Der angespannte Immobilienmarkt in Deutschland

Ein Eigenheim zu finden ist schwer – und die Pandemie hat die Situation noch erschwert. Deswegen stellt sich die Frage: Wie kommt man heute an eine passende Immobilie?

Eigenheim trotz angespannter Immobiliensituation in Deutschland © KB3 / stock.adobe.com

Im ersten Quartal 2021 lagen die Preise für Wohnimmobilien 9,4 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum und viele Kaufwillige wissen nicht mehr, wie sie an eine passende Immobilie kommen sollen. Aus den Daten des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass diese Preisentwicklung sowohl in Städten als auch in ländlichen Regionen zu beobachten ist. Besonders deutlich stiegen die Preise für Wohnungen in Großstädten mit über 100.000 Einwohnern (+11,3 Prozent), in den sieben größten Metropolen Deutschlands (+11,1 Prozent) und für Ein- und Zweifamilienhäusern in dünn besiedelten ländlichen Kreisen (+11,3 Prozent).

Suchen und Finden: Auf das Internet ist Verlass!

Viele Menschen stellen sich deswegen die Frage, wie sie trotz der angespannten Lage eine Immobilie finden. Antwort gibt eine deutschlandweite repräsentative Umfrage der Dr. Klein Privatkunden AG unter privaten Immobilienbesitzern. Sie wurden einmal gefragt, über welche Kanäle sie nach einer Immobilie gesucht haben und des weiteren über welchen Kanal sie schließlich erfolgreich waren. Bei der Suche führt das Internet mit 74 Prozent eindeutig die Hitliste an, gefolgt von Familie und Freunden (36 Prozent) und Makler (24 Prozent). Verglichen mit den Ergebnissen von vor zehn Jahren zeigt sich ein enormer Wandel: Damals bildeten Anzeigen im Internet mit 22 Prozent noch eines der Schlusslichter. Heute muss zudem zwischen der Suche nach einem Haus und einer Wohnung unterschieden werden. Während bei Ersterem bei Freunden und Familie die Ohren offen gehalten wurden, ist die Wohnungssuche eindeutig von Online-Anzeigen geprägt. Aber auch ein Trend zu mehr Eigeninitiative ist sichtbar: Es wird immer beliebter Gesuche im Internet zu schalten. Zudem wird eine bessere eigenständige Vorbereitung auf Besichtigungstermine erwartet. Madeleine Kaiser, Spezialistin für Baufinanzierung von Dr. Klein in Leipzig, empfiehlt daher, sich vorab beraten zu lassen: „Bei der angespannten Lage ist Schnelligkeit Trumpf. Nur wer bei der Besichtigung sein Budget genau kennt und möglichst schon eine generelle Finanzierungszusage oder einen Vermögensnachweis vorlegen kann, hat im Rennen um die Wunschimmobilie die Nase vorne“, erklärt die Spezialistin und ergänzt: „In einigen Ballungsräumen geht es mittlerweile sogar soweit, dass Kaufinteressenten ohne eine Bescheinigung ihrer Bonität gar keinen Besichtigungstermin bekommen.“

Makler sind und bleiben wichtig

Doch viel wichtiger als die Frage, wo Kaufinteressierte suchen, ist die Frage, wo sie letztlich fündig werden. Immobiliensuchende werden immer kreativer: Sie werfen Zettel im Briefkasten ihrer Wunschimmobilie ein oder studieren Todesanzeigen um immer zu wissen, welche Immobilien eventuell zeitnah zum Verkauf stehen. Doch besonders erfolgreich sind diese Taktiken nicht. Die größten Erfolgschancen verspricht das Internet. 59 Prozent der Immobilienkäufer der letzten drei Jahre sind über diesen Weg zu ihrer Immobilie gekommen. Gefolgt von Familie und Freunden (12 Prozent) und Maklern (9 Prozent). Obwohl der Makler beim Finden der Immobilie eher eine untergeordnete Rolle spielt, ist er nicht zu unterschätzen. „Viele Immobilieninteressenten nutzen zwar die Online-Portale als erste Orientierung, aber wenden sich dann oft gezielt an einen Makler. Zumal ein Großteil der Objekte, die die Makler im Portfolio haben, gar nicht in den Portalen auftaucht. Sie werden direkt innerhalb der Kundenkartei vermittelt, da der Andrang so groß ist“, erklärt Kaiser. Die Kontaktaufnahme lohne sich also – auch vor dem Hintergrund des Gesetzes zur Teilung der Maklerkosten: „Bei den aktuell hohen Immobilienpreisen bedeutet das schnell eine Ersparnis von mehreren Zehntausend Euro“, erklärt die Spezialistin. Das Gesetz, das Ende 2020 in Kraft getreten ist, besagt, dass der Käufer höchstens 50 Prozent der Maklerkosten zu tragen hat. Als Folge darauf sind die Erwerbsnebenkosten für den Käufer einer Immobilie um 0,3 Prozent gesunken. Zwischen dem vierten Quartal 2019 und dem vierten Quartal 2020 war die Maklercourtage noch deutlich angestiegen (+7,9 Prozent). Im ersten Quartal 2021 sank sie im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent. Neben der Maklercourtage sind in den Erwerbsnebenkosten die Grunderwerbssteuer und die Notargebühren enthalten.

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Hannah Simons

Hannah Simons ist seit 2020 für die ibau GmbH tätig. Als Redakteurin recherchiert und verfasst sie Artikel für den News-Bereich und das Glossar. Dabei verfolgt sie das Ziel komplexe Inhalte einfach und gut verständlich aufzubereiten.