein Viertel der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Obwohl seit 1990 eine CO2-Minderung von über 40 Prozent erreicht wurde, muss bis 2030 – also nur einem Drittel der Zeit gegenüber heute - nochmals 40 Prozent eingespart werden. Damit diese ambitionierten Ziele erreicht werden können, leistet das Bundeswirtschaftsministerium mit energetischen Gebäudeförderungen einen entscheidenden Beitrag. Zum Jahresbeginn 2020 hatte die Bundesregierung die Maßnahmen zur Umsetzung des Klimaschutzprogrammes 2030 novelliert. Nach einem Jahr kann nun eindeutig gezeigt werden, dass diese Veränderung gefruchtet hat. Zu den Neuerungen gehörten unter anderem eine Erhöhung der Fördersätze im CO2-Gebäudesanierungsprogramm und im Marktanreizprogramm (MAP), sowie die Einführung einer Austauschprämie für Ölheizungen.

Bilanz 2020: Antragssumme fast verdoppelt

„Die Verbesserung der Förderung in den Gebäudeeffizienzprogrammen ist gut für das Klima und gut für die Konjunktur, gerade in Zeiten von Corona. Sie hat ihr Ziel erreicht und einen sprunghaften Anstieg von Investitionen in Energieeffizienz und die Nutzung Erneuerbarer Energien im Wärmemarkt ausgelöst“, resümiert Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. „Wir heben die enormen Potenziale im Bereich der Gebäudeeffizienz und das bringt Ergebnisse, die sich sehen lassen können: Die förderbedingten CO2-Einsparungen verdoppeln sich im Vergleich zu früheren Untersuchungen auf 14 Millionen Tonnen bis 2030. Das ist ein wichtiger Beitrag zur Erreichung unserer Klimaziele.“ Die Summe der Anträge für die Gebäudeeffizienzprogramme hat sich von 2019 (326.000) bis 2020 (600.000) fast verdoppelt. Besonders stark nachgefragt war die Förderung für den Einbau von Heizungen auf Basis erneuerbarer Energien. 76.000 Anträge im Jahr 2019 stiegen auf mehr als 280.000 Anträge im Jahr 2020. Knapp zwei Drittel davon wurden im Rahmen einer Sanierung gestellt und 110.000 Anträge betrafen den Austausch einer Ölheizung durch eine Heizanlage auf Basis erneuerbarer Energien. Besonders beliebt war dabei die Wärmepumpe, zu deren Förderung 144.000 Anträge eingegangen sind, gefolgt von der Biomasseanlage mit 96.000 Anträgen, Solarthermie mit 58.000 Anträgen und Gashybridheizungen mit 37.000 Anträgen. Die KfW hat 2020 fast doppelte so viele Zusagen für das CO2-Gebäudesanierungsprogramm für Komplettsanierungen zum Effizienzhaus erteilt. 2019 waren es 11.000, letztes Jahr waren es 20.000. Die bewilligten Einzelmaßnahmen stiegen von 81.000 auf 105.000 und die geförderten Neubauprojekte von 44.000 auf 93.000. Die förderbedingten CO2-Einsparungen verdoppeln sich im Vergleich zu früheren gutachtlichen Untersuchungen aufgrund der steigenden Abrufzahlen der Förderprogramme auf 14 Millionen Tonnen bis 2030. Aus der steuerlichen Förderung der Gebäudesanierung kommen weiter 2 Millionen Tonnen Einsparungen. Zudem werden von der seit Jahreswechsel geltenden CO2-Bepreisung für die Sektoren Verkehr und Wärme weitere Impulse für Investitionen in Energieeffizienz und Erneuerbare Energien auch im Gebäudesektor erwartet.

Erleichterte Antragstellung soll weiteren Anstieg im Jahr 2021 sichern

Anfang 2021 ist die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) gestartet. In ihr bündelt die Bundesregierung ihre bisherigen Programme zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien im Gebäudebereich, entwickelt sie weiter und bringt so den Klimaschutz deutlich voran. Auch werden wesentliche konjunkturelle Impulse gesetzt. „Die Bundesförderung für effiziente Gebäude wurde von der Europäischen Kommission als beihilfefrei eingestuft. Damit können die Bürgerinnen und Bürger ihre Anträge noch einfacher stellen und wir beim BAFA das Verfahren noch effizienter gestalten. Parallel bauen wir unsere Außenstelle in Weißwasser aus, um die Anträge noch schneller bearbeiten zu können“, erklärt Torsten Safarik, Präsident des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Zum ersten Januar ist mit den Einzelmaßnahmen der erste Teil der BEG in Kraft getreten. Der zweite Teil folgt im Juli 2021.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.