Bau der A20 durch Kostensteigerung unwirtschaftlich

Eine Studie rechnet mit Baukosten von mindestens sieben Milliarden Euro. Laut Studienautoren und BUND sei der Weiterbau der Küstenautobahn somit nicht wirtschaftlich.

Bau der A20 durch Kostensteigerung unwirtschaftlich © Gina Sanders / stock.adobe.com

Die A20 zählt mit ihren 121 Kilometern auf niedersächsischer Seite zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten des Bundeslandes. Sie soll die Niederlande, Norddeutschland und Polen verbinden, doch bislang endet die vom polnischen Stettin kommende Autobahn östlich von Bad Segeberg in Schleswig-Holstein. Über den Bau wird immer wieder gestritten. Geplant war es, die Küstenautobahn für 3,7 Milliarden Euro weiter zu bauen. Doch laut Kirstin Erwentraut seien die Kosten im Bundesverkehrswegeplan deutlich zu niedrig angesetzt. Sie ist Autorin einer Studie, die die Kosten für den Bau neu berechnet hat. Dies geschah auf Basis von Schätzungen des Bundesrechnungshofes zum geplanten neuen A2-Elbtunnel. Auch die steigenden Baupreise wurden mit einbezogen. Mit dem Bau verbunden seien auch viele weitere große Ingenieurprojekte, die die Kosten in die Höhe treiben. So müssten für die Trasse allein in Niedersachsen 145 Brücken gebaut werden und vor allem in der Wesermarsch, in Marsch- und Moorgebieten, sei mit Befestigungsarbeiten zu rechnen. Insgesamt seien also Baukosten von mindestens sieben Milliarden Euro zu erwarten. „Daraus lässt sich nur die Konsequenz ziehen, dass die A20 nicht bauwürdig ist“, konkludiert Erwentraut. Auch Olaf Brandt, Vorsitzender des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) sieht in der Kostensteigerung einen Anlass, zu einer Umkehr in der Mobilitätsplanung aufzurufen: „Die Gelder bräuchten wir eigentlich tatsächlich für einen klimaverträglichen Ausbau der Mobilität“. Statt mehr Verkehr auf den Autobahnen müsse stärker auf Bus- und Bahnverkehr gesetzt werden.

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