bautec wird eingestellt

2020 wurden rund 70 Prozent der geplanten Messen abgesagt. Bisher bestand die Hoffnung, nach Corona wieder loszulegen, doch nun wurde die erste Messe eingestellt.

bautec eingestellt © engel.ac / stock.adobe.com

Die Durchführung von Messen erzielt normalerweise einen Umsatz von 28 Milliarden Euro – 2020 lag dieser bei sechs Milliarden. Der Verband der Deutschen Messewirtschaft (AUMA) spricht vom schwersten Einbruch des Messegeschäfts seit mehr als 70 Jahren. Laut AUMA planten Veranstalter von rund 380 Messen im Herbst 2020, diese auf 2021 zu verschieben. Doch die verschärften Corona-Vorgaben und die fehlende Planungssicherheit haben dazu geführt, dass mittlerweile rund 110 Messe abgesagt oder ins Jahr 2022 verlegt wurden. Eine davon ist die Internationale Handwerksmesse (IHM) und auch die internationale Fachmesse für die Orthopädieschuhtechnik-Branche „Orthopädie Schuh Technik“ findet frühestens wieder im Oktober 2022 statt. Nicht nur Messerveranstalter, Messebau und Aussteller leiden darunter. Auch Hotels, Gastronomie, Spediteure, Taxifahrer und der Einzelhandel in den Messestädten bekommt die finanziellen Einbußen zu spüren. "Wenn sich diese Entwicklung 2021 auch nur annähernd fortsetzt, dürften in den betroffenen Branchen mehr als 100.000 Arbeitsplätze gefährdet sein", sagt Jörn Holtmeier, Geschäftsführer des AUMA.

Die erste Messe wurde nun komplett eingestellt

Doch weil keine Besserung in Sicht ist, musste die Messe Berlin als Veranstalter der bautec, einer Fachmesse für Bauen und Gebäudetechnik, die letzte Konsequenz ziehen: Die Messe wurde eingestellt - die erste, aber sicherlich nicht die letzte Messe. "Die Wirtschaftlichkeit der bautec ist leider bereits seit einigen Jahren nicht auf dem erforderlichen Niveau", erläutert Karel Heijs, Geschäftsleiter Life Sciences bei der Messe Berlin. „Da wir aber nicht davon ausgehen können, dass die bautec im kommenden Jahr eine substanzielle Ergebnissteigerung erzielen wird, ist die Entscheidung in diesen aktuell wirtschaftlich herausfordernden Zeiten nachvollziehbar." Die letzte Ausgabe der bautec fand zwischen dem 18. Und 21. Februar 2020 auf dem Berliner Messegelände statt. 451 Aussteller aus 18 Ländern präsentierten dem Veranstalter zufolge 31.000 Branchenvertretern die aktuellen Trends und Entwicklungen rund um das Thema Bauen und Gebäudetechnik.

Der Neustart muss frühzeitig geplant werden

Die Branche plädiert dafür, schon jetzt ein Konzept für die Wiederaufnahme des Messebetriebs zu erarbeiten. "Aufgrund der langen Vorlaufzeiten für eine Messedurchführung sollte die Politik so früh wie möglich beginnen, verlässliche Rahmenbedingungen auf Basis der bisherigen Regelungen für den Messe-Neustart zu formulieren. Mit der Öffnung des Einzelhandels sollte auch die Durchführung von Messen wieder grundsätzlich zugelassen werden, denn in beiden Branchen gibt es sehr ähnliche Geschäftsabläufe“, so Holtmeier. Außerdem hätten die Veranstalter im Herbst 2020 unter Beweis gestellt, dass Messen unter hohen Gesundheitsstandards erfolgreich und sicher durchgeführt werden können und insbesondere die mittelständische Wirtschaft brauche laut der AUMA dringend reale Plattformen, um neue Projekte zu präsentieren und Kunden zu gewinnen.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.