Das neue Energielabel

Bereits seit 1994 unterstützt das Energielabel europaweit bei der Kaufentscheidung. Jetzt wird es von einer aktualisierten Version abgelöst - die wichtigsten Änderungen im Überblick

Das neue Energielabel © M. Schuppich / stock.adobe.com

Studien zufolge berücksichtigen etwa 80 Prozent der Verbraucher das Energielabel bei ihrer Kaufentscheidung, da es den Energieverbrauch transparent macht. Und Energieeffizienz ist ein zunehmend wichtiger Faktor, denn sie ermöglicht ein nachhaltigeres und günstigeres Leben. Allerdings gab es in den letzten Jahren so schnelle Effizienzverbesserungen, dass in mehreren Produktgruppen fast alle Geräte in den obersten Effizienzklassen sind und Effizienzunterschiede für Verbraucher kaum noch ersichtlich sind. Bei Geschirrspülern beispielsweise bezeichnet A+++ zurzeit das energieeffizienteste Gerät und das der niedrigsten Energieeffizient ist mit A+ gekennzeichnet. Das alte Label spiegelt in etwa den Stand der Technik von 1998 wieder. Zudem kann das Label einen Anreiz für technische Innovation bieten, indem besonders energieeffiziente Geräte hervorgehoben und die Hersteller auf diese Weise motiviert werden, ihre Geräte effizienter zu gestalten. Doch indem alle Geräte in die obersten Kategorien eingestuft werden, entfällt auch dieser Anreiz.

Schrittweise Einführung des neuen Labels

Deswegen wird seit dem 1. März 2021 das neue EU-Energielabel eingeführt. Schritt für Schritt werden die einzelnen Gerätegruppen umgestellt, mit dem Ziel, bis 2030 alle Produktgruppen mit dem neuen Label gekennzeichnet zu haben. Die Umstellung begann zunächst mit folgenden Produktgruppen:

  • Kühl- und Gefrierschränke inklusive Weinlagerschränke
  • Geschirrspüler
  • Waschmaschinen und Waschtrockner
  • Elektronische Displays inklusive Fernsehgeräte

Dabei war die erste Märzhälfte eine Übergangsphase, in der das alte und das neue Label gleichzeitig am Verkaufsort zu sehen sein konnten. Ab September werden dann Lichtquellen umgestellt. Auch hier gibt es eine Übergangsphase bis zum 1. März 2023.

Was ändert sich?

Die neue Skala wird wie die alte farbenfroh von rot (niedrigste Effizienzklasse) bis grün (höchste Effizienzklasse) als Berater zur Seite stehen. Allerdings fallen die Plus-Klassen A+ und A+++ weg, sodass die Skala künftig wieder von A bis G reichen wird. Zudem werden die Klassengrenzen so verschoben, dass die Produkte wieder über die gesamte Bandbreite eingeteilt werden können. Die Berechnungsmethode wurde dahingehend aktualisiert, dass die neue Klasseneinteilung die Eigenschaften aktueller Produkte berücksichtigt und das reale Verbrauchsverhalten besser abbildet. Deswegen können das alte und das neue Energielabel nicht direkt miteinander verglichen werden. Ein Gerät, das vor der Umstellung einer A+++ entsprach, ist jetzt nicht automatisch eine B. Alle Produkte mit dem neuen Label sind allerdings nach gleichem Maßstab gekennzeichnet, sodass diese untereinander vergleichbar sind. Um auch wieder als Anreiz für technische Innovationen zu fungieren, sollen die obersten Klassen zunächst frei bleiben. Deswegen müssen Verbraucher damit rechnen, dass insbesondere in der Anfangszeit die energieeffizientesten Geräte mit B oder gar C gekennzeichnet sind. Dennoch sind sie genauso empfehlenswert und effizient wie vormalige A+++-Geräte.

Zusätzliche Informationen auf dem neuen Label

Wie bisher werden durch Piktogramme auf dem Label auch Zusatzinformationen zu spezifischen Produkteigenschaften wie Fassungsvolumen, Bildschirmdiagonale, Lautstärke oder Wasserverbrauch ersichtlich sein. Neu ist allerdings ein QR-Code, der direkt zur neuen, europäischen Produktdatenbank (ERPEL) führt. Dort werden weitere Informationen über das Produkt kostenfrei bereitgestellt. Sowohl bei Elektrogeräten aus dem Geschäft als auch bei solchen aus dem Online-Shop findet sich das Label an einer gut sichtbaren Stelle auf dem Gerät oder in direkter Nähe. Auch in Werbematerialien und Herstellerbroschüren findet sich das Label. Das Energielabel wird auf Waschmaschinen, Wäschetrockner, Waschtrockner, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Backöfen, Dunstabzugshauben, Raumklimageräte, Leuchtmittel, Fernseher sowie Heizgeräte und Warmwasserbereiter beziehungsweise Warmwasserspeicher zu sehen sein. Beim Label spielt auch der absolute Stromverbrauch eine Rolle. Ein kleiner Fernseher verbraucht beispielsweise weniger Strom als ein großer Fernseher, auch wenn dieser eventuell effizienter ist. Deswegen lohnt es sich immer zu überlegen, welche Eigenschaften ein Gerät aufweisen muss, um zum eigenen individuellen Lebensstil und den Lebensumständen zu passen - Reicht ein kleinerer Fernseher vielleicht auch?

Ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemission

Mit der Umstellung auf das neue Label leistet die EU einen wichtigen Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemission in der EU. Allein in der Gruppe Geschirrspüler lässt sich Schätzungen der Europäischen Kommission zufolge der jährliche Stromverbrauch bis 2030 um 2,1 Terawattstunden verringern und die Treibhausgasemission somit um 0,7 Millionen Tonnen jährlich reduzieren. Auch der jährliche Wasserverbrauch kann auf diese Weise um 16 Millionen Kubikmeter reduziert werden. Um noch einen entscheidenden Schritt in Richtung Umweltschutz zu tun, treten mit der Einführung des neuen EU-Energielabels auch strengere Anforderungen an die Reparierbarkeit von Elektrogeräten in Kraft. Ziel ist dabei, dass Produkte eine längere Lebensdauer haben. Künftig sind Hersteller dazu verpflichtet, Ersatzteile über einen bestimmten Zeitraum vorzuhalten. Bei einer Spülmaschine müssen Kleinteile wie Sprüharme, Dichtung oder Besteckkörbe beispielsweise 10 Jahre verfügbar sein. Auch müssen die Produkte so gestaltet sein, dass bestimmte Komponenten mit herkömmlichen Werkzeugen zerstörungsfrei auseinander- und wieder zusammengebaut werden können. Entsprechende Reparaturinformationen sind schon beim Kauf mitzuliefern.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.