Bund, Länder und Kommunen kaufen nicht strategisch ein

Laut einer Umfrage spielen strategische Fragen beim Beschaffungsprozess von öffentlichen Unternehmen und Verwaltungen zumeist eine stark untergeordnete Rolle.

Bund, Länder und Kommunen kaufen nicht strategisch ein © zhu difeng / stock.adobe.com

76 öffentliche Verwaltungen und Unternehmen wurden vom Institut für den öffentlichen Sektor e.V. und KPMG zu ihrem Beschaffungsprozess befragt. Zumeist stellt sich dieser als ineffizient heraus. Der überwiegende Anteil konzentriert sich auf die vergaberechtlichen Fragen und die Vermeidung von Rechtsverstößen, sodass eine strategische Gestaltung vernachlässigt wird. Gut 40 Prozent geben an, sich gar nicht mit strategischen Fragen wie Warengruppenstrategien und proaktiven Marktanalysen zu befassen und nur ein Drittel verfügt über einen Lieferantenmanagementprozess. Vergleicht man die öffentlichen Verwaltungen mit den öffentlichen Unternehmen, zeigt sich, dass bei den Verwaltungen noch mehr Handlungsbedarf besteht. Bei den öffentlichen Unternehmen befasst sich immerhin über die Hälfte mit strategischen Fragen, bei den Verwaltungen sind es lediglich 15 Prozent. Zum Teil fungieren Beschaffungsabteilungen als reine Bestellabwickler. Nur 28 Prozent der Befragten geben an, bereits im Rahmen der Budgetplanung als Beschaffer eingebunden zu werden. Gut ein Fünftel wird erst nach Erstellung des Leistungsverzeichnisses tätig. In knapp der Hälfte gibt es für die für Beschaffung zuständige Organisationseinheit keine klar definierten Ziele.

Auch in Sachen Digitalisierung besteht noch sehr viel Luft nach oben. Nur 16 Prozent der Befragten geben an, dass der Beschaffungsprozess weit- oder durchgehend digitalisiert sei. In Fragen der Nachhaltigkeit sieht es schon etwas besser aus, so berücksichtigen 44 Prozent Umweltkriterien häufig oder immer bei der Vergabe, für 16 Prozent fallen Umweltaspekte aber selten bis nie ins Gewicht. Werden Umweltkriterien berücksichtigt, so sind sie in mehr als der Hälfte der Fälle ein Zuschlagskriterium. Von den 76 beteiligten Institutionen und Unternehmen fungieren 53 Prozent auf kommunaler Ebene, 33 Prozent auf Länderebene und 14 Prozent auf Bundesebene. Zwei Drittel des Befragten ordnen sich der öffentlichen Verwaltung zu.

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