Würde eine Vermögenssteuer die Konjunktur ausbremsen?

SPD, Grüne und Linke planen nach der Wahl eine Vermögenssteuer für Wohlhabende und Unternehmen einführen. Der bekannte Ökonom Clemens Fuest warnt vor negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft. 

Vermögenssteuer: Abmilderung der Corona-Krise oder Genickbruch für die Konjunktur? © Alphaspirit / stoock.adobe.com

Wie lassen sich die finanziellen Auswirkungen der Corona-Krise abmildern? Kann man eine Umverteilung zwischen Krisengewinnern und Krisenverlierern herbeiführen? SPD, Grüne und Linke glauben, eine Antwort auf diese Fragen gefunden zu haben. Sie plädieren dafür, dass die Wohlhabenden und die Unternehmen einen fairen Anteil an den Kosten der Pandemie übernehmen. Die Wiedereinführung der Vermögenssteuer soll die Lösung sein. Aus Privat- und Betriebsvermögen soll jedes Jahr ein Teil für die Allgemeinheit abgegeben werden müssen.

Unternehmen stehen dieser zusätzlichen Belastung, die auf sie zukommen könnte, naturgemäß kritisch gegenüber. Die Stiftung der Familienunternehmen hat nun den bekannten Ökonomen Clemens Fuest (Chef des Münchner ifo-Instituts) beauftragt, die Effekte dieser Steuer kritisch zu hinterfragen. Er kommt zu dem Ergebnis, dass eine Vermögenssteuer das Wirtschaftswachstum bremsen würde. Eine Abgabe von beispielsweise einem Prozent würde das Wirtschaftswachstum jedes Jahr um 0,3 Prozentpunkte zurückwerfen. Geht man von einem Durchschnittswachstum von jährlich zwei Prozent aus, ist das nicht wenig.

Verstärkt eine Vermögenssteuer die Krise sogar noch?

Durch die Vermögenssteuer würden sich Investitionen für die Unternehmen weniger lohnen, so Fuest. Wenn ein Unternehmen beispielsweise eine neue Halle baut oder neue Maschinen anschafft, steigt dadurch der Wert des Betriebs. Diese Wertsteigerung wiederum führt dazu, dass mehr Vermögenssteuer gezahlt werden müsste. Auf die Liquiditätslage der Unternehmen nehme die Steuer keine Rücksicht, beanstandet Fuest. Sie muss auch dann bezahlt werden, wenn ein Unternehmen Verluste macht. Aus diesen Gründen befürchtet der Wirtschaftsprofessor, dass sich Unternehmen künftig bei Investitionen zurückhalten könnten. Die Vermögenssteuer könne dazu führen, dass Unternehmen Deutschland den Rücken kehren, befürchtet die Stiftung der Familienunternehmen. „Eine solche Steuer setzt einen Anreiz zum Kapitalabfluss ins Ausland. Dies würde gerade die Familienunternehmen mit ihrem oft hohen Eigenkapitalanteil in ihrer Solidität angreifen“, sagt Kirchdörfer, Vorsitzender der Stiftung.

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