Drohen auf den Baustellen bald Streiks?

Im Tarifkonflikt des Bauhauptgewerbes ist immer noch keine Einigung in Sicht. Deshalb hat die IG BAU nun die Schlichtung angerufen und droht notfalls mit Streiks.

Die Beschäftigten auf dem Bau drohen mit Streiks © karepa/stock.adobe.com

Der Tarifkonflikt im Bauhauptgewerbe spitzt sich zu. Die fünfte Verhandlungsrunde für die 890.000 Beschäftigten im Bauhauptgewerbe musste Mitte September ohne Ergebnis abgebrochen werden. Die IG Bau fordert unter anderem eine höhere Entschädigung für die Wegezeiten zu den Baustellen. Derzeit verlieren die Beschäftigten mit den An- und Abfahrten zu den Baustellen wertvolle Zeit. Als Entschädigung bekommen die Baubeschäftigten pauschal 0,5 Prozent vom Bruttolohn für die Fahrzeiten. Darüber hinaus setzt sich die IG BAU für Lohnerhöhungen in Höhe von 5,3 Prozent ein sowie für eine weitere Angleichung zwischen Ost und West. Der größte Streitpunkt zwischen Arbeitnehmervertretern und Bauarbeitgebern ist zweifelsohne die Wegezeitenentschädigung. Die IG Bau vertritt den Standpunkt, dass die Beschäftigten auf dem Bau gegenüber Berufen mit festen Arbeitsstätten einen Mehraufwand haben. Sie fordert, dass dieser Mehraufwand in Zukunft vergütet wird. Notfalls will die IG BAU ihre Forderungen mit bundesweiten Streiks auf den Baustellen durchsetzen. Dort verzögern sich aufgrund von Fachkräftemangel viele Bauprojekte ohnehin schon. Da im Bauhauptgewerbe nur dann gestreikt werden darf, wenn es im Vorfeld einen Schlichtungsversuch gab, hat die Gewerkschaft nun die Schlichtung angerufen. Der IG BAU-Bundesvorsitzende Robert Feiger wirft den Bauarbeitgebern vor, sie betrieben eine Hinhaltetaktik. „Die Schlichtung ist die letzte Chance: Entweder die Arbeitgeber geben ihre Blockadehaltung auf oder es kommt zum bundesweiten Streik auf den Baustellen. Dann liegt der Bau in Deutschland lahm. Das betrifft den Straßenbau – Autobahnen zum Beispiel – genauso wie den öffentlichen und privaten Gebäudebau“, so Feiger. Die IG BAU schätzt das Streikrisiko auf 50 Prozent.

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