Baustellen: Weniger Staub aufwirbeln

Ein erhöhtes Staubvorkommen auf der Baustelle birgt gesundheitliche Risiken für die Beschäftigten. Doch es gibt Möglichkeiten, das Ausmaß der Belastung zu verringern.

Weniger Staub © kiono

Es ist allgemein bekannt, dass auf Baustellen bei vielen Arbeiten Staub anfällt. Die Beschäftigten sind diesem Staub ausgesetzt und so mancher nutzt nur dann eine Atemschutzmaske, wenn es extrem stark staubt. Doch mittlerweile gibt es neben der Atemschutzmaske noch weitere Möglichkeiten, sich vor den unerwünschten Partikeln zu schützen. Dabei lässt sich das Aufkommen von Staub mittlerweile gut mittels technische Lösungen in den Griff bekommen. Leider werden diese Möglichkeiten in der Praxis nicht oft eingesetzt. Auf dem Markt sind Elektrowerkzeuge mit Absaugvorrichtungen erhältlich, sie werden jedoch noch nicht flächengreifend genutzt. Auch Luftreiniger können bei bestimmten Arbeiten dabei helfen, dem Aufkommen von Staub vorzubeugen. Das beginnt damit, dass technische Lösungen zur Staubvermeidung oder Staubreduzierung oft noch nicht mal eingeplant werden. Dabei gibt es mittlerweile technische Lösungen auf dem Markt, die die Entstehung von Staub reduzieren oder sogar vermeiden können.

Was genau ist Staub?

Staub setzt sich aus kleinen, festen Partikeln und Fasern zusammen, die durch die Luft schweben. Einmal aufgewirbelt, können sie dort für eine lange Zeit verweilen. Staub wird anhand der Größe der Staubteilchen (Fein- und Grobstaub) und der Zusammensetzung aus organischen (Bakterien, Pilzsporen) oder anorganischen Materialien (Gesteinsstaub, Mineralfasern) unterschieden.

Leider entsteht bei vielen Tätigkeiten auf dem Bau Staub. Beispiele sind das Abschlagen von Putz, Fräsarbeiten, das Abschleifen von Decken und Wänden, Mörtel mischen oder das Schleifen von Parkett. Der dabei entstehende Staub kann eingeatmet werden und der Gesundheit einen erheblichen Schaden zufügen. Besonders bei Sanierungsarbeiten wird nicht nur rein mineralischer Staub aufgewirbelt. Immer wieder kommt es vor, dass Staub auch gefährliche Inhaltsstoffe aufweisen, die in manchen Fällen sogar die Organe schädigen können. Oft sind die Atemwege betroffen. Hier können Bronchitis, Asthma, Emphysem, Lungenfibrose (Silikose durch Quarzstaub und Asbestose durch Asbeststaub), Lungenkrebs (durch Quarz- und Asbeststaub) oder Nasenkrebs (durch gewisse Holzstaubarten) entstehen.

Welche Schutzmaßnahmen sind ratsam?

Sinnvoll ist es, die Beschäftigten auf dem Bau möglichst wenig dem Staub auszusetzen. Oft kann bereits im Vorfeld etwas getan werden, um die Staubbelastung gering zu halten. Staubarme Mörtel sind beispielsweise eine Alternative. Man kann aber auch beispielsweise bei Schlitzfräsen und Tellerschleifern Absaugungen einsetzen.
Bei manchen Maschinen kann Staub auch direkt an der Entstehungsstelle aufgefangen werden, so dass es gar nicht erst zum Aufwirbeln kommt. Bei manchen Arbeiten ist dies allerdings nur zum Teil möglich, wie beispielsweise beim Abschlagen von Fliesen oder Putz. Hier empfiehlt es sich, einen Mundschutz zu tragen oder Luftreiniger aufzustellen.

Staubwolke ade: Entstauber und Luftreiniger machen einen Unterschied

Luftreiniger können Staub aus der Luft des jeweiligen Arbeitsbereiches oder aus kompletten Räumen entfernen. Sie verhindern auch, dass sich Staubemissionen in andere Arbeitsbereiche absetzen – das schützt andere Beschäftigte auf der Baustelle. Derzeit werden Luftreiniger häufig in schlecht belüfteten Innenräumen eingesetzt. Draußen sorgen sie bei Sanierungsarbeiten in Innenhöfen dafür, dass sich Staubwolken gar nicht erst bilden. Sinnvoll sind sie auf jeden Fall bei Umbau- und Abbrucharbeiten oder bei Stemm-, Schleif-, Schneid- und Fräsarbeiten. Auch bei Putzarbeiten, dem Abschlagen von alten Putzen oder Fliesen sowie bei Strahlarbeiten können sie einen entscheidenden Beitrag dazu leisten, die Luft sauber zu halten.

Abonnieren Sie jetzt den ibau Newsletter!


Abschließender Hinweis

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird bei Personenbezeichnungen und personenbezogenen Hauptwörtern auf dieser Website die männliche Form verwendet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung grundsätzlich für alle Geschlechter. Die verkürzte Sprachform hat nur redaktionelle Gründe und beinhaltet keine Wertung.

Iris Jansen

Iris Jansen verstärkt seit Juli 2021 als Content-Managerin unser Redaktionsteam. Als Chefredakteurin unserer Printmagazine informiert sie unsere Kunden über neue Entwicklungen innerhalb der Bauwirtschaft. Darüber hinaus schreibt sie Ratgeber- und Glossarartikel für unsere Onlinemagazine sowie aktuelle Texte für den News-Bereich. Für unsere vielfältigen Themenbereiche recherchiert sie täglich und hat stets im Blick, was sich im Bauwesen gerade tut. Einer ihrer Schwerpunkte ist es, komplexe Sachverhalte aus dem Ausschreibungs- und Vergabebereich strukturiert und verständlich aufzubereiten.