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Wirtschaftsnachrichten

    23.07.2010, 08:05 Uhr m.lehmkuhl@ibau.de
    IG BAU fordert Stopp beim Wildwuchs von Jobs auf Zeit
    Frankfurt am Main - Zur am 22. Juli 2010 vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Bilanz zu atypischen Beschäftigungsverhältnissen auf dem deutschen Arbeitsmarkt erklärt der Bundesvorsitzende der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Klaus Wiesehügel:

    Es ist ein Skandal, dass ein Großteil der Arbeitnehmer in Deutschland in unsicheren, schlecht bezahlten und perspektivlosen Jobs beschäftigt ist. Der Billigboom am Arbeitsmarkt muss gestoppt werden: Der Slogan "Sozial ist, was Arbeit schafft" darf nicht zum Markenzeichen unserer Gesellschaft werden.

    Der leichte Rückgang der atypisch Beschäftigten im Krisenjahr 2009 ist eine Momentaufnahme, bedeutet aber keine Trendwende. Denn die Anzahl der Arbeitnehmer in diesen heiklen Jobs steigt immer weiter an - in den vergangenen zehn Jahren um rund 1,8 Millionen Menschen. Somit haben wir bereits 7,6 Millionen atypisch Beschäftigte in Deutschland - das ist knapp ein Viertel aller Arbeitnehmer.

    Ein besonderes Problem der atypischen Beschäftigung ist die große Zahl der befristeten Beschäftigungsverhältnisse. Die Gebäudereinigung ist eine der Branchen, in der Jobs auf Zeit stark zunehmen und immer mehr zur Regel werden. 6-Monats-Verträge sind hier gang und gäbe. Hier wird die atypische Beschäftigung typisch. Von den "Zitterverträgen" sind vor allem Frauen betroffen.

    Der Wildwuchs bei der Befristung von Arbeitsverhältnissen muss gestoppt werden. Hier ist die Bundesregierung gefordert: Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für Jobs auf Zeit müssen restriktiver geregelt werden. Befristete Arbeitsverträge müssen die Ausnahme sein - für die Fälle, in denen in einem Unternehmen kurzfristig zusätzliche Auftragsspitzen aufgefangen oder ein Arbeitnehmer ersetzt werden muss.

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