Effektiv vor Sommergewittern schützen

Der Schutz vor Unwetter, insbesondere vor Blitzeinschlägen, beschäftigt die Menschen schon immer. Doch heute verfügen wir über effektive technische Möglichkeiten.

Sommergewitter © peshkova

In der Antike war man der Meinung, der Blitz treffe Lorbeer nicht und Tiberius lief bei Gewitter nicht ohne Lorbeerkranz herum. Fruchtbare Personen fanden unter einem Zelt aus der Haut eines Seelöwenkalbs Schutz. Einige Bräuche finden noch heute Anwendung: So kann man in diversen Klöstern oder Kirchen schwarze Wetterkerzen kaufen, die bei Gewitter angezündet werden und um die sich die Familie versammelt und betet. Aber neben Bräuchen und Aberglauben haben wir – anders als in der Antike – heute verschiedene technische Möglichkeiten um uns effektiv vor Gewittern zu schützen. In den letzten Wochen hat sich in Deutschland vielerorts gezeigt, wie sinnvoll diese Vorrichtungen sind. Schwülwarme Temperaturen am Tag führen zu Hitzegewitter in der Nacht und gerade in den Sommermonaten steigt die Anzahl an Blitzeinschlägen in Deutschland stark an. Neben Sturmschäden und Überschwemmungen verursacht insbesondere ein Blitzeinschlag an ungeschützten Gebäuden enorme Schäden.

Brand- und Gebäudeschäden durch Blitzableiter schützen

Brand- und Gebäudeschäden können durch einen Blitzableiter, einen sogenannten äußeren Blitzschutz, verhindert werden. Dieser besteht aus drei Komponenten: Fangeinrichtung, Ableitung und Erdung. Diese fangen den Blitz nach Prinzip des faradayschen Käfigs und leiten ihn zuverlässig in den Erdboden. Die Fangeinrichtung wird auf dem Hausdach installiert und dient im Ernstfall als Einschlagstelle. Die Blitzenergie wird von hier an die Ableitung weitergegeben. Über die Erdungsanlage, meist ein Fundamenterder, gelangt die Energie schließlich kontrolliert in die Erde. Auf diese Weise wird ein Gebäude sicher vor einem Brand aufgrund eines direkten Blitzeinschlags geschützt. Neben der Brandgefahr kann auch die empfindliche Technik im Haus zerstört werden. „Grund dafür sind die mit dem Blitzeinschlag verbundenen Überspannungen“, erklärt Oliver Born von der Initiative ELEKTRO+. Solch eine Überspannung breitet sich vom Einschlagsort bis zu einem Umkreis von ganzen zwei Kilometern aus. Dann liegen statt der üblichen 230 Volt Spannung für kurze Zeit mehrere zehntausend Volt auf den Elektroleitungen. „Ein Blitzableiter allein stellt hier keinen ausreichenden Schutz dar”, erklärt Born. „Hier ist ein mehrstufiges Schutzkonzept gefragt, bestehend aus äußerem und innerem Blitzschutz.“

Mehrstufiger Überspannungsschutz zum Schutz sensibler Technik

„Damit bei einem Gewitter die hochwertige Technik keinen Schaden nimmt und wichtige gespeicherte Dateien wie Verträge, persönliche Dokumente oder auch die Urlaubsfotos nicht verloren gehen, ist ein mehrstufiger Überspannungsschutz unabdingbar“, rät Born. Um die Potentialunterschiede, die bei einer Überspannung auftreten, wirksam auszugleichen und damit die elektrische Anlage und die angeschlossenen Geräte zu schützen, werden alle gefährdeten Leitungswege mit geeigneten Schutzgeräten beschaltet. Es ist wichtig, dass das Schutzkonzept wegen der Unterschiedlichkeit der Systeme die verschiedenen Gewerke der Gebäudetechnik umfasst. Der innere Blitzschutz, als Komponente des mehrstufigen Überspannungsschutzes, besteht im Wesentlichen aus dem Einsatz von Blitzstrom-/Kombi-Ableitern für die Elektroversorgung und den Telekommunikationsanschluss.

Auch bei älteren Gebäuden ist eine unkomplizierte Nachrüstung möglich

Der innere Blitzschutz ist wie der äußere bei Neubauten normativ gefordert, ein Basis-Überspannungsschutz ist für alle Gebäude vorgeschrieben. Darüber hinaus sind weitere Schutzgeräte in den Elektroverteilern und an den Endgeräten empfehlenswert, wenn die Leitungslängen dazwischen größer als 10 Meter sind. Auch bei älteren Gebäuden wird zu einer Nachrüstung von Schutzeinrichtungen geraten, diese ist zumeist unkompliziert möglich. Um ein Gebäude und die elektrischen Geräte wirksam vor Zerstörung und Ausfall zu Schützen, ist eine Kombination aus äußerem und innerem Blitzschutz mit einem mehrstufigen Überspannungsschutz notwendig. Fachgerechte Beratung zum Thema erhalten Bauherren und Eigentümer bei einem Blitzschutz- und Elektrofachbetrieb.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.