Der richtige Umgang mit extremen Wetterereignissen

Extreme Wetterereignisse häufen sich und werden uns immer stärker beschäftigen. Deswegen müssen neue Wege bei der Planung von Städten und Gemeinden eingeschlagen werden.

extreme Wetterereignisse © Nmedia

Auf lange Hitzeperioden folgen Starkregenfälle, die zu überschwemmten Straßen, überfluteten Kellern und vollgelaufenen Tiefgaragen führen. Schon in diesem Jahr wurde von zahlreichen Überschwemmungen berichtet. Im Kreis Cawl, im Südwesten Deutschlands, erfolgten vor wenigen Wochen aufgrund von Überschwemmungen, Bäumen auf den Straßen und Gleisen sowie vollgelaufenen Kellern 150 Einsätze der Feuerwehr in nur zwei Stunden.

Starkregen und Trockenheit müssen bei der Städteplanung berücksichtigt werden

Die fortschreitende Siedlungsverdichtung verschärft die Lage, sodass die Kanalisation als primäre Entwässerungslösung an ihre Grenzen stößt. „Wir werden uns darauf einstellen müssen, dass die Wetterkapriolen eher zunehmen. Dafür sind unsere Städte und auch die ländlichen Regionen derzeit nicht optimal aufgestellt. Hier können Ingenieurinnen und Ingenieure mit ihrem Wissen helfen“, so Dipl.-Ing. Christoph F. J. Schröder, Mitglied des Vorstands der Bundesingenieurkammer. Durch Innovationen bei der Planung von Städten und Gemeinden könne der momentanen misslichen Lage entgegengewirkt werden. Rückhaltevolumen in Form von unterirdischen Betonbecken werden aus Platz- und Kostengründen nur begrenzt möglich sein, deswegen müsse es das Ziel sein, das Regenwasser nicht mehr automatisch „im Rohr verschwinden zu lassen“. Hier bietet sich Rückhaltung/Retention durch Gräben und Dachbegrünung an. Künftig müssen wir neue und kreativere Wege einschlagen als bisher“, ist sich das Vorstandsmitglied der Bundesingenieurkammer sicher. „Stadt-, Verkehrs- und Entwässerungsplanung müssen deutlicher Hand in Hand gehen. Straßen sollten beispielsweise so geplant und gebaut werden, dass das Wasser ‚schadlos‘ ablaufen kann. Gräben wären auch in Städten eine weitere Idee. Regenwasser von Dachflächen muss nicht zwingend in den Kanal, es muss immer eine örtliche Versickerung mit überlegt werden. Auch könnte man über eine sogenannte Mehrfachnutzung von Parks oder Sport- und Spielplätzen nachdenken. Diese könnten z.B. als Notüberlauf dienen“, führt er weiter aus. „Neue Lösungen im Bestand unserer Städte zu finden, ist sicherlich eine große Herausforderung. Das ist auch uns Ingenieurinnen und Ingenieuren bewusst. Aber es führt kein Weg daran vorbei.“ Ganz wichtig sei, die Bürger mitzunehmen und die Städte und Kommunen bei dem Prozess zu unterstützen – finanziell, aber auch personell, betont Dipl.-Ing. Christoph F. J. Schröder abschließend. „Unwetter und Trockenheit werden sich auch weiterhin nicht verhindern lassen. Aber wenn wir jetzt schnell und vorausschauend handeln, sollten wir für die Zukunft besser aufgestellt sein.“

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.