Bundeswehr will angeblich mit Start-ups zusammenarbeiten

Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer gab an, die Zusammenarbeit mit Start-ups zu fördern. Doch wie viele Aufträge die Bundeswehr an sie vergibt, wird nicht erhoben. 

Bundeswehr Startups © vegefox.com

Wie viele andere Bereiche soll auch die Bundeswehr moderner, innovativer und digitaler werden. Das Verteidigungsministerium artikulierte deswegen das Vorhaben mehr mit Start-ups zusammenzuarbeiten. Schon Ursula von der Leyen (CDU) setzte in ihrer Zeit als Verteidigungsministerin dieses Ziel. Ihre Nachfolgerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will es nach eigenen Aussagen weiter verfolgen und dazu das Cyber Innovation Hub nutzen, das explizit die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit Start-ups stärken soll. Im Februar veröffentlichte sie gemeinsam mit Bundeswehr-Generalinspekteur Eberhard Zorn ein Positionspapier, in dem sie ankündigte, sie wolle insbesondere im Bereich der Beschaffung „konsequent – und gegebenenfalls auch auf Kosten bestehender Systeme – Innovationen in die Bundeswehr einführen.“ Die Ziele sind also eindeutig. Somit kann auch davon ausgegangen werden, dass ihre Realisierung systematisch überprüft wird. Doch aus einer Antwort des Bundesverteidigungsministeriums auf eine Kleine Anfrage des FDP-Bundestagsabgeordneten Alexander Müller geht hervor, dass dies nicht der Fall ist. Das Beschaffungsamt der Bundeswehr kann nicht mitteilen, wie hoch der Anteil von Start-ups sowie KMU an den Vergabeverfahren des Beschaffungsamtes der Bundeswehr ist. In der Antwort heißt es, dass eine manuelle Auswertung zu aufwändig sei. Der Bund weiß also gar nicht, wie viele Aufträge die Bundeswehr an Start-ups vergibt. „Dass das Verteidigungsministerium keine systematische Auswertung von Auftragnehmern vorlegen kann, passt ins Bild des chaotischen Beschaffungswesens“, sagt der FDP-Politiker im Gespräch mit Business Insider. „Wie kann es denn sein, dass auf der einen Seite nationale und europäische Schlüsseltechnologien gestärkt werden sollen, eine Analyse welche Firmen die Aufträge bekommen aber nicht erfolgt? So wird eine Förderung innovativer Start-ups im Keim erstickt.“ Für Start-ups ist die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen ohnehin erschwert, weil häufig auf Firmen gesetzt wird, mit denen bereits eine langjährige Zusammenarbeit besteht. Dabei brauche es dringend mehr Start-ups im Verteidigungsbereich, erklärt Müller: „Nationale Sicherheit braucht dringlich disruptive Technologien, die öffentliche Hand muss das erkennen und gezielt fördern.“

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.